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Oschatz Belastung durch Brummis auf der Staatsstraße 31 in Neusornzig nimmt weiter zu
Region Oschatz Belastung durch Brummis auf der Staatsstraße 31 in Neusornzig nimmt weiter zu
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06:00 17.02.2017
Diese Geschwindigkeitsmesstafel spendierte die Ausbau Mügeln GmbH, um die Aufmerksamkeit der Kraftfahrer auf den gefährlichen Abschnitt zu lenken.
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Neusornzig

Der Dauerstreit mit Behörden über den gefährlichen Schulweg vor der Grundschule „Auf der Höhe“ in Neusornzig nimmt kein Ende. Alle vorgeschlagenen Varianten zur Entschärfung der Lage lehnte das zuständige Landesamt für Straßenbau und Verkehr bisher ab. Weder das Anlegen eines Fußweges, eines Zebrastreifens, einer Ampelanlage oder die Errichtung eines stationären Blitzers kamen für die Behörde infrage (wir berichteten). Dabei nehmen die Blechlawinen, insbesondere schwere Brummis, an der Staatstraße 31 weiter zu, moniert der Elternratsvorsitzende der Grundschule Mirko Wadewitz. Jetzt fordern Eltern eine neue Verkehrszählung, die das Ausmaß der Gefährdung belegen sollen.

Geschwindigkeitsmesstafel hilft

Doch zuerst die gute Nachricht: „Ortskundige und Einheimische bemühen sich schon, die vorgeschriebene Geschwindigkeit nicht zu überschreiten. Es hat auf jeden Fall geholfen, dass uns die Ausbau Mügeln GmbH die Geschwindigkeitsmesstafel vor unserer Schule spendiert hat“, sagt Schulleiterin Bärbel Hübner und fügt hinzu: „Dafür sind wir Herrn Dietsch dankbar. Und dazu kam noch eine tolle Geste, als der Geschäftsführer am Nikolaustag zu uns in die Schule kam und für jedes Kind ein Leuchtband mitbrachte. Das kann man nicht hoch genug einschätzen. So etwas hat bisher keine Behörde geschafft.“ Lkw-Fahrer würden jedoch weiterhin durch den Ort brettern, ohne den Fuß vom Gaspedal zu nehmen. „Nun ist guter Rat teuer“, schlussfolgert Hübner.

Den hat allerdings Elternratsvorsitzender Mirko Wadewitz: „Der Verkehr wird von Woche zu Woche dichter, seitdem sich herumgesprochen hat, dass die Staatsstraße am Ende des vergangenen Jahres wieder für den Verkehr freigegeben wurde. Fakt ist: Der Verkehr ist einfach zu schnell. Wir als Elternrat haben jetzt die Stadtverwaltung Mügeln aufgefordert, über das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) eine neue Verkehrszählung genau vor der Schule in Auftrag zu geben. Das muss alles Hand und Fuß mit geeichten Geräten haben und dann werden wir sehen, was herauskommt.“ Denn die im Jahr 2011 durchgeführte Verkehrszählung taugt nach seiner Einschätzung nur noch für den Reißwolf. Damals ergab die Fahrzeugbelastung von montags bis sonntags und 24 Stunden lang durchschnittlich 2409 Fahrzeuge. Die Behörde prognostizierte die Zunahme des Verkehrs bis zum Jahr 2020 auf 3197 Fahrzeuge und sprach von einer „außergewöhnlich geringen Verkehrsbelastung.“ Demzufolge gebe es keine Sicherheitsdefizite, das beweise auch die Unfallstatistik der vergangenen Jahre.

Kinder werden im Sommer den Verkehr zählen

Betroffene sind da ganz anderer Meinung. Das Thema Verkehr soll nun im Sommer im Rahmen eines Projektes im fächerverbindenden Unterricht der Grundschule eine Rolle spielen. Dabei werden die Kinder an einem Tag in einem gewissen Zeitraum den Verkehr zählen. Aber das seien dann keine repräsentativen Zahlen, so Wadewitz. Und er hat noch einen Rüffel in Richtung Landratsamt zu vergeben: „Die Polizei kontrolliert im Auftrag der Behörde und verteilt Knöllchen an die Eltern, wenn sie ihre Kinder zur Schule bringen und ihr Fahrzeug nur für kurze Augenblicke an der Schule abstellen. Das ist eine bodenlose Frechheit und ein Ablenkungsmanöver, weil wir dort einen Fußübergangsweg wollten.“ Der Elternratsvorsitzende wirft der Behörde außerdem vor, dass sie keine Gesprächsbereitschaft zeige.

Mügelns Bürgermeister Johannes Ecke (Freie Wählervereinigung Mügeln) bestätigt, dass der Elternratsvorsitzende an ihn herangetreten sei mit der Bitte um eine Aussprache mit den Eltern und der Schulleitung. Allerdings gebe es noch keinen Terminvorschlag. „Zeitgleich habe ich beim Landratsamt alle Möglichkeiten ausgelotet, wie das Problem zu lösen ist“, sagte Ecke. Ein stationärer Blitzer vor der Schule sei aus Kostengründen abgelehnt worden, mangels genügend Platz ebenso ein Fußgängerüberweg. Von einem Zebrastreifen hält Ecke nichts. „Ich bin der Meinung, dass wäre vorgegaukelte Sicherheit. Wir unterstützen die Leute schon, aber irgendwann sind alle Möglichkeiten ausgeschöpft. So habe die Stadt dafür gesorgt, dass auf der Asphaltdecke die Aufschrift „Vorsicht Kinder“ zur Rücksicht mahnt, der Bereich sei außerdem auf Tempo 30 Kilometer pro Stunde reduziert worden und die neue Geschwindigkeitsmesstafel soll die Aufmerksamkeit der Kraftfahrer auf den gefährlichen Bereich lenken. Nicht zuletzt sei dafür gesorgt, dass die Erzieherinnen die Kinder tagtäglich über die Straße begleiten.

Parken am Gasthof ist möglich

Ecke erinnert an die Möglichkeit für Eltern, dass sie ihre Fahrzeuge neben dem Gasthof Thiere parken dürfen, wenn sie ihre Kinder bis ins Schulhaus bringen wollen, um kein Knöllchen zu riskieren. Denn Landratsamt und Polizei haben das Parken auf dem Fußweg aufgrund der Sichtbehinderung abgelehnt. Die Stadt habe den Bereich der Gaststätte sogar in den Winterdienst einbezogen. „Wir als Stadt wollen die Parkfläche auch noch etwas vergrößern.“

Von Heinz Großnick

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