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Oschatz Busfahrer setzt Schülerinnen aus Collm und Mahlis vor die Tür
Region Oschatz Busfahrer setzt Schülerinnen aus Collm und Mahlis vor die Tür
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16:38 09.02.2017
Im Fahrplan, aber am Abend des 31. Januar mit dem Bus nicht zu erreichen: Der Busfahrer entschied sich aufgrund der Straßenverhältnisse dagegen, Collm und von dort aus Mahlis anzufahren. Quelle: Frank Hörügel
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Collm

 Hat ein Busfahrer zwei Schülerinnen auf der Linie Oschatz-Wermsdorf unverschämt oder verantwortungsbewusst behandelt? Diese Frage beantworten Günther Lotze und das Busunternehmen völlig unterschiedlich. OAZ-Leser Günther Lotze schildert, dass der Busfahrer am Montag, dem 31. Januar, 18.54 Uhr zwei 15-jährige Schülerinnen aus Collm und Mahlis gezwungen habe, den Bus zu verlassen.

Im Gegensatz zu ähnlichen Vorfällen bei der Deutschen Bahn, die in der Vergangenheit für Schlagzeilen sorgten, war jedoch nicht ein fehlender oder ungültiger Fahrschein die Ursache für das abrupte Ende der Fahrt. Wie die Omnibus-Verkehrsgesellschaft „Heideland“ (OVH) und das in diesem Fall für OVH tätige Unternehmen „Sachsentourist Wittig“ erklärten, handelte es sich auch nicht um ein abruptes Ende.

Collm und Mahlis wegen Glatteis nicht angefahren

„Unser Mitarbeiter hat den Passagieren bereits bei Fahrtantritt in Oschatz mitgeteilt, dass Collm und Mahlis wegen Glatteises nicht angefahren werden können“, erklärt Katja Haferkorn von Sachsentourist Wittig. Von der OVH heißt es, dass der Subunternehmer eigene Fahrer und Busse auf dieser Linie disponiere. Zwar habe es vom Subunternehmer keine Information an die OVH gegeben, dass Teile der Linie ausfallen müssten, aber generell entscheide das Fahrpersonal eigenverantwortlich, ob eine Fahrt unter diesen Umständen verantwortet werden kann. So stehe es auch im Personenbeförderungsgesetz.

In seiner Beschwerde über den OVH bestreitet Günter Lotze, dass der Straßenzustand so schlecht war, dass eine Fahrt nicht durchzuführen gewesen wäre. Der Fahrer hätte sogar sehen können, dass von Collm aus ein Streufahrzeug unterwegs gewesen sei. Das aus Richtung Collm kommende Streufahrzeug habe dem Bus die Vorfahrt einräumen müssen. „Die Straßenverhältnisse waren fast normal um diese Zeit. Dass die eine Schülerin aus Collm mit Sportsachen beladen einen Weg von gut drei Kilometern um diese Uhrzeit und in völliger Dunkelheit vor sich hatte, interessierte den Fahrer überhaupt nicht“, so Günter Lotze.

Der Collmer bezeichnet die Handlungsweise des Busfahrers als „Unverschämtheit“ und verlangt dafür eine öffentliche Entschuldigung. Während die OVH Günter Lotze an den Subunternehmer verweist, sieht er die OVH in der Pflicht. Schließlich hätten die Schüler beziehungsweise deren Eltern durch den Fahrkartenkauf einen Vertrag mit den OVH abgeschlossen.

Bereits zwei telefonische Entschuldigungen durch Busunternehmen

„Die Schilderung von Herrn Lotze über angebliche Aussagen und Wahrnehmbarkeiten des Fahrpersonals können wir nicht bestätigen. Zudem hat er – unter Nennung der Umstände – bereits zwei telefonische Entschuldigungen, sowohl durch den Verantwortlichen des Busunternehmens als auch durch den Verantwortlichen der OVH, erhalten“, teilte Stefan Schulze, Leiter für Fahrdienst und Telematik bei der OVH, mit. „In den Gesprächen haben wir den Eindruck gewonnen, dass Herr Lotze lediglich seine Meinung kundtun wollte, aber einer Klärung nicht aufgeschlossen gegenüberstand“, stellt Stefan Schulze fest.

„Der Fahrer muss bei kritischen Straßenzuständen verantwortlich über die Durchführung der Fahrt entscheiden“, betont Katja Haferkorn. Dabei hätten letztlich Sicherheit und Gesundheit aller Fahrgäste Vorrang vor der Einhaltung des Linienweges. Eine kürzere Arbeitszeit hätte der Fahrer jedenfalls nicht, wenn er von Oschatz und Lampersdorf aus statt über Collm und Mahlis direkt auf der Staatsstraße nach Wermsdorf fahre und von dort aus noch eine Fahrt nach Oschatz habe.

Von Axel Kaminski

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