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Oschatz Beim Oschatzer Schäfer Lothar Lippert hat die Lammzeit begonnen
Region Oschatz Beim Oschatzer Schäfer Lothar Lippert hat die Lammzeit begonnen
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06:00 07.02.2017
Schäfer Lothar Lippert mit seinen Hüte- und Herdenschutzhunden ist mit seiner Herde zur Zeit in Merkwitz. Quelle: Foto: Kristin Engel
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Oschatz

Die Lammzeit ist angebrochen. Die Herde von Schäfer Lothar Lippert wird bereits durch zehn Lämmer verstärkt, weitere sollen in den nächsten Wochen folgen.

An seinem großen Holzstock, dem grünen Hut und der dazu passenden Jacke kann man Schäfer Lothar Lippert gut inmitten seiner Herde, die zur Zeit kurz vor Merkwitz grast, erkennen. Um ihn herum tummeln sich die knapp 500 Schafe, die von den beiden Australischen Hütehunden bewacht werden. Fünf weitere Hunde – Schafpudel und Harzer Füchse – hat er in Striesa Zuhause. Ihre Erziehung hat der Schäfer selbst übernommen.

Unscheinbar, mitten in der grasenden Herde, beobachtet ein weiteres Paar große Augen das Geschehen. „Schon lange bevor laut wurde, dass sich der Wolf in der Region ausbreitet, habe ich mir Herdenschutzhunde angeschafft. Erst hatte ich nur einen, mittlerweile sind es drei. Doch auf sie muss man auch aufpassen. Sie lassen sich nur schwer abrufen. Herdenschutzhunde sind Tag und Nacht bei der Herde.“

Drei Esel sind die Lieblinge von Lipperts Enkelin

Mit bei den Schafen stehen auch drei Esel. Wie das? „Ja, meine Enkelin ist sehr tierlieb. Es sind ihre Esel. Jedes Wochenende ist sie mit hier und kümmert sich um sie. Ihre Gesellschaft freut mich immer sehr. Zuhause in Striesa steht auch noch ein Hengst“, sagt er lachend. Die meisten Schafe haben noch nie einen Stall gesehen. Denn der Schäfer weiß, dass es den Tieren nur in der Natur so richtig gut geht. Nur ein paar Schafe, dazu die Ziegen, befinden sich aktuell im Stall auf dem Grundstück von Lothar Lippert. „Die Ziegen vertragen die Kälte nicht so gut“, erklärt er.

Jeden Vormittag hütet der 60-Jährige seine Schafe, bis sie sich richtig satt gefressen haben. Am Nachmittag kommen sie dann in den Pferch, der in der Mittagszeit aufgebaut werden muss. Der Schäfer ist von Früh bis Abends auf den Beinen. Nicht immer eine leichte Aufgabe, Wind und Wetter zu trotzen, 365 Tage im Jahr. „Manchmal leidet die Gesundheit darunter. Besonders bei starker Hitze ist es kaum auszuhalten“, klagt der Schäfer, betont aber im selben Atemzug, dass er die Arbeit mit den Tieren sehr genieße. Doch ein wenig Freizeit wünsche er sich auch. „Ich kann nicht in den Urlaub fahren oder krank werden. Wer soll dann auf die Schafe aufpassen? Man kann im Falle von Krankheit bei der Krankenkasse eine Aushilfe beantragen, aber meine Erfahrungen haben gezeigt, dass es nicht möglich ist, einfach jemanden hinzustellen. Man muss es gelernt haben.“ Er ist Schäfer in der dritten Generation.

Die letzten Nachzügler kommen erst im Juni

Jetzt steht die Lammzeit bevor. Zehn Lämmchen hüpfen bereits mit über die Wiesen. Doch eigentlich geht es in der Herde von Lothar Lippert im März so richtig los. „Die letzten Nachzügler werden manchmal auch erst im Juni geboren“, weiß er.

Wie lange er mit seiner Herde noch auf der Wiese vor Merkwitz anzutreffen sein wird, weiß er noch nicht. „Ich muss auf die Witterung reagieren. Hier ist noch so viel leckeres Grün, das gibt es im Sommer manchmal nicht. Gerade in den heißen Tagen im Juli und August ist manchmal alles vertrocknet.“ Wenn nicht ausreichend frische Gräser vorhanden sind, wird auch mal mit Heu und Apfeltrester zugefüttert oder eben auf die nächste Wiese umgezogen. Doch das ist nicht immer so einfach. „Zu DDR-Zeiten war es nicht schwer, mit der gesamten Herde die Straße zu überqueren. Da reichte es, die Hand zu heben. Doch heute sind so viele schnelle Fahrzeuge unterwegs, dass sich zuerst jemand mit Warnweste auf die Straße stellen muss, um die Autos zu stoppen.“ Als nächstes geht es nach Zaußwitz, dann weiter Richtung Striesa. Wenn die Felder bestellt werden, sind seine Schafe auf der Weidefläche des Schäfers, später dann auf die Flächen am Flugplatz.

Von Kristin Engel

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