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Besucher lassen Mügelner Bahnhofsjubiläum nicht ins Wasser fallen

Besucher lassen Mügelner Bahnhofsjubiläum nicht ins Wasser fallen

"Es ist erstaunlich, was alles auf dem Bahnhofsgelände so los ist. Ich freue mich, dass es den ,Wilden Robert' immer noch gibt. Er weckt Erinnerungen an meine Jugendzeit in der Stadt.

Mügeln.

von bärbel schumann

 

Ich denke heute aber auch daran zurück, als wir als Radsportler bei einer unserer Trainingsfahrten an der geschlossenen Schranke warten mussten", erzählte der ehemalige DDR-Meister im Straßenradsport Bodo Straubel, der heute in Canow in der Mecklenburger Seenplatte zu Hause ist. Gemeinsam mit seinen einstigen Mitschülern an der Goethe-Schule war er nach 40 Jahren zum Klassentreffen in Mügeln.

 

Das Bahnhofsfest bot die passende Kulisse für die 19 Teilnehmer, die auch mit dem Wilden Robert gemeinsam auf Fahrt gingen. Straubel und seine einstigen Klassenkameraden gehörten zu den hunderten Besuchern des Jubiläums "130 Jahre Schmalspurbahnhof Mügeln", das am Wochenende gemeinsam mit dem 20-jährigen Bestehen der Döllnitzbahn GmbH gefeiert wurde.

 

"Ich bin erstaunt, wie viele Menschen trotz des miesen Wetters nach Mügeln gekommen sind", erklärte Alfred Simm, der mit Mikrofon in der Hand auf dem Bahnhofsgelände unterwegs war und die Besucher über das breite Angebot des Festes informierte. Stilgerecht in einer historischen Uniform der Königlich-Sächsischen Staatseisenbahn um 1910 gekleidet, hätten ihn Gäste auch für einen echten "Bahner" halten können. "So abwegig ist das gar nicht, denn solch eine Uniform eines Beamten 1. Ranges hatte ein Bahnhofsvorsteher um diese Zeit - auch in Mügeln", fügte Simm hinzu. Dann griff er schon wieder zum Mikrofon und kündete die nächste Fahrt mit der Sächsischen IV K 99574 an.

 

Das war nicht die einzige Lok, die an diesem Wochenende Bahnfans und andere Gäste zwischen Mügeln und Oschatz oder Glossen transportierte. Auch die 99 4511 war als Gastlok mit Aussichtswagen im Einsatz. Trotz des schlechten Wetters waren die rund 40 Plätze im offenen Wagen fast immer bis auf den letzten Platz besetzt. "Das muss man einfach mal erlebt haben", erklärte Fred Fuchs aus Wuppertal. Mit seiner Familie macht er derzeit in Dresden Urlaub und hatte die Zeit in Sachsen bewusst geplant. "Ich wollte schon immer mal nach Mügeln kommen und mit dem Wilden Robert fahren. Mein Vater hatte mir davon erzählt, er lebte als Kind hier und ist leider verstorben", erzählt der Familienvater. Nun ehrt er dessen Andenken mit einem Besuch in Mügeln.

 

Begeistert zeigte er sich vom Rahmenprogramm. Künstler Joachim Zehme lud junge Leute zum Malen ein. Die Tour im Förderkorb eines Kranes hoch über den Bahnhof schwebend sei faszinierend gewesen, so Fred Fuchs. Die Ausstellung des Fotografen Sven Bartsch rund um die Schmalspurbahn sei interessant, und die übrigen Angebote hätten auch für Kurzweil gesorgt. Lob gab es für die Versorgung. "Bei den Landfrauen aus Glossen gab es sogar echt sächsische Eierschecke. Da war dann der Besuch in Mügeln für uns perfekt", so Fuchs. Am Sonnabend sorgten die Kemmlitzer Blasmusikanten zudem für ein rappelvolles Festzelt auf dem Bahnhof.

 

Lutz Haschke, Prokurist der Döllnitzbahn GmbH, freute sich, dass doch so viele Menschen zum Jubiläum gekommen waren. "Wenn das Wetter uns auch etwas enttäuscht hat, kann es im nächsten Jahr nur noch besser werden, wenn wir das Jubiläum 130 Jahre Strecke begehen", erklärte er optimistisch.

 

Ab heute findet wieder der reguläre Schülerverkehr mit der Döllnitzbahn statt, teilte gestern Denise Zwicker von der Döllnitzbahn mit.

Bärbel Schumann

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