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Buntes Spektakel an der Döllnitz: Mahliser feiern zum letzten Mal Ritterfest

20. Auflage Buntes Spektakel an der Döllnitz: Mahliser feiern zum letzten Mal Ritterfest

In die Zeit der Ritter und ihrer Spiele ging es am Wochenende in Mahlis. Dort stand das vorerst letzte Ritterfest auf dem Programm und glänzte mit viel Einfallsreichtum. Neben dem Seilziehen und Wettbewerb „Schönste Rittermannschaft“ mussten sich die Mannschaften den Disziplinen Biathlon, Rodeln, Schneeballschlacht und Eisschnelllauf stellen.

 Im Duell beim Parcours durch die Reifen: „Die Gestrandeten“ (l.) und die „Mügelner Amazonen“.
 

Quelle: Axel Kaminski

Mahlis.  Zum Ende haben sie noch einmal alles gegeben: Die Organisatoren brannten ein Feuerwerk an Ideen ab. „Winterspiele hatten wir noch nicht“, sagte Mitorganisatorin Sibylle Melzer. Neben dem schon traditionellen Seilziehen und dem Wettbewerb „Schönste Rittermannschaft“ mussten sich die sechs Mannschaften beim Ritterfest in Mahlis am Sonnabend den Disziplinen Biathlon, Rodeln, Schneeballschlacht und Eisschnelllauf stellen.

Eisschnelllauf mal anders

Wer 162 Meter Meereshöhe – davon eineinhalb Meter über dem Döllnitzspiegel – und 20 Grad Celsius für ungeeignete Voraussetzungen hält, kennt den Ort, seine Leute und deren Einfallsreichtum nicht. Der erste Wettkampf hatte nichts mit den Kufenflitzern auf dem Eisoval zu tun – woher soll an der Döllnitz auch ein Oval kommen – , sondern war ein Eis-Schnelllauf, bei dem viel Schweiß und fast so viel Eis schmolz. Die Ritter mussten eine Hürde überspringen, ein Kriechhindernis durchqueren, über eine Wippe rennen, von Reifen zu Reifen hüpfen, die Wendemarke umrunden und das Ganze in umgekehrter Reihenfolge zum Start noch einmal bewältigen.

Als Staffelstab diente eine Eiswaffel mit einer Kugel Eis darin. Was die letzten Läufer der Mannschaften ins Ziel brachten, hatte damit meist nur wenig Ähnlichkeit. Besondere Herausforderungen hatten die ersten Starter der Mannschaften, von denen jeweils zwei gleichzeitig zum Wettbewerb gerufen wurden, zu meistern. Sie kamen oft gleichzeitig mit ihren direkten Kontrahenten an der Wippe an und mussten diese dann im Duett überqueren.

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Ein buntes Spektakel ging am Wochenende in mahlis über die Bühne. Dort wurde ein Ritterfest gefeiert – mit vielen witzigen Disziplinen.

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Ein Beispiel für die Kreativität der Organisatoren und den großen Aufwand, den sie in die Vorbereitung dieses Festes steckten, war die Bobfahrt. Eine Strecke mussten sie zwar nicht bauen, da es von der Döllnitzbrücke zur Wiese hinter dem Bahnhof einen gewaltigen Hang gibt. Aber ein passendes Sportgerät gibt es nicht im Handel. Deshalb gab es einen Eigenbau mit Badewanne als „Fahrgastzelle“ für drei Mitfahrer. Die Anschieber konnten ihre Beschleunigung nicht wie an schnöden Olympiamodellen über Bügel auf den Bob übertragen, sondern mussten ihn mit zwei Holzstangen vorwärts bewegen.

Bobs mehrmals getestet

Statt Hundertstel- oder Tausendstelsekunden wurde die Weite gemessen, die das Sportgerät nach dem Ende der Anschubstrecke rollte. Um es vorweg zu nehmen: Die schwerste Arbeit hatte Bobbauer Lutz Striegler zu leisten, der das zuvor nicht gewogene Gefährt nach jeder Fahrt wieder zur Startlinie schob. „Wir haben den Bob mehrmals getestet“, betonte Sibylle Melzer. Es hielt den Wettkampf mit zwei Läufen für jedes Team ohne Panne durch. „Wie bei der Formel 1 standen Räder und alle anderen Bauteile in Reserve, sodass eine Panne nicht das Ende des Wettkampfes gewesen wäre“, betonte sie. Größte Sorge aller Teams war, zu dicht an die Döllnitz zu kommen. Um den „Piloten“ ein Bad in dieser frühen Phase der Ritterspiele zu ersparen, unternahmen die Anschieber einige Verrenkungen.

Sieg für „Die Gestrandeten“

Am Ende mussten die Ritter doch in die Döllnitz. Der Rodelwettbewerb endete da. Obwohl das nur die halbe Wahrheit ist: Tatsächlich wurde bewertet, welche Mannschaft in vorgegebener Zeit die meisten „Platscher“ hatte. Also musste nach der Wasserlandung wieder an Land geklettert und die Rutsche erneut erklommen werden.

„Die Gestrandeten“ hatten schließlich zum Schluss die Nase vorn, gefolgt von den „Hopfenrittern zu Luppa“. Die „Mahliser Raubritter“, beim Biathlon total abgeschlagen, schafften es durch Höchstleistungen beim Seilziehen in der Endabrechnung noch auf Platz 3 dieser „definitiv erstmal letzten Ritterspiele“, wie Sibylle Melzer betonte.

Von Axel Kaminski

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