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Oschatz Bibliotheken in der Region Oschatz bieten viel
Region Oschatz Bibliotheken in der Region Oschatz bieten viel
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05:03 07.11.2018
Marion Schreiber von der Kreisergänzungsbibliothek Oschatz Quelle: Katharina Stork
Oschatz

„Bei den Schülern fängt‘s an, mit dem Lesen“, sagt Marion Schreiber, Leiterin der Kreisergänzungsbibliothek (KEB) Oschatz. An ihren glänzenden Augen sieht man, dass es ihr sehr am Herzen liegt, nicht nur Schülern, sondern auch allen anderen Altersklassen das Lesen näher zu bringen. Die KEB ist sozusagen eine Bibliothek für Bibliotheken. Sie stattet die kleinen und kleinsten Bibliotheken in den Gemeinden rund um Oschatz mit ihren Medien aus und stellt ihnen den Bestand der KEB zur Verfügung. „Dadurch kann eine kleine Dorfbibliothek genauso aktuelle Erscheinungen zur Ausleihe anbieten, wie eine Stadtbibliothek“, sagt Schreiber stolz. Das neue Buch von Bestsellerautor Sebastian Fitzek beispielsweise lag schon am Erscheinungstag in der KEB bereit. 28 Einrichtungen, darunter auch neun Kindertagesstätten, versorgte die KEB im letzten Jahr mit Printmedien, Hörbüchern, DVDs, CDs und Spielen.

Über 2200 Ausleihexemplare gibt es in Oschatz

Derzeit umfasst der Bestand 2282 Medieneinheiten, der ständig aktualisiert wird. Ungefähr die Hälfte davon befindet sich meist im Umlauf in den kleineren Bibliotheken. Der Austausch ist dabei flexibel. Manche Bibliotheken wechseln einmal pro Woche verschiedene Medien durch, andere tauschen den kompletten Bestand einmal im Jahr aus. Dabei könnten die meisten kleinen Bibliotheken noch mehr Leser vertragen, die das kostenlose Angebot nutzen, findet Schreiber. „Ganz viele wissen gar nicht, dass sie in ihrer Gemeinde eine eigene Bibliothek haben.“ Auch neue Projekte unterstützt die KEB sehr gerne, denn Schreiber greift bereitwillig jedem unter die Arme, der in seiner Gemeinde eine eigene Bibliothek auf die Beine stellen will.

Literatur vor der Haustür – auch in Lampertswalde

Dabei gibt es neben den Stadtbibliotheken und den größeren Bibliotheken in Mügeln, Wermsdorf und Dahlen noch vier andere in Naundorf, Lampertswalde, Ochsensaal und Liebschützberg, auf die Lesehungrige zurückgreifen können. Die Gemeindebibliothek in Lampertswalde, in der Sommerseite 7, befindet sich unter der Leitung von Gundula Zschau, die sich über mehr Leser freuen würde. Drei Stammleser um die 50 weist die Bücherei in der alten Schule auf und noch dazu einen „Winterleser“, der nur zur Lektüre kommt, wenn die Gartenarbeit ruht. Die bevorzugten Genres sind historische Romane, wahre Begebenheiten und ab und zu ein „Ostalgie“-Buch. Seit es die Schule dort nicht mehr gibt, kommen gar keine Kinder mehr, um sich Bücher auszuleihen.

Sehr um die Einbindung der Kinder bemüht ist Olaf Heinemann, Diplom-Bibliothekar der Wermsdorfer Zentralbibliothek im Fachkrankenhaus Hubertusburg. Er gestaltet Bibliothekseinführungen mit Schulklassen und öffnet ihnen die Bücherei für Rechercheprojekte.

Die Bücherei kann man immer besuchen

„Die Bibliothek ist eine Kulturinstitution, die man immer wieder besuchen kann, ob Jung oder Alt, da der Bestand regelmäßig aktualisiert wird, und kein Museum, in das man ein, zweimal geht“, sagt er. Die Zentralbibliothek unterliegt einer Dreiteilung, die eine Besonderheit in Mitteldeutschland darstellt. Hauptträger der Bibliothek ist das Krankenhaus, dessen Patienten das Angebot der Patientenbibliothek rege nutzen. Viele nutzen den speziellen Sachbuchbestand, um sich eingehender mit der eigenen Krankheit zu beschäftigen. Die Medizinische Fachbibliothek mit Fachbüchern und Fachzeitschriften ist dem Krankenhauspersonal vorbehalten, kann aber auch von Lesern außerhalb des Krankenhauses genutzt werden. Die Öffentliche Bibliothek steht den Bewohnern von Wermsdorf und Umgebung mit Büchern, Zeitschriften und den audiovisuellen Medien zur Verfügung. Unterstützend wird die Zentrablibliothek ebenfalls von der KEB beliefert. Klinikumsgeschäftsführerin Dr. Iris Minde betont: „Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde klappt wunderbar. Ich freue mich, dass die Bibliothek den Patienten und Bürgern diesen umfangreichen Nutzen bieten kann“.

Neben der Bereitstellung von Medien hat sich die KEB auch der Veranstaltungstätigkeit verschrieben. Das bedeutet, dass Marion Schreiber Lesungen in Schulen oder für Senioren gestaltet oder verschiedene Themen in Kindergärten aufbereitet und dazu Medienkisten bestückt, in der die Kinder stöbern können. „Die Kinder sollen sich ihre Bücher selbst suchen“, sagt Schreiber. Denn so bleibe die Lust am Lesen.

Von Katharina Stork

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