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Beim Schmorl’schen Familientreffen werden Denkmale geschaffen und Andenken bewahrt

Berühmter Pathologe Beim Schmorl’schen Familientreffen werden Denkmale geschaffen und Andenken bewahrt

An Persönlichkeiten vergangener Zeiten, die in der Region Oschatz geboren wurden oder hier viele Jahre lang lebten, erinnern nicht nur Straßennamen oder Plätze. Auch in Museen kann man auf deren Spurensuche gehen. Eine Großfamilie, die in der Oschatz-Mügelner Region Spuren hinterließ, ist die Familie Schmorl.

Treffen der Familie Schmorl in Oschatz.

Quelle: Bärbel Schumann

Mügeln. Ein Autor hätte keine bessere Vorlage bekommen können und auch ein Regisseur hätte leichtes Spiel für einen Filmerfolg in der Oschatz-Mügelner Region gehabt – wenn das umzusetzende Thema Großfamilie, Traditionspflege und Wahrung des Andenkens an Familienmitglieder gewesen wäre. Die Großfamilie Schmorl hat all das am Wochenende gelebt und dabei neue Spuren in der Oschatz-Mügelner Region zu den bereits vorhandenen hinzugefügt.

Braumeister aus Stade führt Regie

Regie geführt hat Peter Schmorl, ein Braumeister aus Stade. Der 79-Jährige hatte nach 1992 in Oschatz, 1995 in Mügeln und 2002 in Prettin wieder Nachfahren zu einem Treffen der Großfamilie Schmorl nach Mügeln eingeladen. Mehr als 60 Familienmitglieder, manche für das ganze Wochenende – manche nur für Stunden, reisten nicht nur aus allen Teilen Deutschlands sondern auch aus Frankreich und Südafrika an.

Schmorl-Zimmer im Museum

Die Idee, nach solch langer Zeit wieder ein Treffen zu organisieren, sei ihm gekommen, als er mit dem ehrenamtlichen Leiter des Mügelner Heimatmuseums Andreas Lobe über die Einrichtung eines Schmorl-Zimmers im Museum sprach. Denn Ziel der Mügelner Heimatfreunde war und ist, das Andenken an den gebürtigen Mügelner Pathologen Professor Georg Schmorl zu bewahren. Der Arzt war Leiter des pathologisch-anatomischen Instituts des Stadtkrankenhauses in Dresden, das er vier Jahrzehnte leitete und dabei hohe international angesehene wissenschaftliche Leistungen vollbrachte. Aber auch andere Nachfahren wie Juristen, weitere Ärzte, Handwerker haben Herausragendes geleistet. Nicht umsonst ist beispielsweise Hans Schmorl 1921 Ehrenbürger von Oschatz geworden, gibt es in der Döllnitzstadt eine Schmorl-Straße und einen Schmorl-Hof. Nun ist das Schmorl-Zimmer im Museum anlässlich des Tages des offenen Denkmals eröffnet worden. Peter Schmorl und andere Familienmitglieder stellten dafür Fotos, Bilder, Schriftdokumente aber auch Einrichtungsgegenstände wie einen in der Oschatzer Tischlerei Schmorl um 1930 gefertigten Bücherschrank zur Verfügung.

Die kleine Schau weist sogar persönliche Gegenstände des Professors auf, zu denen beim ersten Rundgang die eine oder andere Geschichte von Nachfahren zu hören war. Zuvor hatte die Großfamilie eine Eiche in der „Allee der Besonderen Anlässe“ auf dem Anger gepflanzt.

Benefiz-Konzert in der Kirche

Am Sonnabend war ein wichtiger Programmpunkt ein Besuch der Stadtkirche St. Johannes, wo ein Teil der Familienmitglieder ein Benefizkonzert zu Gunsten des Stadtmuseums und der Restaurierung der Kirchenorgel bestritt. Die Familie entschloss sich dazu, weil sie beeindruckt ist, wie das Andenken an ihre Familienmitglieder in der Region bewahrt wird. Das Konzert war ein Erlebnis. Schon am Eingang ertönte Bläsermusik. Später folgten Klassische Stücke – gesungen und gespielt. Von Bach über Vivaldi bis Wagner reichte dabei das Spektrum der Komponisten. Kinderstimmen steuerten ein Volkslied zum Programm bei. Und dann erlebte Mügeln eine Sternstunde, als Star-Sopranistin Annette Dasch sang. Die international gefeierte Künstlerin nutzte ihr Mitwirken in der Stadtkirche auch für eine Generalprobe als Elisabeth aus Wagners „Tannhäuser“. Denn heute fliegt die 41-Jährige mit dem Ensemble der Bayrischen Staatsoper nach Tokio, wo unter anderem die Wagner-Oper zur Aufführung kommt.

Zum Großfamilientreffen gehörten ebenso ein Besuch in Oschatz, auf Hubertusburg, eine kleine Rundfahrt durch die Region und gemütliche Stunden im Kloster Sornzig. Das wird noch Folgen haben, denn viele der Schmorls, Daschs, Fuchs, und wie sie alle heute heißen, waren fasziniert von dem, was sie hier sahen und erlebten. Sie wollen wieder kommen.

Von Bärbel Schumann

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