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Bisher in Oschatz trotz Kaufprämie kaum Interesse an Elektroautos

Autohandel Bisher in Oschatz trotz Kaufprämie kaum Interesse an Elektroautos

Das Interesse bei Kunden am Kauf eines Elektromobils hält sich bisher in Grenzen. Trotz Kaufprämie gibt es in den Autohäusern der Region kaum Nachfrage. Händler nennen als Gründe dafür noch zu viele Nachteile wie beispielsweise geringe Reichweite der Fahrzeuge. Auch die Preise für solche Autos seien noch viel zu hoch. Auf Wunsch können aber Elektromobile geordert werden.

Oschatz. Mit einer Kaufprämie für Elektroautos und Hybridfahrzeuge soll das Interesse für ein solches Fahrzeug geweckt werden. Seit dem 2. Juli kann diese Prämie beantragt werden. 4000 Euro Prämie gibt es für ein reines E-Mobil. Diese Kosten teilen sich Hersteller und Staat. Die Anschaffung eines Plug-In-Hybridfahrzeugs – also ein Fahrzeug mit Elektro- und Verbrennungsmotor – wird mit 3000 Euro Umweltbonus unterstützt. Trotz dieser finanziell reizvollen Angebote gibt es bisher keine Nachfrage in den Autohäuser von Oschatz und Umgebung.

Im Autohaus Hirth in Mügeln sieht man die Prämie nicht als Anreiz, ein E-Mobil zu kaufen. „Ich denke, wer sich ein Elektroauto kaufen möchte, der kauft sich eins. Da spielt die Prämie keine Rolle. Ein solches Fahrzeug kostet 20 000 oder 30 000 Euro, sogar noch mehr“, sagt Geschäftsführer Ingo Hirth. Im Autohaus selbst befindet sich kein E-Auto. Sollte aber Interesse bestehen, könne man innerhalb von drei Tagen ein solches besorgen, um den Kunden auch eine Probefahrt zu ermöglichen. Doch im Autohaus Mügeln habe man bisher noch kein einziges Elektromobil verkauft. „Hybridfahrzeuge haben wir schon an Kunden übergeben können. Beim E-Mobil ist die Reichweite der Fahrzeuge ein Problem, gerade im ländlichen Raum. Wenn das Fahrzeug stärkere Batterien und eine höhere Reichweite hätte, könnte ich mir gut vorstellen, dass dann auch die Nachfrage steigt. Doch so stehen immer die Fragen im Raum: Wo könnte ich tanken? Wo hole ich mir den Strom her?“

Im Autohaus Ronny Wacke in Oschatz soll es im September soweit sein. Denn dann bekommen sie ihr erstes Hybridfahrzeug. Dieses soll am 17. September beim Händlerfest den Kunden vorgestellt werden. Es handele sich bei dem Fahrzeug um einen Ionic. Im nächsten Jahr sollen dann zwei vollelektronische Fahrzeuge folgen, auch wenn die Nachfrage noch nicht ganz so gut ist. „Ab und an werden wir schon auf E-Mobile angesprochen. Wenn eine Nachfrage kommt, bestellen wir die Fahrzeuge. Ich denke, dass die Prämie eine gute Sache ist, die in die Entscheidung der Leute mit einfließen wird“, sagt Verkaufsleiter Christoffer Rehm.

„Die Frage, ob die Leute aufgrund der Prämie Elektroautos kaufen werden, würde ich verneinen. Sie können dem Verbrennungsmotor nach wie vor nicht das Wasser reichen“, sagt Frank Boden, Verkehrswacht-Vorsitzender und Fahrschullehrer. Er könne sich vorstellen, dass Firmen als Vorreiter auf E-Mobile umsatteln, jedoch nicht Privatpersonen. „Für diese ist das E-Auto gar nicht so nutzbar. Sie kommen nur 200 bis 300 Kilometer weit. Dann muss der Wagen an die Ladestation. Wenn die Leute in den Urlaub wollen, ist das nichts. Vielleicht für den Stadtbereich oder als Zweitwagen für kleinere Touren.“ Grundsätzlich fände er es jedoch gut, dass im Sinne der Umwelt etwas unternommen wird, jedoch sei die Praxistauglichkeit nicht ausgereift. Als Wagen für die Fahrschule sei ein E-Mobil ungeeignet. „Die E-Mobile sind Automatikfahrzeuge. Sollten Fahrschüler damit die Prüfung ablegen, dürften sie später kein Schaltfahrzeug fahren. Sie können ja nicht schalten und kuppeln“, so Boden.

Von Kristin Engel

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