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Betrugsversuch per E-Mail

Betrugsversuch per E-Mail

Es sollte nicht passieren, ist aber nicht auszuschließen: Bei der vielen Werbung und Post, die täglich in den Briefkasten an der Haustür oder im Computer flattert, ist dann doch mal eine wichtige Rechnung übersehen worden.

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Ohne Anrede und Kundennummer - diese "Erinnerung" ist eine Fälschung.

Quelle: Axel Kaminski

Region Oschatz. Wer auf diese Weise einen Zahlungstermin verschwitzt, ist froh, dann nicht gleich eine Mahnung zu erhalten, sondern erst einmal erinnert zu werden.

 

Zahlungserinnerung per E-Mail wären nicht ungewöhnlich, wenn man Waren oder Dienstleistungen im Internet bestellt hat. Seltsam wird die Geschichte aber dann, wenn die Zahlungserinnerung von einer Firma kommt, mit der man gar kein Geschäft abgeschlossen hat oder sicher ist, schon bezahlt zu haben. In der Region Oschatz haben in den vergangenen Tagen etliche Einwohner Bekanntschaft mit einer Betrugsmasche auf Kosten des Mobilfunkanbieters Vodafone gemacht.

 

"Betrüger unternehmen relativ oft solche Versuche, Verbraucher mittels nachgemachter Rechnungen oder Zahlungserinnerungen entweder zum Öffnen eines Links oder eines Anhanges, oft auch zu Überweisungen zu animieren", sagt Sylvia Neubert, Leiterin der Riesaer Beratungsstelle der Verbraucherzentrale Sachsen. "Meist werden die Verbraucher durch die ungewöhnliche Form der Rechnung oder eher unterdurchschnittliche Rechtschreibung auf den Schwindel aufmerksam", erläutert sie. Misstrauen sei vor allem dann angebracht, wenn der angebliche Kunde nicht persönlich angesprochen wird und jegliche Kunden- oder Vertragsnummern fehlen. Ein mögliches, aber kein sicheres Indiz für einen Betrug können E-Mail-Adressen als Absender sein, die in der Kommunikation mit der Firma noch nie aufgetreten sind. Sie sind deshalb kein sicheres Merkmal, da durchaus Fälschungen mit korrekt nachgemachter Adresse auftauchen.

 

Mit guter Rechtschreibung und Verwendung des Firmenlogos sind derzeit Betrüger unterwegs, die vorgeben, dass Vodafone noch eine offene Rechnung mit ihren Kunden habe. Wie von Sylvia Neubert erläutert, sollte auch hier die fehlende direkte Ansprache des Empfängers zur Vorsicht mahnen. Offensichtlich haben die Betrüger von ihren Opfern keine weiteren Daten als deren E-Mail-Adresse. Postadressen oder Namen werden nicht verwendet.

 

"Sollte man unsicher sein, ob nicht tatsächlich eine berechtigte Forderung eines Unternehmens hinter solch einer E-Mail steckt, rät die Verbraucherschützerin zu einer Kontaktaufnahme mit der Firma. Diese sollte aber auf gar keinen Fall als Antwort auf die dubiose E-Mail erfolgen, sondern auf einem anderen, herkömmlich verwendeten Kommunikationskanal. Ganz wichtig sei, auf gar keinen Fall die Anhänge oder Links zu öffnen, die in E-Mails enthalten sind, denen man nicht über den Weg traut, denn dann besteht die Gefahr, sich einen Virus einzufangen.

 

Im Falle der vorgeblichen Erinnerungen des Mobilfunkanbieters ist die Überprüfung über einen anderen Kanal schnell erfolgreich. Vodafone teilt auf seiner Internetseite mit: "Vodafone-Kunden und Unbeteiligte (haben) E-Mails mit gefälschten Online-Rechnungen erhalten. Als Absendername wird ,Vodafone Service' angegeben. ... Diese E-Mails stammen nicht von Vodafone, sondern dienen den Kriminellen der Verbreitung von Schadsoftware. Beim Klick auf den Link wird eine Zip-Datei mit einem Trojaner heruntergeladen."

 

Das Unternehmen verweist auf seine eigene Praxis und bestätigt damit die Tipps der Verbraucherzentrale: In echten Rechnungsmails werden Kunden mit Vor- und Nachnamen begrüßt und die korrekte Kundennummer, Mobilfunknummer oder die Rufnummer des Vodafone-DSL-Anschlusses aufgeführt. Außerdem verschicke das Unternehmen seine Rechnungen jeden Monat zum gleichen Zeitpunkt und nicht wahllos.

Axel Kaminski

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