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Oschatz Briefkästen mit viel Schnörkel und Verzierungen
Region Oschatz Briefkästen mit viel Schnörkel und Verzierungen
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14:58 16.06.2014
Verzierungen waren am Postbriefkasten angebracht. Quelle: Privat

Zwischen der Tür und dem Fenster befanden sich das Kaiserliche Postschild und der dazugehörige Briefkasten. Die Zustellung erstreckte sich auch auf Leuben. Der Gasthof befand sich an der Kreuzung Haupt-/Mügelner Straße am westlichen Ortsausgang von Naundorf.

Um 1892 übernahm Meta Wittig, geboren am 6. Februar 1874 die Kaiserliche Deutsche Postagentur. Ihr Vorgänger war scheinbar Karl Ehregott Wittig, geboren am 5. Oktober 1836, gestorben am 22. Februar 1899, der Uropa von Frau Voigt. Die damaligen zwei Naundorfer Landbriefträger brachten die Post auch in die umliegenden Orte, zum Beispiel nach Casabra, Hohenwussen, Gastewitz, Lonnewitzer Tonwerke, Stennschütz, Kreina, Zeicha und Leuben, bis diese eigene Poststellen erhielten. Als erster Postbote taucht 1895 Ernst Knötzsch auf.

Der Ort hatte etwa 540 Einwohner. Gleichzeitig wurde durch die Kaiserliche Deutsche Reichspost ein weiterer blauer Briefkasten am Haus angebracht. Die nunmehr zwei Briefkästen, einer im Ort und einer an der Kaiserlichen Deutschen Postagentur, zeigten viele Verzierungen und Schnörkel.

In kleineren Ortschaften waren die Posthülfstellen und Postagenturen oft Jahrzehnte in vielen älteren Gebäuden untergebracht. Das hatte einen praktischen Grund: Die Post war meist in einem Wohnhaus, dessen Fassade durch diese Nutzung nicht baulich verändert wurde. Lediglich ein Postschild und ein Briefkasten wiesen auf die Eigenschaften des Hauses hin.

In der Nacht zum Mittwoch, dem 2. März 1892, wurde der 1881 angebrachte Reichspostbriefkasten in Naundorf gestohlen. Dieser befand sich in der Ortsmitte. Weder der Briefkasten noch der Inhalt wurde je gefunden. Seitdem gab es nur noch einen Briefkasten im Ort und der war immer an der Postagentur Haupt-/Mügelner Straße/Straße der Einheit. Emil Wolf heiratete 1898 Meta Wittich, er führte die Postagentur 55 Jahre weiter. Der Poststempel war ein Tagesstempel. Die Abstempelung der Briefmarke erfolgte auch oft im Zug (kleiner Bahnpoststempel). Zu dieser Zeit wurde eine wichtige Neuheit eingeführt: der Unfallmeldedienst.

Die Postagentur wurde angehalten, im Bedarfsfalle auch bei Nacht, Unfallmeldungen nach Oschatz oder Mügeln weiterzuleiten. Der Gemeinde wurde bekannt gegeben, dass nicht nur bei Bränden, Wassergefahr und Diebstahl, sondern auch bei Krankheit davon Gebrauch gemacht werden kann.

In Collm bei Oschatz trat am 1. August 1898 eine Kaiserliche Deutsche Posthülfstelle in Wirksamkeit. Als Teilnehmer an der Stadt-Fernsprecheinrichtung beim Postamt in Oschatz war nach dem Stand vom 15. November 1902 mit der Telefonnummer 40 der Gastwirt Penner aus Collm gemeldet.

Bei der Kaiserlichen Deutschen Posthülfsstelle Altoschatz wurde am 20. Mai 1900 ebenfalls eine Telegrafenanstalt mit einer öffentlichen Fernsprechstelle eröffnet. Fortsetzung folgt

Claus Schimmel

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