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Oschatz Biedermann schließt Rückkehr in Stadtrat nicht aus
Region Oschatz Biedermann schließt Rückkehr in Stadtrat nicht aus
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18:11 21.12.2011
Bernd Biedermann

Offiziell geben Sie Zeitnot für das Niederlegen Ihres Mandates an. Ist das der einzige Grund?

Ja. Wenn ich was mache, will ich es richtig machen. Unvorbereitet zur Stadtratssitzung zu kommen - das widerspricht meinem eigenen Anspruch.

Fällt Ihnen der Abschied nach 17 Jahren im Stadtrat schwer?

Natürlich. Ich habe das mit Herzblut und Leidenschaft gemacht. Und es hat mir bis zum letzten Tag Spaß gemacht.

Was hat Ihnen Spaß gemacht?

Die Gestaltungsmöglichkeiten als Stadtrat und der sachliche Streit, der nicht ins Persönliche gehen darf.

Was waren Ihr größter Erfolg und Misserfolg als Stadtrat?

Ich fange mit dem Misserfolg an. Wir haben es nicht geschafft, die Straßenausbaubeiträge in Oschatz abzuschaffen. Als Erfolg werte ich die jährliche Auszeichnung des Unternehmers des Jahres. Das war meine Idee. Und ich freue mich jedes Mal, wenn dieser Preis verliehen wird.

Welche Verbesserungsvorschläge haben Sie für die künftige Arbeit des Stadtrates?

Es ist doch so: Wer Geschenke verteilen kann, ist der Liebe. Für uns Stadträte ist es ganz schwer möglich, aus dem laufenden Haushalt eine Gegenfinanzierung für unsere Vorschläge zu bekommen - Beispiel Straßenausbaubeiträge. Falls im Laufe des Jahres mehr Geld als ursprünglich geplant zur Verfügung steht, dann wird dieses Geld ausschließlich für Vorschläge der Stadtverwaltung eingesetzt. Hier müsste es eine faire Diskussion zwischen Rat und Verwaltung geben, wofür das Geld verwendet wird. Stadtrat und Verwaltung sollten von der positiven Außenwirkung gemeinsam profitieren. Jetzt profitiert davon nur die Verwaltung.

Mit Ihnen als Zugpferd hat die FDP zur Stadtratswahl 2009 genau 22,2 Prozent der Stimmen geholt. Kann dieses Ergebnis ohne Sie zur nächsten Wahl 2014 wiederholt werden?

Ich schließe nicht aus, dass ich 2014 erneut für den Stadtrat kandidiere. Mit dem Niederlegen meines Mandates bin ich nicht für immer von der Bildfläche verschwunden.

Die FDP befindet sich in einer Krise. Bereuen Sie Ihren Übertritt von der DSU in die FDP im Oktober 2008?

Nein. Gerade in der jetzigen Situation ist die FDP die einzige Partei, die Eigenverantwortung und Freiheit über die Allmacht des Staates stellt. Und das halte ich nach wie vor für richtig.

Vor zwei Jahren haben Sie sich als FDP-Direktkandidat um ein Landtagsmandat beworben. Versuchen Sie es 2014 noch einmal?

Ich trete für kein Einzelmandat mehr an - es reicht.

Sie sind Diplom-Ingenieur für Elektrotechnik/Elektroenergieversorgung und arbeiten in dieser Branche. Reizt Sie der Job eines Geschäftsführers der künftigen Oschatzer Stadtwerke?

Überhaupt nicht. Als angestellter Geschäftsführer habe ich in meinem Unternehmen das Sagen und kann gestalten. In meinem Alter tue ich es mir nicht mehr an, mich von einem Aufsichtsrat der Stadtwerke mit möglicherweise gegensätzlichen Interessen zerfleischen zu lassen. Fragen:

Frank Hörügel

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