Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Böses Halligalli in Kleinpelsener Disco: Oschatzer verliert einen Schneidezahn
Region Oschatz Böses Halligalli in Kleinpelsener Disco: Oschatzer verliert einen Schneidezahn
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:28 29.09.2016
Körperverletzung lautete nun die Anklage gegen einen 22-jährigen Döbelner, der den Gast der Disco Halli Galli den Zahn ausgeschlagen haben soll. Quelle: Archiv
Anzeige
Döbeln/Kleinpelsen

Tüchtiges Halligalli gab es in den frühen Morgenstunden des 28. Februars in der gleichnamigen Kleinpelsener Disco. Schmerzhaftes und unangenehmes Halligalli für einen der Discobesucher: Zahn raus und Auge blau. Verursacht durch Faustschläge, die ein 22-jähriger Döbelner dem jungen Mann versetzt habe, wie es im Anklagesatz der Staatsanwaltschaft Chemnitz heißt. Der Döbelner habe den Oschatzer geschlagen, weil dieser aus Versehen im Gedränge mit einem Getränkeglas geschweppert habe, wobei der Döbelner etwas vom flüssigen Inhalt eines der Gläser abbekam, die der 25-Jährige in den Händen hielt. Nach den Schlägen auf der Treppe sei der 22-Jährige erneut auf den Mann losgegangen, den er zuvor attackiert habe.

Schutzbehauptung Notwehr

„Es ist schon ärgerlich und macht einen schlechten Eindruck, wenn man mit einer jungen Frau flirtet und ein Getränk übergeschüttet bekommt. Einen noch schlechteren Eindruck macht allerdings, wenn man so reagiert, wie Sie reagiert haben“, sagte Richterin Magdalena Richter, die den Döbelner wegen zweifacher Körperverletzung zu sieben Monaten Haft mit Bewährung verurteilte. Zudem soll er 1000 Euro Schmerzensgeld an den Geschädigten zahlen. Der hatte viel Rennerei wegen des ausgeschlagenen Zahnes. Und vor allem Kosten. Denn die Behandlung zahlte er zunächst selbst.

Die Richterin glaubte den Zeugen, die allesamt ausgesagt hatten, dass der Angeklagte zuerst losschlug. Die Angaben des Döbelners wertete sie als Schutzbehauptung, was ein schöneres Wort für Lüge ist. Aber Angeklagte dürfen vor Gericht lügen. Keiner muss sich selbst belasten. Der junge Mann hatte versucht, sich auf Notwehr herauszureden. Der Mann mit den Getränkegläsern habe den ersten Schlag geführt. „Ich war im Gespräch mit meiner Bekannte, da bekam ich das Getränk ab. Ich stellte ihn zur Rede, er zuckte mit den Schultern und seine Schwester hat mich von der Seite angemacht. Er hat mich zuerst geschlagen“, sagte der Angeklagte. Den zweiten Angriff räumte er ein. „Ich habe mich gewundert, weshalb er die Polizei gerufen hat, um einen Anzeige zu machen, wo er doch zuerst zugeschlagen hatte.“

Einschlägige Vorstrafen

Nachdem, was die Zeugen schilderten, kann der Geschädigte gar nicht als Erster losgehauen haben. Er hielt in jeder Hand ein Getränkeglas. „Durch seine vorherigen Verurteilungen wusste der Angeklagte, dass es bei Körperverletzung darauf ankommt, wer den ersten Schlag führt“, erklärte Rechtsanwältin Martina Huhn, weshalb sie als Vertreterin der Nebenklage die Angaben des Angeklagten ebenfalls für Schutzbehauptungen hielt. Der Mann fiel bereits als Jugendlicher mit Körperverletzung auf, allerdings sah die Staatsanwaltschaft von der Verfolgung ab. Zuletzt hatte ihn das Amtsgericht Dresden wegen dieses Vergehens zu einer Geldstrafe verurteilt. Im August vergangenen Jahres kam er im Amtsgericht Döbeln um eine Strafe herum, weil das Gericht das Verfahren einstellte. In diesem lag dem 22-Jährigen und zwei weiteren jungen Männern zur Last, in der Silvesternacht 2014 vor den Döbelner Kneipen Kimmy Dolly und Prinz Albert Inn randaliert und den Wirt einer dieser Wirtschaften geschlagen zu haben.

Von Dirk Wurzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Waldbrandüberwachung im Landkreis Nordsachsen wird mit Geld von der Europäischen Union und dem Land verbessert. Unter anderem solle noch in diesem Jahr ein neuer Feuerwachturm in der Nähe von Roitzsch errichtet werden. Mit fünf Kameras wird in Nordsachsen eine Waldfläche von 43 000 Hektar überwacht.

02.10.2016

Die Merkwitzer stöhnen unter dem Schwerlastverkehr, der durch ihren Ort rollt. Anwohner beklagen die Lärmbelastung und Erschütterungen, die zu Gebäudeschäden führen können. Die Stadt Oschatz will jetzt mit dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr über diese Problematik verhandeln.

29.09.2016

Der Dachdeckerbetrieb Korn wurde bereits 1896 gegründet. Henry Korn, der Ururenkel des Firmengründers, führt den Betrieb nunmehr seit dem Jahr 2010 erfolgreich und freut sich über die Auszeichnung als Unternehmer des Jahres 2016. Das Preisgeld stiftet Henry Korn für gemeinnützige Zwecke.

28.09.2016
Anzeige