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Oschatz Bundesstraße 6 bleibt in Oschatz die größte Lärmschleuder
Region Oschatz Bundesstraße 6 bleibt in Oschatz die größte Lärmschleuder
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16:28 26.09.2018
Die Bundesstraße 6 verursacht in der Stadt den meisten Lärm – für Mieter und Vermieter von Anliegergebäuden ein großes Problem. Quelle: Foto: Hagen Rösner
Oschatz

Die Stadt Oschatz wird in den kommenden Jahren weiter an der Lärmbekämpfung arbeiten. Bei ihrer vergangenen Ratssitzung haben die Abgeordneten die dritte Stufe des Lärmaktionsplanes zur Kenntnis genommen und zur öffentlichen Auslegung freigegeben. Die Stadt Oschatz ist vom Gesetzgeber verpflichtet, den Lärmaktionsplan aufzustellen, um daraus den Handlungsbedarf für ein Maßnahmekonzept zu ermitteln.

Lärmaktionsplan bietet Chancen

„Der Lärmaktionsplan ist ein informelles Instrument, aus dem sich keine Rechte ableiten lassen, sondern Handlungsempfehlungen gegeben werden“, sagt Diplom-Ingenieur Markus Zahn, der den Oschatzer Lärmaktionsplan schon seit fünf Jahren bearbeitet. Er sieht unter anderem Kollisionen in der Zuständigkeit. „Die Stadt Oschatz erstellt auf der einen Seite den Plan, hat aber auf der anderen Seite keinen Einfluss auf bauliche Maßnahmen wie beispielsweise auf der Bundesstraße 6, sondern kann bei bestimmten Maßnahmen nur Hinweise geben“, so Zahn. Er fügt aber auch an: „Der Lärmaktionsplan sollt nicht als Zwangsmaßnahme gesehen werden, sondern auch als Chance, um etwas zu verändern.“

Lärmschutz wird in Oschatz auch über die städtebaulichen Sanierungskonzepte realisiert. Quelle: Hagen Rösner

In der Vergangenheit hatte es in Oschatz schon umfangreiche Lärmuntersuchungen gegeben, jetzt folgt die dritte Stufe des Lärmaktionsplanes. Vor fünf Jahren standen sowohl der Verkehrslärm der Bundesstraße 6 sowie der Eisenbahnlinie Leipzig/Dresden im Stadtgebiet im Fokus. Jetzt steht nur noch die Bundesstraße 6 im Blickpunkt, weil die Eisenbahnlärmminderung nicht mehr in kommunaler Hand liegt. Dafür ist jetzt das Eisenbahnbundesamt zuständig.

13 000 bis 14 000 Fahrzeuge pro Tag in Oschatz

Die Grundlagen für den Plan sind aber keine Lärmmessungen, sondern Lärmberechnungen, die auf der Verkehrsstärke von 13000 bis 14 000 Fahrzeugen pro Tag auf der Ortsdurchfahrt der Bundesstraße 6 basieren. „Das ist schon eine hohe Verkehrsstärke im Vergleich zu Städten einer ähnlichen Größenordnung“, schätzt Zahn ein.

Für Oschatz gibt es eine Lärmrasterkarte, bei der die Lärmbelastung der einzelnen Anliegergebäude dargestellt sind. „Hier liegen in allen Lärmkategorien Lärmbelastungen vor“, so der Experte. Entscheidend ist der Lärmpegel von 55 Dezibel, der als Auslösewert für Lärmschutzmaßnahmen angesehen wird. So gibt es in Oschatz einzelne Gebäude, die im Lärmpegel von über 75 Dezibel liegen.

Auch andere Lärmschwerpunkte in Oschatz

„Die Schwerpunkte der Lärmminderung liegen im Bereich Leipziger Straße, Promenade, Brückenstraße, Dresdener Straße. Alle anderen Hauptstraßen sind nicht mit betrachtet worden. Wohl wissend, dass es auch dort Probleme mit Lärm gibt“, so Zahn.

Das Fazit lautet: Es gibt nach wie vor Gebiete in der Stadt mit zu lautem Lärm, wo Gegenmaßnahmen erforderlich sind. Hier ist jetzt die Verwaltung gefragt, aktiv zu werden. Zum Beispiel mit einer lärmschutzgerechten Stadtentwicklung, Geschwindigkeitsbegrenzungen oder auch dem Einbau von lärmmindernden Straßenbelägen. Allerdings hat die Stadt bei der Mehrzahl der Maßnahmen keinen Einfluss auf Baulastträger oder Verkehrsbehörde.

Von Hagen Rösner

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