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Oschatz Big Brother in Mügeln: Web-Kamera filmt das Leben im Storchen-Horst
Region Oschatz Big Brother in Mügeln: Web-Kamera filmt das Leben im Storchen-Horst
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16:02 03.04.2018
Den Storchenhorst auf der Varia-Esse in Mügeln brachte Mügelns Bezirksschornsteinfegermeister Hans-Jürgen Höhne im vergangenen Jahr gemeinsam mit Feuerwehrleuten und mit Einsatz der Oschatzer Drehleiter in Ordnung. Quelle: Foto: Dirk Hunger
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Mügeln

Die Promi-Sendung Big Brother könnte jetzt als Vorbild für eine Idee in Mügeln dienen. Allerdings wollen die Akteure vom Heimatverein Mogelin und des Stadtmarketingvereins nicht das umstrittene TV-Sendeformat mit Menschen kopieren. Vielmehr haben sich Heimatvereinschef Andreas Lobe, der Mügelner Storchenbeauftragte Bernhard Sommer und Bezirksschornsteinfegermeister Hans-Jürgen Höhne vorgenommen, ein Storchen-TV ins Leben zu rufen. Denn seit Jahren schlägt Adebar auf der Varia-Esse in Mügeln sein Sommerquartier auf und brütet Nachwuchs aus.

Mügelns Storchenbeauftragter Berndhard Weber nahm im vergangenen Jahr den verletzten Storch zunächst zu sich, bevor er einem Tierarzt übergeben wurde. Leider verstarb das Tier noch während der Notoperation. Quelle: Dirk Hunger

Was sich auf dem Storchenhorst so abspielt, sorgte bei den Mügelnern immer wieder für große Aufmerksamkeit und auch Mitgefühl. Da ist von Quartierkämpfen die Rede und mussten bereits mehrfach Tiere aus Notlagen gerettet werden. Ein heftiges Gewitter wurde ebenfalls einem Tier, das durch einen Blitzschlag getötet wurde, zum Verhängnis.

Big Brother in luftiger Höhe

In Zukunft sollen die Mügelner das Alltagsleben in luftiger Höhe live mitverfolgen können, denn geplant ist der Aufbau einer Web-Kamera auf dem Storchenhorst. Allerdings ist das Vorhaben nicht zum Nulltarif zu haben, müssen Technik wie Kamera, Computer und Bildschirme angeschafft werden. Deshalb werden noch spendable Sponsoren gesucht, die sich an dem Projekt finanziell beteiligen wollen. „Es gibt schon einige Privatpersonen, die sich gemeldet haben“, ist Vereinschef Andreas Lobe froh. Gebraucht werde zum Beispiel ein leistungsfähiger Computer zur Aufnahme der Daten und es müsse noch geklärt werden, wo der Rechner und Bildschirme zur Übertragung aufgestellt werden.

Mit ins Boot haben die Mügelner auch den Inhaber von Naumann-Elektronik geholt, der sich um die technische Realisierung kümmert. „Wir haben zum Beispiel auch Patenschaften geplant. Wenn jemand eine größere Summe spendet, kann er die Namen des Storchennachwuchses auswählen“, so Lobe. Mit ihrem Vorhaben wollen die Mügelner an ein Projekt anknüpfen, das bereits auf dem Storchenhof in Loburg bei Magdeburg verwirklicht worden ist.

Davon konnten sie sich im vergangenen Jahr selbst überzeugen, als sie aus dem Horst der Varia-Esse zunächst fünf befruchtete Eier retteten. Die wurden mit der Drehleiter der Oschatzer Feuerwehr geborgen, nachdem die auf dem Horst einquartierte Störchin sie nicht mehr bebrüten konnte, weil ihr Gatte tags zuvor mit einem verletzen Flügel auf der Wetitzwiese gefunden worden war und die Ablösung fehlte. Das verletzte Tier starb noch während der Notoperation.

Storcheneier ausgebrütet

Geflügelexperte Wilfried Große aus dem Grimmaer Ortsteil Köllmichen brütete die Storcheneier schließlich in einem seiner Brutkästen aus. Doch die geschlüpften vier Tiere durften laut Hinweis des Landratsamtes Nordsachsen nicht durch private Hand aufgezogen werden und wurden dann auf dem Storchenhof in Loburg aufgepäppelt.

“Inzwischen sind sie ausgewildert worden“, weiß Höhne, der das Mügelner Vorhaben als „kleine Attraktion“ bezeichnet. In Hoburg würden vor allem Kinder und Schulklassen die Gelegenheit gern nutzen, um die Tiere per Bildschirm zu beobachten.

Bernhard Sommer könnte sich zum Beispiel vorstellen, im Rahmen des Bahnhofsprojektes einen Bildschirm zu installieren und damit Touristen und auch die Mügelner zu begeistern.

Storchenbank in Vorbereitung

Das Storchen-TV ist nur Teil eines weiteren Vorhabens, das demnächst in die Tat umgesetzt werden soll und bereits in Angriff genommen worden ist. Denn das Bankenzentrum Mügeln wird demnächst um eine weitere Sitzgelegenheit erweitert – einer Storchenbank, die bereits beim sozialen Umschulungs- und Fortbildungswerk in Dresden in Auftrag gegeben worden ist. Rund 500 Euro kostet die Anschaffung. „Ich habe sie schon gesehen und es ist ein richtiges Schmuckstück geworden“, schwärmt Bezirksschornsteinfegermeister Höhne.

Ihren Platz soll die Sitzgelegenheit im März in der Döbelner Straße unmittelbar neben dem Aufsteller mit der Mügelner Storchenchronik bekommen. Dort muss nur noch der Untergrund mit Platten hergerichtet werden, damit die Bank dann angeschraubt werden kann“, so Höhne.

Mügelns Bürgermeister Johannes Ecke (Freie Wählervereinigung Mügeln) ist ebenfalls begeistert und sagt: „Ich finde es gut, dass so etwas angedacht ist und sich dafür engagierte Mügelner einsetzen.“

Von Heinz Großnick

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