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Briefwahl in Oschatz sehr beliebt – Wahlleiter Manfred Schade mahnt zur Sorgfalt

Bundestagswahl Briefwahl in Oschatz sehr beliebt – Wahlleiter Manfred Schade mahnt zur Sorgfalt

Elf Tage vor der Wahl bereitet sich Oschatz auf die Abstimmungen zum Bundestag vor. Die steigende Zahl der Briefwähler beschäftigt Hauptamtsleiter Manfred Schade schon jetzt.

Der Oschatzer Wahlleiter Manfred Schade zeigt die beiden für die Briefwahl notwendigen Umschläge.

Quelle: Anton Zirk

Oschatz. Seit 27 Jahren sorgt Manfred Schade als Oschatzer Wahlleiter dafür, dass bei Abstimmungen wie der kommenden Bundestagswahl alles seine Ordnung hat. Trotz zahlreicher Vorkehrungen und Absicherungen ist sich der 57-Jährige sicher: „Auch am 24. September wird die Zählung trotz aller Vorkehrungen nicht ganz reibungslos verlaufen.“ Während bis zum Wahlsonntag noch etwas Zeit bleibt, läuft die Briefwahl bereits auf Hochtouren. „Wir hatten bereits 1180 Anträge, die Hälfte davon füllt ihren Stimmzettel sogar direkt im Rathaus aus“, sagt Schade.

In den vergangenen Jahren erfreut sich die Briefwahl immer größerer Beliebtheit. Schade berichtet: „Der Anteil derer, die am Sonntag nicht ins Wahllokal kommen wollen oder können, ist von acht auf knapp über zehn Prozent angewachsen. Ich vermute, dass die Zahl auch bei dieser Abstimmung weiter steigen wird.“ Aus diesem Grund seien vorsorglich mehr Briefwahlunterlagen bestellt worden als in den Vorjahren.

Mehr Briefwähler – mehr Fehler

Mit der Zahl der Briefwähler wächst jedoch auch die Zahl der Fehler. „Wir erleben immer wieder, dass der blaue Umschlag mit dem Stimmzettel nicht richtig verschlossen oder die eidesstattliche Erklärung mit hineingepackt wird. Damit sind diese Stimmen ungültig. Das ist ebenso unnötig wie ärgerlich“, klagt Schade, der seine Kreuzchen ebenfalls per Briefwahl übermittelt.

Gleiches gelte für zu spät abgeschickte Wahlunterlagen. „Der Bürgermeister und ich machen uns am Wahlsonntag um 17.59 Uhr auf den Weg zum Briefkasten am Rathaus. Alles, was wir bis 18 Uhr dort finden, wird gezählt.“ Auch am Montag nach der Wahl kommen in der Regel noch zehn bis 15 Stimmzettel an. Doch Ausnahmen gibt es nicht. Die verspäteten Unterlagen werden versiegelt und archiviert. Dabei spiele es keine Rolle, ob die Zustellung unerwartet lange gedauert und der Wähler den richtigen Zeitpunkt zum Abschicken verpasst hat. Schade stellt klar: „Wer die Briefwahl beantragt, muss dafür Sorge tragen, dass sein Stimmzettel und die eidesstattliche Erklärung bis 18 Uhr am Wahltag im Rathaus sind.“

Beim Abstimmen werden laut Schade nur sehr selten Fehler gemacht. „Aber wir haben in der Regel pro Wahllokal zwei bis drei Zettel, die durch einen Kommentar oder auch durch ein großes Kreuz absichtlich ungültig gemacht werden“, sagt der Wahlleiter.

Ehrenamtliche werden geschult

Doch nicht nur dem Wähler können Fehler unterlaufen. Auch die Wahlhelfer sind davor nicht gefeit, wie Schade aus seiner langjährigen Erfahrung zu berichten weiß. Vorbeugend werden die Ehrenamtlichen, die am Wahltag 50 Euro Entschädigung erhalten, eine Woche vor der Wahl gründlich geschult. 161 von ihnen sind am Wahlsonntag im Einsatz: jeweils acht in den 19 Oschatzer Wahllokalen, neun im Briefwahlvorstand. Bei Ausfällen stehen zudem 30 weitere Freiwillige auf Abruf bereit. „Ich bin sehr dankbar für die große Rückmeldung. Das ist nicht selbstverständlich“, lobt Schade den Einsatz.

Den Ernstfall, dass in einem Wahllokal plötzlich weniger als drei und somit nicht genügend Wahlhelfer zur Verfügung stehen – hofft Schade wie in den letzten 27 Jahren zu umgehen. Doch auch hier hat der Gesetztgeber vorgesorgt: „Im Zweifel könnte ein beliebiger Wähler als Wahlhelfer verpflichtet werden. Er würde das Ehrenamt dann nur durch eine Beschwerde beim Bürgermeister samt triftiger Begründung umgehen können. Aber das ist zum Glück alles nur Theorie und passiert bei unseren Vorkehrungen höchstwahrscheinlich nie“, erklärt Schade.

Von Anton Zirk

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