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Oschatz Biogas in Terpitz erhitzt weiter die Gemüter
Region Oschatz Biogas in Terpitz erhitzt weiter die Gemüter
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16:02 28.11.2012
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Terpitz/Zschöllau

Lutz Biedermann, Stadt- und Kreisrat für die FDP, hatte moniert, dass den Liebschützberger Ratsmitgliedern wichtige Unterlagen zum Bauvorhaben der Pro Natur GmbH vorenthalten wurden und teilweise kurzfristig als Tischvorlage zur Verfügung standen und war gegen den Beschluss des Gremiums in Widerspruch gegangen.

Die Kreisbehörde als Rechtsaufsichtsbehörde kommt zu dem Schluss, dass der von Biedermann gerügte Beschluss rechtmäßig zustande kam. "Verstöße gegen die Gemeindeordnung sind nicht erkennbar", heißt es im Antwortschreiben des Landrates Michael Czupalla (CDU) an Biedermann. Gegenstand der Tischvorlage seien nicht fristgerecht eingereichte Einwände gewesen. Diese sind für die Abwägung nicht relevant. Die entscheidungserheblichen Unterlagen zum Beschluss gingen den Räten neun Tage vor der Sitzung zu. Nachzureichende Unterlagen wie etwa Auszüge aus der Immissionsschutzprognose und städtebaulicher Vertrag wurden ihnen drei Tage vor der Sitzung zugestellt. Die Abwägung fand ordnungsgemäß statt, sagt Czupalla und ergänzt: "Der Bürgermeister entscheidet, welche Unterlagen für Beratung und Entscheidungen des Gemeinderates erforderlich sind."

Rund 1200 Unterschriften sind in der Region inzwischen gegen die geplante Biogasanlage auf Terpitzer Flur zusammengekommen. Sie soll an der Gemarkungsgrenze zu Oschatz und somit nur wenige hundert Meter vom Stadtteil Zschöllau errichtet werden. Initiator der Petition ist ebenfalls Lutz Biedermann. Heute Abend beschäftigt sich der Technische Ausschuss der Stadt Oschatz in öffentlicher Sitzung ab 18.30 Uhr im Tagungssaal des Rathauses mit den Konsequenzen der geplanten Maßnahme für Zschöllauer Bürger.

Irritiert ob der Entwicklungen zeigt sich Investor Olaf Kranen aus Gaunitz, zugleich Geschäftsführer des Landwirtschaftsbetriebs ABG Gaunitz und der Pro Natur GmbH. Er kann nicht nachvollziehen, weshalb nach dem offenen Diskussionsabend in Gaunitz, bei dem viele Bedenken ausgeräumt worden, der Protest nun weiter anschwillt. "Kaum jemand interessiert sich für den Planungsstand oder nimmt Angebote zur Besichtigung der Anlagen in Cavertitz, Treptitz und Zaußwitz an, die damals öffentlich ausgesprochen wurden." Ein Großteil der Bevölkerung sei noch immer nicht vollständig informiert darüber, welche Ziele Kranen tatsächlich mit seiner Investition verfolgt und dass sie ebenso davon profitieren könnten, beteuert er. Um Transparenz zu schaffen, sei er gerne bereit, für Interessierte eine Fahrt zu einer baugleichen Anlage zu organisieren.

Mit seinem Protest möchte sich Lutz Biedermann auf Landes- und Bundesebene Gehör verschaffen. "Es ist kein Zufall, dass Biogasanlagen auf wie Pilze aus dem Boden schießen. So lange diese Art der Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen im Vergleich zu anderen Möglichkeiten über Maß vom Bund gefördert wird, kann sich das nicht ändern. Wir müssen diesen Subventionswahnsinn stoppen und werden dafür alle demokratischen Mittel ausschöpfen", findet er klare Worte.

Mit ihrem Protest seien die Zschöllauer keinesfalls allein, sachsenweit rege sich Widerstand aus der Bevölkerung gegen industriell geprägte Biogasanlagen in Größenordnungen mit Leistungen von mehr als 0,5 Megawatt. Dass aufgrund der bestehenden Anlage in Leuben und der geplanten in Terpitz und Raitzen immer mehr Mais angebaut werden müsse, sei offensichtlich und für jeden erkennbar, der aufmerksam die Felder der Region betrachtet.

Die Pläne für die Biogasanlage Terpitz liegen öffentlich aus in der Gemeindeverwaltung Liebschützberg, Platz des Friedens 5, 04758 Borna. Eingesehen werden können die Unterlagen noch bis Freitag, den 14. Dezember, und zwar zu folgenden Zeiten: montags von 9 bis 12 und 13 bis 15 Uhr, dienstags von 9 bis 12 und 13 bis 18 Uhr, mittwochs von 9 bis 12 Uhr, donnerstags von 9 bis 12 und 13 bis 16 Uhr sowie freitags von 9 bis 12 Uhr.

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