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Betrug: Millionen-Angebot aus dem Ausland soll Senioren locken

Betrug: Millionen-Angebot aus dem Ausland soll Senioren locken

Inge Gumpert (82) aus Calbitz soll die Hälfte einer Erbschaft in Höhe von 9 250 000 Euro bekommen. Das Angebot für die Seniorin kommt offensichtlich nicht ganz legal mit einem Brief aus Madrid (Spanien).

"Woher kennen die Leute meine Adresse? Was wollen die von mir?", fragt Inge Gumpert aufgeregt.

Ein angeblicher Anwalt schreibt, dass er nach Verwandten eines Georg Tor Gumpert sucht, der bei dem Tsunami 2004 ums Leben gekommen sein soll. Zuvor habe der Mann, der 13 Jahre in Spanien gelebt haben soll, bei einer Sicherheitsfirma über neun Millionen Euro hinterlegt. Und er, der angebliche Anwalt Peter H., sei mit der Suche nach Hinterbliebenen beauftragt worden.

"...Mir (wurde) ein Ultimatum auferlegt, bis zu welchem ich einen Erben präsentieren muss, um zu verhindern, dass das Vermögen gesetzmäßig aufgelöst und unzugänglich gemacht wird." Dann der Vorschlag: Die alte Dame soll sich als "dessen nächsten Hinterbliebenen angeben. Ich werde sämtliche notwendige Dokumente vorbereiten, die Ihre Ansprüche geltend machen können und die Freigabe der Überstellung ermöglichen." Das Geschäft sei 100-prozentig risikofrei.

Nachdem die Aushändigung des Geldes ermöglicht worden sei, "können wir den Betrag teilen. 50 Prozent für mich und 50 Prozent als Ihr Gewinn."

Und wo ist der Haken? Es gibt gleich mehrere. Wer sich darauf einlässt, bekommt von der vermeintlichen Anwaltskanzlei eine Rechnung nach der anderen - für Versicherung und andere Gebühren, die übersendet werden müssen. Auf diese Weise sind die Opfer schnell hohe Beträge los, und die "Millionen-Erbschaft", die von vornherein keine ist, sondern nur der Köder, platzt wie eine Seifenblase.

Die Aufmachung des Schreibens aus Spaniens Hauptstadt Madrid vermittelt Seriosität: Ein Kopfbogen mit Adresse der beauftragten Kanzlei, der "Numra Associates & Advocates", Calle de San Jerónimo 33, in 28014 Madrid mit Telefon- und Fax-Nummer und zwei E-Mail-Adressen, allerdings keine Internet-Adresse.

Eine Recherche der OAZ ergab, dass es die genannte Straße gibt, aber nicht in Madrid, sondern in zehn anderen spanischen Städten. In dem Brief werden die "ausgewählten Erben" gebeten, auf einer Privatnummer anzurufen, wenn kein Interesse besteht, das Geld anzunehmen. "Ich wäre Ihnen außerdem sehr verbunden, wenn Sie mir auch eine etwaige Absage mitteilen, damit ich meine Suche nach potenziellen Partnern fortsetzen kann." Auch hier ist Vorsicht geboten. Laut internationaler Telefonauskunft steckt hinter dieser Nummer eine Lotterie. "Es kann gut sein, dass eine Minute hier fünf Euro kostet. Wenn die betreffende Person höflich absagen möchte, wartet sie auch in der Schleife. Und wie schnell sind hier fünf Minuten vorüber", so der Mann von der Auskunft. Als Opfer suchen sich die "Anwälte" meist ältere Herrschaften, um deren Gutgläubigkeit auszunutzen. Wer so einen Brief bekommt, sollte sich Rat holen, wie es Inge Gumpert getan hat. Für jüngere Leute ist das relativ einfach. Wer im Internet nach dem Namen des angeblichen Anwaltes sucht, wird fündig, denn es gibt mehrere Hinweise auf die Betrüger und ihre Herangehensweise.

Wolfgang Apelt von der Verbraucherzentrale weiß, dass "der Brief von Peter H. zu einer weltweit angelegten Masche gehört, bei der unter Vortäuschung einer erheblichen Geldzuwendung von den angeschriebenen Personen, sollten diese sich darauf melden, Vorschüsse auf diese zu 'erwartende' Geldzuwendung verlangt werden". Durch den Kontakt werde bestätigt, dass die Daten der "Erben" korrekt sind. "Und Daten sind im wahrsten Sinne des Wortes Geld wert." Der angebliche Rechtsanwalt mache sich der Anstiftung zum gemeinschaftlichen Betrug schuldig. Und wenn es zur Ausführung kommen sollte, müsse dem Partner auch Betrug vorgeworfen werden. "Wenn ich solche Briefe bekomme, frage ich immer Herrn Polster, der hilft mir dann", so die betagte Calbitzerin. In diesem konkreten Fall möchte Karl-Heinz Polster noch mehr Menschen helfen, und zwar, indem er über diese Zeitung warnt, auf die Masche hereinzufallen.

G. Liebegall

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