Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Beruf als Schäfer rettet Oskar Heinrich das Leben
Region Oschatz Beruf als Schäfer rettet Oskar Heinrich das Leben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:51 26.06.2014
Der passionierte Jäger Oskar Heinrich mit acht Füchsen, die er im Winter 1942/1943 erlegt hat. Quelle: Privat

Geboren wurde er am 14. Mai 1895 als Sohn des Mannschatzer Schäfers Otto Heinrich. Sein späterer Beruf war damit vorprogrammiert. Ein Beruf, der Oskar Heinrich wahrscheinlich das Leben gerettet hat. Wie die meisten jungen Männer in seinem Alter musste Oskar Heinrich im Ersten Weltkrieg an die Front. "Mir hat er nichts vom Krieg erzählt", erinnert sich sein Sohn Hans Heinrich (86). Nur einmal - als kleiner Junge - habe er einem Gespräch mit den Skatfreunden seines Vaters gelauscht. "Da hat er erzählt, wie er zum ersten Mal in seinem Leben Leichen in einem Wassertrichter gesehen hat, bei denen die Haare und Fingernägel nach dem Tod noch weitergewachsen waren. Das hat mich natürlich sehr beeindruckt", erinnert sich Hans Heinrich.

Bei der Schlacht von Verdun - eine der bedeutendsten Schlachten des Ersten Weltkrieges an der Westfront zwischen Deutschland und Frankreich im Jahr 1916 - kämpfte Oskar Heinrich als Schütze eines wassergekühlten Maschinengewehrs (MG). Als diese Schlacht am 19. Dezember 1916 zu Ende war, hatte auch für Oskar Heinrich das Grauen der Frontkämpfe ein Ende. Sein Vater, der Schäfer Otto Heinrich, war in Mannschatz gestorben. Der unverletzte MG-Schütze Oskar Heinrich wurde deshalb vom Kriegsdienst freigestellt, um sich zu Hause um die Schafherde seines Vaters zu kümmern. "Reklamieren hieß das Freistellen damals", so Hans Heinrich.

Bis 1936 arbeitete sein Vater Oskar als Schäfer und danach als Jagdaufseher im Talgut Gadegast. "Er war mit Leib und Seele Jäger", sagt Hans Heinrich. Der Oschatzer weiß noch genau, wie sein Vater im Juni 1950 auf die Palme ging. Die DDR-Nachrichtenagentur ADN verurteilte am 16. Juni 1950 "Kartoffelkäferabwürfe an der Ostseeküste". Angeblich sollten amerikanische Flugzeuge die Käfer abgeworfen haben, um die DDR zu schädigen. "Das war ganz großer Unsinn. Als Jäger wusste mein Vater, dass die Russen hier nach 1945 alle Fasanen und Rebhühner geschossen und gegessen haben. Deshalb konnten sich die Kartoffelkäfer so vermehren, dass sie zu einer großen Plage geworden sind", erzählt Hans Heinrich.

Frank Hörügel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Kasten Bier, den der frischgebackene Meister SV Traktor Naundorf zur Meisterehrung vom Nordsächsischen Fußballverband und dessen Premiumsponsor bekam, landete nicht in den Kehlen, sondern auf den extra georderten Meister-Shirts von Spielern, Trainern und Funktionären.

26.06.2014

Der Freistaat Sachsen fördert die Fahrbahnerneuerung im Steinweg und in der Riesaer Straße. Außerdem gibt Sachsen Geld für neue Wegweiser an der Wermsdorfer Straße.

25.06.2014

Mit rund 20 Millionen Euro soll auf dem ehemaligen Oschatzer DHL-Gelände eine Reifenrecyclingfirma aufgebaut werden, die täglich rund 42 Tonnen Altreifen verarbeitet.

25.06.2014
Anzeige