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Region Oschatz Besondere Geschichtsstunde für Oschatzer Schüler
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16:15 28.09.2015
Dr. Olaf Thomsen sprach mit Oberstufenschülern über deutsche Eigenarten und brachte in der Stadtbibliothek Fünftklässlern die Historie des Buches näher. Quelle: Dirk Hunger
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Was das denn sei, wollte Thomsen von den Schülern wissen. Neben den typischen Eigenschaften - Gründlichkeit, Pünktlichkeit und Ordnungssinn - kam von Maria Oravcova die Eigenschaft "organisierten Spaß" zu zelebrieren. Als Beispiel nannte sie Geburtstagsfeiern. "Dort muss immer klar sein, wie viele Leute eingeladen sind. Abweichungen gehen gar nicht". Damit attestiert die Schülerin mit tschechischen Wurzeln den Deutschen eine gewisse Unflexibilität. Thomas pflichtete all diesen Eigenschaften bei und räumte ein, selbst sehr ordnungsliebend zu sein. Zurück gehen all diese Attribute einer Meinung nach auf die Preußen. Dort greift auch der Ansatz von Fachleiterin Kerstin Krause. Die Pädagogin sieht den Besuch Thomsens als Grundlage für eine weitere Diskussion im Geschichtsunterricht zum nationalen Selbstverständnis der Deutschen und den Ideen von Freiheit und Einheit ab dem 19. Jahrhundert bis zur Friedlichen Revolution in Europa im Herbst 1989.

Neben der Frage, wer die ersten Deutschen waren, legte Thomsen den Schwerpunkt auf eine Gegenwartsanalyse: Aus welchem Holz sind die Deutschen heute geschnitzt? Was den Deutschen von anderen Nationen unterscheide, sei vor allem seine Sprache. Der Berliner zitierte einen Aufsatz Mark Twains, in dem es heißt, Englisch lerne man in drei Tagen, Französisch in 30 Tagen und um Deutsch zu lernen reichten 30 Jahre nicht aus. Kurzum: Das Wesen der Deutschen steht im krassen Gegensatz zu seiner Sprache - denn dort herrsche Unordnung.

Ob es genüge, sich deutsch zu nennen, wenn man die Sprache beherrscht, ließ Olaf Thomsen in seinen Ausführungen offen. "Ob Sie die deutschen, soll heißen preußischen Tugenden verinnerlicht haben, zeigt sich in 25 Jahren, wenn Sie selbst Verantwortung tragen, für Familie und Beruf oder Stromrechnungen und Miete zahlen müssen", gab er den Gymnasiasten mit auf den Weg.

Aus der Oschatzer Allgemeinen Zeitung vom 26.09.2015

Christian Kunze

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