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Brückenschlag in Altoschatz: Neubau über den Stranggraben kostet 730 000 Euro

Baugeschehen Brückenschlag in Altoschatz: Neubau über den Stranggraben kostet 730 000 Euro

Die Tage der Natursteinbrücke über den Stranggraben in Altoschatz sind gezählt: Ein Unternehmen aus Bad Düben ist mit dem Neubau beauftragt Der Landkreis lässt sich das Unterfangen eine Menge Geld kosten. Den Löwenanteil stemmt allerdings der Freistaat Sachsen. Die Fahrbahn bleibt bis Mitte des Jahres voll gesperrt.

Bagger im Bachbett: Mit schwerer Technik befördert die Baufirma mit Schotter gefüllte Kunststoffsäcke in den Stranggraben.

Quelle: Christian Kunze

Altoschatz. Baustelle am Nadelöhr: Die Straßenbrücke über den Stranggraben, einem Nebenfluss der Döllnitz im Ortsteil Altoschatz, wird derzeit erneuert. Aufgrund dessen ist die vom Kreisverkehr abzweigende Kreisstraße am Ortseingang aus Fliegerhorst kommend voraussichtlich noch bis Juni 2017 voll gesperrt. Im Auftrag des Landratsamtes Nordsachsen ist hier die Bau- und Haustechnik mit Sitz in Bad Düben mit allen erforderlichen Leistungen beauftragt worden.

Die komplette Baumaßnahme wurde im Vorfeld öffentlich ausgeschrieben. Geplant und überwacht wird der Brückenschlag vom Ingenieurbüro Brosge aus Thallwitz (Landkreis Leipzig). Insgesamt investiert der Auftrageber für die neue Brücke 730 000 Euro. Davon sind 100 000 Euro eigene Mittel, den deutlich größeren Teil schießt der Freistaat zu.

In der vergangenen Woche wurde die bisher über den Wasserlauf führende Natursteinbogenbrücke abgerissen. Sie stammte aus dem Jahr 1860, war 4,20 Meter breit und 2,10 Meter hoch und erfüllte damit die Anforderungen an eine Kreisstraße nicht mehr, war aus der Pressestelle des Landratsamtes zu erfahren. Zuletzt war das Bauwerk auf einer 3,50 Meter breiten Fahrbahn nur noch mit zwanzig Stundenkilometern befahrbar und hielt einer Belastung von höchstens neun Tonnen stand, begründet Tom Seidler, Leiter der Pressestelle der Landkreisbehörde, die Notwendigkeit der jetzt erfolgenden Brückenerneuerung.

Die Planungen für den Neubau der Brücke begannen bereits vor knapp drei Jahren. Nach der Baugrunderkundung vor zwei Jahren musste die ursprünglich vorgesehene Variante wieder verworfen werden. Die anfangs favorisierte Lösung, eine Brücke mit Spundwänden zu errichten, konnte nicht umgesetzt werden – das hochstehende Felsgestein im Untergrund hätte dies nicht zugelassen.

Die alternative Bauweise sieht nun vor, eine Brücke auf Großbohrpfählen zu errichten. Diese werden voraussichtlich ab der kommenden Woche mit schwerer Technik in die Erde gebracht, erhalten eine Verkleidung und sind nach Bauende nicht mehr zu sehen. Zur Zeit laufen die Vorbereitungen dafür. Die Mitarbeiter Bau- und Haustechnik Bad Düben deponieren mit Gesteinsschotter gefüllte große Kunststoffsäcke (Big Bags) rund um die provisorische Verrohrung des Stranggrabens in Brückenbereich, um die Strömung zu drosseln und so einen reibungslosen Fortgang der noch bevorstehenden Bauarbeiten zu gewährleisten.

Für die Autofahrer, welche ab der zweiten Jahreshälfte die neu errichtete Brücke überqueren, wird es eine Veränderung geben. Die Fahrbahn soll auf einer Länge von 140 Metern erneuert werden. Ziel ist, dass die Straße künftig nicht mehr, wie bisher, im rechten Winkel über den Stranggaben führt, sondern in einem geringeren Winkel von knapp 50 Grad. Des weiteren wird das Flussbett erneuert. Hierfür war es notwendig, Bäume zu fällen und anderes Gehölz zu entfernen. Als Ausgleich für diese Eingriffe in die Natur sollen Ersatzpflanzungen im Bereich des nahe gelegenen Ortsteils Fliegerhorsts erfolgen, informiert Landratsamts-Pressesprecher Tom Seidler.

Von Christian Kunze

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