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Berlinerin kauft über 160 Jahre altes Haus in Schmannewitz

Herausforderung nach acht Jahren Leerstand Berlinerin kauft über 160 Jahre altes Haus in Schmannewitz

Vor einem Monat wurde das Haus Torgauer Straße 21 in Schmannewitz versteigert. Wegen des hohen Sanierungsaufwandes und des vielen Mülls auf dem Grundstück lag das Mindestgebot bei 3000 Euro. Da sie nicht die einzige Bieterin war, investierte Silke Elisabeth Arendt aus Berlin 15 000 Euro in ihr Lebensprojekt – und ist nun Wochenend-Schmannewitzerin.

Alte Möbel gibt es im Haus von Silke Elisabeth Arendt zur Genüge – Antiquitäten sind nicht darunter.

Quelle: Axel Kaminski

Schmannewitz. Rund acht Jahre stand das Wohnhaus in der Torgauer Straße 21 leer. In der Küche im Obergeschoss hängt noch ein Almanach von 2009. Der Hammerschlag bei einer Auktion vor einem Monat war quasi der Startschuss für das nächste Kapitel in der Geschichte des um 1850 errichteten Gebäudes.

Dieses Kapitel wird von Silke Elisabeth Arendt aus Berlin geschrieben. Die 41-Jährige ist die neue Eigentümerin der Immobilie. „Ich habe das Haus ungesehen gekauft“, erzählt sie. Aber nicht ahnungslos. Sie habe auf das Urteil ihres Ex-Freundes vertraut, der schon mehrfach alte Häuser renoviert und das Exposé gründlich studiert hatte. Deshalb habe sie sicher sein können, dass das Fachwerkhaus keine gravierenden Bauschäden aufweist. „Das Dach ist dicht, die Wände sind trocken, es gibt keinen Schwamm“, betont die Berlinerin, die selbstständig als systemischer Coach und Mediatorin für Familienfragen und Nachbarschaftsangelegenheiten arbeitet.

Apropos Nachbarn. Die hat Silke Elisabeth Arendt schon kennen gelernt. „Die Leute im Dorf sind nett, entspannt und superlustig“, hat sie festgestellt. Und sehr mitfühlend. In der kurzen Zeit seit der Auktion habe sie schon oft gehört, welch große Aufgabe sie sich da aufgeladen habe. „Wir wissen, was mit diesem Haus auf uns zukommt“, betont die Berlinerin, die in Waren und Neubrandenburg aufgewachsen ist. Ihr sei klar, dass es nicht nur ein Liebhaberobjekt, sondern auch ein Lebensprojekt sei.

„Ich habe ein Haus mit einem großen Grundstück gesucht“, erläutert die Berlinerin. Das sei am Rande der Hauptstadt nicht bezahlbar. Und nach Norden, wo sie ursprünglich herstamme, wollte sie sich nicht unbedingt orientieren. Nun habe sie ein spannendes Objekt gefunden, noch dazu in einem schön gelegenen Erholungsort. Für jemanden, der im Bezirk Prenzlauer Berg wohnt, ist die Torgauer Straße in Schmannewitz ein ruhiger Ort.

Ihrem neuen Haus und dessen Herausforderungen nähert sich Silke Elisabeth Arendt vorsichtig an, kann aber erste Erfolge verzeichnen. Zwischen der riesigen Thuja-Hecke und dem Haus gibt es – das würde man im Vorbeifahren kaum vermuten – einen Vorgarten. Hier habe der Bewuchs eine Höhe von etwa anderthalb Meter erreicht gehabt. Mittlerweile könne man das Grün hier wieder mit einem normalen Rasenmäher in Schach halten. Bis sie vor dem Haus ihre Ader für Gartengestaltung ausleben kann, werde es aber noch eine Weile dauern.

Das Gleiche trifft zweifellos auch auf ihr Faible für Innenausstattung zu. Derzeit muss sich die Berlinerin mit Innenausstattung der besonderen Art auseinander setzen. „Das Haus und die Nebengelasse, zu denen sechs Garagen gehören, ist voller Müll“, berichtet sie. Geschätzt könnten das um die 30 Container werden, die man benötigt, alte Möbel, unbrauchbare Baustoffe, Geschirr der letzten Bewohner und sonstige Hinterlassenschaften zu entsorgen.

„Wir machen uns keinen Stress, wollen uns nicht gleich totarbeiten – wir bleiben ja“, betont Silke Elisabeth Arendt. Priorität habe zunächst die Müllberäumung. Dabei bleibe noch genug Zeit, über die genaue Art der Nutzung nachzudenken. „Es soll auf jeden Fall ein privates Wohngebäude bleiben. Ob ich es jetzt oder später selbst bewohnen werde, weiß ich noch nicht“, erklärt die 41-Jährige.

Sie arbeite in der Woche in Berlin und komme derzeit so aller 14 Tage übers Wochenende zum Arbeitseinsatz nach Schmannewitz. Ein Fixpunkt der Autofahrt sei inzwischen der Große Teich in Torgau mit dem Fischimbiss geworden. Da es im Haus derzeit weder Wasser noch Strom gibt, nehme sie im Ferienhotel „Wiesenhof“ Quartier. Im August wolle sie mit Sohn Edwin eine Woche am Stück im Heideort wohnen und arbeiten. Vielleicht werde das ja so eine Art Campingurlaub auf dem eigenen Grundstück.

Von Axel kaminski

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Schmannewitz
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