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Oschatz Betonplatten auf Oschatzer Neumarkt werden 2001 durch Naturstein ersetzt
Region Oschatz Betonplatten auf Oschatzer Neumarkt werden 2001 durch Naturstein ersetzt
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06:00 20.08.2016
Neben den Fassaden rund um den Neumarkt zeigt sich seit 2001 der Platz selbst samt Brunnen verjüngt. Quelle: Dirk Hunger
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Oschatz

Mit der Lasershow „Das ewige Licht“ endete am Abend des 18. Augusts die feierliche Übergabe des sanierten Neumarktes. Während der rund fünfmonatigen Bauzeit waren auf dem rund 4500 Quadratmeter großen Platz über 1100 Tonnen Naturstein eingebaut worden. Sie ersetzten die großen Betonplatten, die bis dahin das Bild des Marktes vor dem Oschatzer Rathaus geprägt hatten.

Am 13. März 2001 erfolgte mit dem ersten Spatenstich der offizielle Auftakt zur Umgestaltung des Neumarktes. Diesen Akt vollzogen Oberbürgermeister Dr. Claus Förster, Bauamtsleiter Gert Jubisch, Planer Christian Reichel, Bauleiter Klaus Richter und Harald Reichert, Geschäftsführer der Firma Steinle Bau, die den Zuschlag für diesen Auftrag erhalten hatte.

Stadt investiert zwei Millionen D-Mark

Insgesamt waren 18 Firmen an der Sanierung des Platzes beteiligt. Erneuert wurden neben dem Pflaster auch die Ver- und Entsorgungsleitungen. Rund zwei Millionen D-Mark kostete das Vorhaben, in dessen Verlauf auch der Marktbrunnen eine Verjüngungskur erhielt. Die ursprüngliche Idee, dem Brunnen in seine natürliche Sandsteinfarbe wieder zu geben, musste verworfen werden. Wie Untersuchungen ergaben, hatte sich im Laufe der Jahre die Farbe teilweise mit dem Sandstein verbunden. So wurde die Farbgebung zwischen Stadt und Denkmalamt abgestimmt. Mit 30 Liter Grundierung und 20 Liter Farbe sorgte Andreas Trumphold, Fachhandwerker für Denkmalpflege, für das neue Erscheinungsbild des Brunnens.

Neu war vor 15 Jahren, dass man wieder mit dem Auto von der Hospitalstraße über den Neumarkt in die Altoschatzer Straße fahren kann. Auch die Möglichkeit, aus der Badergasse auf den Neumarkt und bis zur Einfahrt des Gasthauses „Zum Schwan“ zu fahren, bestand vor der Sanierung nicht. In diesem Zusammenhang entstanden außerdem rund ein Dutzend Parkplätze auf diesem Platz.

Neumarkt ist würdiger Rahmen für Veranstaltungen

Der Neumarkt hat seither für eine Vielzahl verschiedener Veranstaltung einen würdigen Rahmen abgegeben. Im Juli 2006 fand hier die Siegerehrung für das Einzelzeitfahren der Sachsentour statt, bei dem die Radrennfahrer von Oschatz nach Wermsdorf und zurück fuhren. Bereits zur Premiere im Jahr 2000 war der Neumarkt Schauplatz der Oschatzer Modenacht. Seither verzichteten deren Organisatoren nur selten auf diese Kulisse. Der Lions Club Oschatz richtete auf dem Neumarkt eine Reihe von Benefizkonzerten aus. Dabei traten unter anderem das Rundfunkblasorchester Leipzig (2001), das Westsächsische Symphonieorchester (2007) und Andreas Boyde (2008, 2009) auf. Regelmäßig nutzt die Werbegemeinschaft Oschatz den Platz für ihre Feste, mit denen sie die Innenstadt belebt.

„Der Platz hat durch die Sanierung ein wesentlich freundlicheres Erscheinungsbild erhalten“, stellt Ute Oehmichen fest. Die Leiterin der Oschatz-Information hat den Neumarkt täglich vor Augen und hat dessen Wandlung miterlebt. Es habe damals viel zu sanieren gegeben. „Die Betonplatten waren zu Teil kaputt und die Pflanzkübel aus Beton waren damals keine Augenweide mehr“ erinnerst sie sich. Die neu geschaffenen Parkplätze seien wichtig für die Händler in der Innenstadt und deren Anordnung beeinträchtige nach ihrem Empfinden das Erscheinungsbild nicht. „Schön ist, dass wir die Info-Säule bekommen haben. Damit können wir über unsere Öffnungszeiten hinaus zu Veranstaltungen in Oschatz und Umgebung informieren“, unterstreicht Ute Oehmichen. „Einen Nachteil hat das Pflaster mit seinen Fugen gegenüber den Betonplatten allerdings“, sagt die Leiterin der Oschatz-Information und denkt dabei nicht zuerst an jene Frauen, die mit dünnen, hohen Absätzen auf dem Markt unterwegs sind. „Hier lassen viele Raucher einfach ihre Kippen verschwinden, die sich dann nur schwer wieder entfernen lassen“, hat Ute Oehmichen beobachtet.

Anwohner froh über sanierten Neumarkt

„Das schöne Stadtbild am Neumarkt, verdanken wir denen, die nach dem Brand von 1842 die Stadt wieder aufgebaut haben“, betont Hartmut Röthig. Die Platzgestaltung mit den Betonplatten sei früher ein Hingucker gewesen, habe aber unter mangelnder Pflege und ausbleibenden Reparaturen gelitten. Solchen Mangel habe es schon zu Zeiten der Kriege, deren Vorbereitung und nach deren Ende gegeben. „Dank Berthold Zehme und seinen Mitstreitern gab es zu Beginn der Stadtkernsanierung noch ein Stadtbild, das erhaltenswert war“, betont der Optiker, der seit 1976 das Geschäft am Neumarkt führt. Darüber könne man glücklich sein, ebenso wie über die Tatsache, dass nach 1990 Geld dafür da war, den Platz zu sanieren. Die Stadt sei liebens- und lebenswert – auch dank dieser Anstrengungen.

Von Axel Kaminski

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