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Oschatz Brandruine Forsthaus im Oschatzer Stadtteil Fliegerhorst wird zwangsversteigert
Region Oschatz Brandruine Forsthaus im Oschatzer Stadtteil Fliegerhorst wird zwangsversteigert
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15:00 12.02.2019
In der Nacht zum 26. Mai 2010 ging die Gaststätte Forsthaus in Flammen auf, die von Feuerwehrmännern bekämpft wurden. Heute liegen die verkohlten Reste des Fertigteilhauses noch immer auf dem Gelände im Fliegerhorst. Quelle: Fotos: Frank Hörügel/Dirk Hunger (Archiv)
Oschatz/Fliegerhorst

Die Flammen fraßen sich in Windeseile durch die Wände und legten das in Holzständerbauweise errichtete Haus innerhalb kurzer Zeit in Schutt und Asche. In den frühen Morgenstunden des 26. Mai 2010 brannte die Gaststätte „Neues Forsthaus“ mit ihrer Bowlingbahn im Oschatzer Stadtteil Fliegerhorst völlig aus. Das ist jetzt knapp neun Jahre her. Auf dem Grundstück liegen immer noch verkohlte Reste der Brandruine. Und wer hier gezündelt hat, steht auch noch nicht fest. Doch immerhin gibt es jetzt einen Hoffnungsschimmer: Die Sparkasse Leipzig als Gläubiger des Objektes nimmt einen zweiten Anlauf für eine Zwangsversteigerung des Grundstückes.

Eine unheimliche Brandserie hielt damals die Einwohner

Ein verschmorter Bierkasten vom Forsthaus Oschatz. Quelle: Frank Hörügel

von Oschatz in Atem. Anfang Mai 2010 fackelte das Gemeindehaus der Zeugen Jehovas teilweise ab. Und einige Tage später – in der Nacht zum 26. Mai – hetzten die Feuerwehrleute von einem Brand zum anderen: Eine Laube, ein Moped, ein Auto und schließlich die Gaststätte im Fliegerhorst gingen in Flammen auf. Schnell war klar, dass auch am Forsthaus gezündelt worden war. Die Brandstifter konnten jedoch nicht gefasst werden, die Staatsanwaltschaft hat das Ermittlungsverfahren mittlerweile eingestellt.

Versicherung zahlt nicht

Die Versicherung hat den Schaden bis heute nicht beglichen. Begründung: Der Brand sei von den Gastronomen selbst oder in deren Auftrag gelegt worden. In dem Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft wurden für diese Behauptung jedoch keine Anhaltspunkte gefunden.

Der damalige Gaststätten-Betreiber Swen Radtke und seine Lebensgefährtin Ines Hofmann blieben auf einem Schuldenberg von über 200 000 Euros sitzen. Ihr Anwalt kündigte zwar an, gegen die Versicherung zu klagen. Doch das sei dann doch nicht erfolgt, sagte Swen Radtke jetzt auf OAZ-Anfrage.

Sparkasse Leipzig ist Gläubiger

Das Darlehen für den Bau der Gaststätte im Jahr 2000 bewilligte damals die Sparkasse, die sich das Darlehen mit einem Grundpfandrecht im Grundbuch absichern ließ und nun zu den Gläubigern gehört. „Seit mehreren Jahren bemühen wir uns um die Verwertung des Grundstückes“, teilt Pressesprecherin Barbara Bauer von der Sparkasse Leipzig auf OAZ-Anfrage mit. Immer wieder habe es Verhandlungen mit Interessenten gegeben mit dem Ziel, das Grundstück zu verkaufen. Doch bisher habe das nicht geklappt. „Deshalb haben wir schlussendlich die Zwangsversteigerung des Objektes beantragt“, so Bauer. Ein erster Termin habe bereits im Mai 2018 stattgefunden. Doch dabei sei kein wirtschaftlich akzeptables Angebot abgegeben worden. Für den 5. Juni dieses Jahres wurde nun ein zweiter Versteigerungstermin am Amtsgericht Leipzig angesetzt. „Aktuell vermarkten wir das Grundstück zu einem Angebotspreis von 25 000 Euro“, so die Pressesprecherin.

Verkehrswert: ein Euro

Als Sachverständiger für Immobilienbewertungen hat Christoph Herzog aus Torgau für das Amtsgericht in Leipzig den Verkehrswert des 2539 Quadratmeter großen Grundstücks ermittelt. Er setzt den Bodenwert des Grundstückes mit 50 780 Euro an. Die Kosten für die Beräumung des Geländes von den Rückständen der Brandruine würden nach seiner Schätzung über dem Bodenwert liegen. Er veranschlagt deshalb einen symbolischen Verkehrswert von einem Euro für die Zwangsversteigerung.

Von frank hörügel

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