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Oschatz Bodenständige experimentierfreudige Küche
Region Oschatz Bodenständige experimentierfreudige Küche
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17:11 30.03.2012
Oschatz

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Von Axel Kaminski

Der Name des Lokals erleichtert vielleicht, es zu finden. Ansonsten versucht der Wirt nicht, krampfhaft Bezüge zu Kirche, Kloster oder Mönchen an den Haaren herbeizuziehen. Klosterbier oder Mönchsuppe gibt es hier nicht.

"Unser Kapital sind unsere Stammgäste", betont der Wirt. "Es gibt Leute, die seit knapp neun Jahren, seitdem wir die Klosterklause bewirtschaften, regelmäßig zum Essen kommen." Dazu muss man schon eine Menge richtig machen. "Wir legen Wert auf eine bodenständige Küche, in der frische Zutaten verwendet werden", nennt Jan Weise sein Rezept. Tiefkühlkost komme in der Klosterklause nicht auf den Teller. Ausnahme seien Fritten. "Die Gäste möchten das gelegentlich als Beilage."

In der Gastronomie zu arbeiten und ein Restaurant zu führen, bedeutet für Jan Weise viel zu lernen und zu trainieren. "Als wir in der Klosterklause angefangen haben, waren die Schnitzel die Renner auf der Speisekarte. Dort werden sie auch immer zu finden sein. Mittlerweile sind unsere Gäste bei den argentinischen Rumpsteaks auf den Geschmack gekommen."

Ein Grund sei sicherlich, dass das Verhältnis von Qualität und Preis stimme. Aber das müsse man auch üben. Das beginne nicht erst in der Küche, sondern schon dabei, beim Einkauf die richtige Qualität zu erkennen. "In der Gastronomie lernt man nie aus", betont der Wirt. "Da ist es gut, dass viele unserer Stammgäste ebenso experimentierfreudig sind wie wir. Ein neues Gericht oder eine neue Nuance probieren sie schon mal aus und geben uns dann eine ehrliche Rückmeldung."

Wichtig sei ihm besonders, dass die Qualität der Essen und ihr Aussehen nicht nur beim normalen Tagesgeschäft die Gäste zufrieden stellen. "Das muss zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten bei voll besetzter Gaststube genauso funktionieren", umreißt Jan Weise seinen Anspruch.

Das Lernen passiert jedoch nicht nur in der Küche der Klosterklause, sondern auch am freien Tag und im Urlaub. "Montags, wenn hier zu ist, kochen wir ganz konsequent nicht für uns selbst", sagt Ina Werner. "Wir gehen dann essen, schauen uns an, was in anderen Gaststätten auf den Tisch kommt." Im Urlaub habe man sich schon einiges abgeguckt, zum Beispiel die Garnelen in Knoblauch. Die haben die beiden auf Mallorca entdeckt und von dort gleich das passende Geschirr zu diesem Gericht mitgebracht.

Zu lernen gibt es auch bei den Getränken eine Menge. "Im Vergleich zu jener Zeit, als wir hier angefangen haben, trinken unsere Gäste jetzt wesentlich öfter Wein. Dazu wollen sie vom Wirt natürlich etwas wissen und den zu ihrem Essen passenden Wein empfohlen haben", erläutert Jan Weise.

"Unsere Gaststätte ist ziemlich klein, und neben Ina und mir ist hier nur noch Koch Roy Schönig angestellt. Als Wirt halte ich hier jeden Tag mein Gesicht hin und will das eigentlich noch lange durchhalten. Deshalb gibt es bei uns einen Ruhetag, und die Öffnungszeiten sind so, wie sie sind", erklärt Jan Weise. Sohn Hanjo helfe gelegentlich mit großem Elan in der Küche aus. Die gemeinsame Freizeit ist bei dieser Arbeit zwar knapp, aber wertvoll.

"Die Versuchung, selbst zweimal am Tag warm zu essen, ist groß. Aber wir mögen auch mal Brot mit Wurst und Käse", erzählt Ina Werner von den eigenen kulinarischen Vorlieben. Natürlich ist das argentinische Rumpsteak nicht nur bei den Gästen der Klosterklause sehr beliebt...

Wir legen Wert auf eine bodenständige Küche, in der frische Zutaten verwendet werden.

Jan Weise

Wirt

... sich motivieren, jeden Tag 150 Prozent zu geben, um eine gleichbleibend hohe Qualität zu liefern.

... sie wissen, dass es hier immer gut schmeckt.

...sind ohne Zweifel die argentinischen Rumpsteaks sowie frischer norwegischer Lachs in verschiedenen Variationen.

...schon über Jahrzehnte die Klosterklause, die sich allerdings auch eine ganze Weile als Weinstube vermarktete.

...in Südtirol und Spanien. Natürlich schaue ich mir mit Interesse an, was dort auf den Teller kommt, genieße aber vor allem die entspanntere Lebensart.

Klosterklause

Frongasse 6

04758 Oschatz

Telefon: 03435/621240

Fax: 03435/660589

e-Mail: klause_weise@web.de

Öffnungszeiten:

Montag geschlossen

Dienstag bis Freitag:

11 bis 13.30 Uhr und 18 bis 22 Uhr

Sonnabends: 18 bis 22 Uhr

Sonntags:

11.30 bis 14 Uhr und 18 bis 21 Uhr Kapazität:

Gaststube: 43 Plätze

Terrasse: 23 Plätze

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