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Oschatz Brand in Oschatzer Garküche: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter
Region Oschatz Brand in Oschatzer Garküche: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter
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00:38 19.10.2015
14. Juni 2015: Im Obergeschoss kann die Oschatzer Feuerwehr den Brand in der ehemaligen Garküche stoppen, bevor der aufs Dach übergreift. Quelle: Dirk Hunger
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Oschatz

Seitdem wedelt das Polizeiabsperrband an der Fassade im Wind. Die Staatsanwaltschaft Leipzig ermittelt. Bisher wird davon ausgegangen, dass das Feuer mutmaßlich gelegt wurde. „Schwere Brandstiftung“ lautet der Tatvorwurf. Gefasst wurde bisher noch niemand. „Einzelheiten hierzu und zum mutmaßlichen Tatgeschehen können im Hinblick auf die laufenden Ermittlungen noch nicht mitgeteilt werden“, begründet Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz.

Die Fenster, teilweise mit in der Hitze geborstenen Scheiben stehen dieser Tage sperrangelweit offen, an deren Rahmen sind die Kriechspuren des Rußes deutlich zu sehen. Und drinnen krallt sich noch immer der Gestank von kaltem Rauch an die angekokelten Wände. Von der Decke schälen sich die Paneele wie vertrocknete Schuppen. „Hier ist nichts mehr zu gebrauchen“, fasst Djurdjevic zusammen, der das Grundstück vor vier Jahren gekauft hatte und Stück für Stück wieder herrichten wollte – als Wohnhaus und Alterssitz für die sechsköpfige Familie. Eigentlich stand die Restaurierung der Hausfront auf dem Plan. Nun geht alles wieder von vorn los. „Was soll ich machen“, sagt der gebürtige Kroate, der 1968 im Alter von sechs Jahren nach Deutschland kam und 25 Jahre in Holland gelebt und gearbeitet hat.

Im Internet war er auf das altehrwürdige Haus mit der wechselvollen Geschichte aufmerksam geworden. Seit 1616 existiert dieses im Oschatzer Weberviertel, dass bis 1842 mehreren Tuchmachern gehörte. In Folge wurde es als Fleischerei und Restaurant genutzt. Die „Garküche“ existierte bis kurz nach der Wende. „20 Jahre stand das Haus leer“, sagt Djurdjevic. Eine Ruine, die vor sich hin vegetierte. „Die Nachbarn waren froh, dass das Grundstück wieder in Ordnung gebracht wird“, fügt der 53-Jährige an.

In der ersten Etage hatte sich die Familie vor dem Brand schon eingerichtet. „Ich verstehe die Menschen nicht, die so etwas tun“, ist Djurdjevic noch immer fassungslos. „Ich habe mein ganzes Leben lang hart gearbeitet und meine Ersparnisse in das Haus gesteckt.“

In jener Juni-Nacht wurden an mehreren Stellen im Haus Feuer gelegt. Über zwei Etagen breiteten sich die Flammen aus, bis das Großaufgebot der Feuerwehr den Brand unter Kontrolle hatte. Dass Brandstifter am Werk waren bestätigte die Polizei schon damals. „Die wussten, dass wir nicht da waren“, ist sich der Kroate mit niederländischer Staatsbürgerschaft sicher. „Ich mache mir Sorgen, dass es wieder passiert. Mein Sohn will nicht zurück“, spricht Djurdjevic offen und fühlt sich an die Bürgerkriegszustände im ehemaligen Jugoslawien erinnert.

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