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Bundeswehroffizier berichtet über Afgahnistaneinsatz

Bundeswehroffizier berichtet über Afgahnistaneinsatz

Oschatz (GL)  Temperaturunterschiede von maximal plus 51 Grad bis minus 27 Grad Celsius, Sandstürme, eine rund 20 Kilo schwere Ausrüstung, unwegsames Gelände, "Monster"-Spinnen in den Wohncontainern, die einen halben Meter hoch springen und beißen - und dann ist da noch die allgegenwärtige Angst.

Der Einsatz von Bundeswehrsoldaten und -soldatinnen in Afghanistan birgt immer und überall Gefahren. Priorität jedoch hat die Mission: Das Land von den Taliban, der radikalen islamischen Miliz zu befreien, Aufbauhilfe zu leisten und das Leben der Einheimischen lebenswerter zu gestalten.

Das erfuhren die Gäste am Dienstagabend im Thomas-Müntzer-Haus. Aus dem "St.-Aegidienblick"-Raum entführte Stefan Quandt die Anwesenden per Vortrag und Beamer nach Afghanistan.

Der Bundeswehroffizier, Diplom-Volkswirt und Mitglied im Bundesfachausschuss für Außen-, Sicherheits- und Europapolitik, kennt das Land unter anderem als Hubschrauberpilot der dortigen Bundeswehr-Militärpolizei, wie er sagte. Und der nächste Einsatz stehe unmittelbar bevor - im Hindukusch im Nordosten Afghanistans.

Aufmerksam folgten die Anwesenden den Berichten von Stefan Quandt, der auf Einladung des CDU-Stadtverbandes wiederholt nach Oschatz kam.

Um überhaupt eine Vorstellung zu vermitteln, was es heiß, nach Afghanistan zu gehen, verglich der Bundeswehroffizier das Land mit dem Deutschland in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Mit der Machtübernahme durch die Taliban im Jahr 1990 wurde "das Land zurück in die 'Steinzeit' gebombt", so Quandt.

Er sprach über die geografischen Gegebenheiten, über die Historie des Landes, die Kultur, die militärische Situation, und darüber, dass ein Konvoi für etwa 35 Kilometer, "wenn es gut geht, fünf Stunden braucht". Übrigens: Auf einem Quadratkilometer lebten 43 Einwohner, in Deutschland auf der gleichen Flächengröße 230.

Den Menschen in diesem Land müssten die einfachsten Dinge erklärt werden. "Wenn wir zum Beispiel eine Schule bauen würden, würde jeder denken: Das ist eine gut Tat. Ist es nicht, denn es würde niemand zur Schule gehen. Bildung ist nicht erwünscht. Man könnte ja etwas beim Dorfältesten erfragen oder nachhaken. Das aber wird nicht geduldet", machte der 27-jährige gebürtige Torgauer, der auch Vorstandsmitglied der Jungen Union in Nordsachsen ist, deutlich.

Das sehe in der Landwirtschaft anders aus, da würden die Kinder gebraucht. "50 Prozent des Bruttoinlandproduktes geht auf den Anbau von Rohopium zurück", so Quandt. Geliefert werde das in die ganze Welt. Auch in die Türkei und von dort unter anderem nach Deutschland. "Aber das Problem ist nicht der Anbau, sondern der Absatz. So lange es Abnehmer für Rohopium gibt, so lange wird es angebaut, und zwar immer mehr, vor allem im Norden Afghanistans."

Nicht nur dieses Land sei mit Problemen behaftet. "Es geht um die gesamte Region." Damit meinte der Referent die sechs angrenzenden Länder: China, Iran, Pakistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan. Allein die Tatsachen, dass Iran Nuklearforschung betreibt und mit Pakistan der Schmuggel blüht", lasse erahnen, wie groß die Schwierigkeiten seien. "Dabei ist Afghanistan nicht nur landschaftlich wunderschön, sondern ebenso reich an Bodenschätzen." Dafür gebe es "Interessenten", aber das Land dürfe nicht ausgesaugt werden. Um sich positiv entwickeln zu können, brauchten die Menschen ihre natürlichen Ressourcen.

Weitere Infos unter www.stefan-quandt.de

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