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Oschatz Besitzt holländischer Investor wirklich Patente für Dämmstoffherstellung?
Region Oschatz Besitzt holländischer Investor wirklich Patente für Dämmstoffherstellung?
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18:01 15.07.2014
In dieser Halle soll nach dem Willen von Manfred Bares die Verwertungsanlage aus Dänemark aufgestellt werden. Doch bisher fehlt noch das Immissionsschutzverfahren. Quelle: Dirk Hunger

Seit kurzem ist der Kaufvertrag zwischen der DHL und dem Holländer unterschrieben. Manfred Bares öffnet für die OAZ die verschlossenen Tore des Geländes. "Hier in dieser Halle wird sich über die gesamte Länge die Maschine aus Dänemark entlang ziehen. Voran steht eine Altreifenwaschmaschine", sagt Bares. Doch mehr möchte er nicht sagen, denn Wettbewerber ständen schon in den Startlöchern, um die Technologie zu kopieren.

Doch die dänische Firma Eldan, die bereits die Technik für eine spanische Entsorgungsanlage in der Wüste bei Saragossa geliefert hat, zeigt auf einem Video im Internet, wie die Reifen in ihre alten Bestandteile Gummi, Metall und Textilfaser zerlegt werden. Menschen sucht man auf den Aufnahmen vergebens.

Bis zum Jahresende will er 50 Mitarbeiter in seiner Firma Isoprojects Deutschland in Oschatz einstellen. Nach eigenen Angaben könnte die Belegschaft jedoch auch auf 250 Mitarbeiter anwachsen.

Für Bares kommt es vor allem auf die Weiterverarbeitung der Produkte an. "Nur über die Vermarktung der Endprodukte kann das Unternehmen wirtschaftlich laufen", meint der holländische Investor.

Bisher gibt es in der Reifenverwertungsbranche zwei gängige Varianten, unbrauchbare Altreifen zu verarbeiten. Dies ist einmal die Verbrennung aus Zuschlagstoff beispielsweise bei der Zementherstellung oder die Verwertung von Gummigranulat als Beimengung in Beton für Straßenbelag. Bares will jedoch das gewonnene Gummipulver für die Produktion von Keilriemen oder Dämmstoff verwenden. "Ich habe dafür die erforderlichen Patente, um diese Materialien herzustellen", betont er mehrfach gegenüber der OAZ. Allerdings kann er auf mehrfache Nachfrage nur zwei Patentanmeldungen aus dem November des vergangenen Jahres vorlegen. Dies betrifft eine Anmeldung für ein Schalldämmelement sowie für Raumtemperierungselement und -vorrichtung. Die Anmeldeunterlagen sind jedoch mit dem Satz versehen "... es sind zu diesem Zeitpunkt keine rechtlich verbindlichen Aussagen bezüglich des Inhalts dieser Dateien möglich." Dies lässt jedoch nur den Schluss zu, dass es keine wirksamen Patente gibt. Der Name des Eigentümers ist auf den Unterlagen geschwärzt. Anmelderin ist die Isoprojects BV in Maastricht. In dieser Woche will die Isoprojects Deutschland, die übrigens eine einhundertprozentige Tochter der holländischen Isoprojects BV in Maastricht ist, beim Landratsamt in Torgau die Unterlagen für ein Verfahren nach Bundesimmissionsschutzgesetz einreichen. Allerdings liegen der Behörde bis dato keine entsprechenden Papiere vor. Mit der Erarbeitung ist ein Planungsbüro aus Borsdorf bei Leipzig beauftragt worden. Bis zur Erteilung der Genehmigung wird sich auf dem DHL-Gelände nichts bewegen, dürfen auch keine Reifen ab- oder zwischengelagert werden. Ob die Genehmigung zeitnah erfolgt, bleibt abzuwarten. Die Behörde hat ab der vollständigen Einreichung der Unterlagen ein Vierteljahr Zeit, um sie zu bearbeiten.

Hagen Rösner

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