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Böses Halligalli in Kleinpelsener Disco: Oschatzer verliert einen Schneidezahn

Prozess am Amtsgericht Böses Halligalli in Kleinpelsener Disco: Oschatzer verliert einen Schneidezahn

Ein Discogast geht an die Bar, um für sich und seine Freunde Getränke zu holen. Die Gläser gehen aber zu Bruch und dem Mann fehlt nach der erfolglosen Versorgungsrunde ein Schneidezahn. Ein blaues Auge hat er ebenfalls. Körperverletzung lautete nun die Anklage gegen einen 22-jährigen Döbelner, der den Gast der Disco Halli Galli den Zahn ausgeschlagen haben soll.

Körperverletzung lautete nun die Anklage gegen einen 22-jährigen Döbelner, der den Gast der Disco Halli Galli den Zahn ausgeschlagen haben soll.

Quelle: Dirk Wurzel

Döbeln/Kleinpelsen. Tüchtiges Halligalli gab es in den frühen Morgenstunden des 28. Februars in der gleichnamigen Kleinpelsener Disco. Schmerzhaftes und unangenehmes Halligalli für einen der Discobesucher: Zahn raus und Auge blau. Verursacht durch Faustschläge, die ein 22-jähriger Döbelner dem jungen Mann versetzt habe, wie es im Anklagesatz der Staatsanwaltschaft Chemnitz heißt. Der Döbelner habe den Oschatzer geschlagen, weil dieser aus Versehen im Gedränge mit einem Getränkeglas geschweppert habe, wobei der Döbelner etwas vom flüssigen Inhalt eines der Gläser abbekam, die der 25-Jährige in den Händen hielt. Nach den Schlägen auf der Treppe sei der 22-Jährige erneut auf den Mann losgegangen, den er zuvor attackiert habe.

Schutzbehauptung Notwehr

„Es ist schon ärgerlich und macht einen schlechten Eindruck, wenn man mit einer jungen Frau flirtet und ein Getränk übergeschüttet bekommt. Einen noch schlechteren Eindruck macht allerdings, wenn man so reagiert, wie Sie reagiert haben“, sagte Richterin Magdalena Richter, die den Döbelner wegen zweifacher Körperverletzung zu sieben Monaten Haft mit Bewährung verurteilte. Zudem soll er 1000 Euro Schmerzensgeld an den Geschädigten zahlen. Der hatte viel Rennerei wegen des ausgeschlagenen Zahnes. Und vor allem Kosten. Denn die Behandlung zahlte er zunächst selbst.

Die Richterin glaubte den Zeugen, die allesamt ausgesagt hatten, dass der Angeklagte zuerst losschlug. Die Angaben des Döbelners wertete sie als Schutzbehauptung, was ein schöneres Wort für Lüge ist. Aber Angeklagte dürfen vor Gericht lügen. Keiner muss sich selbst belasten. Der junge Mann hatte versucht, sich auf Notwehr herauszureden. Der Mann mit den Getränkegläsern habe den ersten Schlag geführt. „Ich war im Gespräch mit meiner Bekannte, da bekam ich das Getränk ab. Ich stellte ihn zur Rede, er zuckte mit den Schultern und seine Schwester hat mich von der Seite angemacht. Er hat mich zuerst geschlagen“, sagte der Angeklagte. Den zweiten Angriff räumte er ein. „Ich habe mich gewundert, weshalb er die Polizei gerufen hat, um einen Anzeige zu machen, wo er doch zuerst zugeschlagen hatte.“

Einschlägige Vorstrafen

Nachdem, was die Zeugen schilderten, kann der Geschädigte gar nicht als Erster losgehauen haben. Er hielt in jeder Hand ein Getränkeglas. „Durch seine vorherigen Verurteilungen wusste der Angeklagte, dass es bei Körperverletzung darauf ankommt, wer den ersten Schlag führt“, erklärte Rechtsanwältin Martina Huhn, weshalb sie als Vertreterin der Nebenklage die Angaben des Angeklagten ebenfalls für Schutzbehauptungen hielt. Der Mann fiel bereits als Jugendlicher mit Körperverletzung auf, allerdings sah die Staatsanwaltschaft von der Verfolgung ab. Zuletzt hatte ihn das Amtsgericht Dresden wegen dieses Vergehens zu einer Geldstrafe verurteilt. Im August vergangenen Jahres kam er im Amtsgericht Döbeln um eine Strafe herum, weil das Gericht das Verfahren einstellte. In diesem lag dem 22-Jährigen und zwei weiteren jungen Männern zur Last, in der Silvesternacht 2014 vor den Döbelner Kneipen Kimmy Dolly und Prinz Albert Inn randaliert und den Wirt einer dieser Wirtschaften geschlagen zu haben.

Von Dirk Wurzel

Kleinpelsen 51.2082083 12.986682
Kleinpelsen
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