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Blumenpracht überfordert Kommunen

Blumenpracht überfordert Kommunen

Mügeln/Ablaß/Kemmlitz. Kaum ein Tag ohne Regenschauer in diesem Sommer. Garten- und Grundstücksbesitzer kommen mit dem Unkrautzupfen und Rasenmähen kaum nach.

 

Von Bärbel Schumann

 

 

 

"Tätigkeiten im Rahmen von Arbeitsgelegenheiten müssen zusätzlich und im öffentlichen Interesse sein. Kommunale Pflichtaufgaben kommen dafür nicht in Betracht", erklärt Volkmar Beier, Pressesprecher der Agentur für Arbeit Oschatz. Aktuell kommen, so Beier, als Tätigkeitsfelder im "grünen und grünnahen" Bereich nur die Beseitigung wilder Müllablagerungen im öffentlichen Verkehrs- raum, die Unterstützung ehrenamtlicher Naturschutzarbeit und die Bewirtschaftung von Brachgärten in Frage. Die letzten beiden Einsatzfelder bedürfen der vorherigen Genehmigung durch die jeweilige Kammer beziehungsweise den Garten-/Landschaftsbauverband. Nicht in Frage kommen Rasen mähen und Unkrautbeseitigung.

Der Bundesrechnungshof hatte in einem Prüfbericht Ende 2010 bei den Fördervoraussetzungen von Arbeitsgelegenheiten gefordert, einen strengeren Maßstab anzulegen. Das zielt im Kern darauf ab, die Wettbewerbsneutralität zu wahren, erklärt der Pressesprecher.

Was aber geschieht zum Beispiel mit den angelegten Rosenbeeten und Sträuchern entlang der in den letzten Jahrzehnten sanierten Dorfstraßen oder an Plätzen, wenn die Mitarbeiter der Bauhöfe die Arbeit allein nicht schaffen?

Ein Beispiel, das Schule machen sollte, ist in Ablaß zu finden. Vor vier Jahren hat sich Günther Heidrich eines Teiles der Anlage am Ablasser Dorfteich angenommen. "Die Gemeinde hatte damals keine Leute. Unkraut wuchs in den Pflanzringen unmittelbar an der Straße", erinnert sich der Senior. Seine Nachbarin hatte aus dem Urlaub verschiedenen Blumensamen mitgebracht. Den hatte der Hobbygärtner ausgesät. Aus den meisten Samenkörnern waren Pflanzen gewachsen. Zu viele, für den eigenen Bedarf. "Das brachte mich auf die Idee, einen Teil davon am Teich zu pflanzen. Seit vier Jahren kümmere ich mich um die Blumen hier", sagt der 73-Jährige. Wenn es zu trocken ist, dann gießt der Senior mit Wasser aus dem Teich die Pflanzen. Wächst Unkraut, dann wird auch das gezupft. "Es wäre doch schade, wenn die schöne Anlage verkommen würde", erklärt er.

Grünanlagen wurden auch bei der Sanierung der Kemmlitzer Dorfstraße angelegt. Rosen und Ziersträucher wuchsen darauf, zuletzt aber auch Unkraut. Seit einigen Tagen ist die Anlage zwar gemäht, aber der Großteil der einst gepflanzten Blumen und Sträucher ist entfernt worden. Damit ist die Grünanlage "pflegeleichter" geworden.

"Wir sind mit unseren zehn Mitarbeitern im Bauhof darum bemüht, unsere Anlagen in einem ordentlichen Zustand zu halten. Ziel ist, den Aufwand für die Pflege so minimal wie möglich zu halten", erklärt Rita Schmidt von der Mügelner Stadtverwaltung. Rosenstöcke zu verschneiden und zu pflegen sei beispielsweise mit einem höheren Aufwand verbunden, als das Mähen einer Fläche, wobei noch dazu moderne Technik eingesetzt werden kann. "Die Entscheidung in Kemmlitz ist uns nicht leicht gefallen. Wir haben lange überlegt, was wir machen", erklärt Rita Schmidt. Über Beispiele wie in Ablaß, wo sich Bürger bei der Pflege einbringen, freut sich die Stadtangestellte und würde sich weitere solcher Patenschaften wünschen. Eine Patenschaft, mit der vielleicht der Wettbewerb "Farbe in die Stadt" um die Kategorie "Öffentliche Anlage in Patenschaft" erweitert werden könnte?

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