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Oschatz CDU Nordsachsen: Christiane Schenderlein tritt gegen Bernd Merbitz an
Region Oschatz CDU Nordsachsen: Christiane Schenderlein tritt gegen Bernd Merbitz an
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14:16 07.11.2018
Christiane Schenderlein (CDU)auf dem Oschatzer Neumarkt. Quelle: Frank Hörügel
Oschatz

Die Politikwissenschaftlerin Christiane Schenderlein will in Sachsen Politik machen. Die 37-Jährige aus Taucha tritt am Freitag zum Nominierungsparteitag der CDU Nordsachsen in Bad Düben an und will sich für den Wahlkreis 36 aufstellen lassen. Der Wahlkreis umfasst die Städte Oschatz und Torgau sowie die Umlandgemeinden und wird noch bis zum Ende der Legislaturperiode von Frank Kupfer (56, CDU) aus Oschatz vertreten. Schenderlein tritt am 9. November gegen den Leipziger Polizeipräsidenten Bernd Merbitz (62) an. Wir sprachen mit Christiane Schenderlein, warum sie in der Landespolitik mitmischen und für wen sie sich einsetzen will.

Der langjährige CDU-Landtagsabgeordnete Frank Kupfer, dessen Büro Sie leiten, will, dass Sie ihn bei der Landtagswahl 2019 beerben. Bei welcher Gelegenheit hat er Sie gefragt?

Das war an dem Donnerstag, als er seinen Rücktritt als CDU-Fraktionschef im Landtag bekannt gegeben hat. Er hat das in der Fraktionssitzung verkündet und mich in der Pause angerufen und gefragt, ob ich die Verantwortung übernehmen und für diesen Wahlkreis kandidieren möchte.

Kam der Anruf für Sie überraschend?

Naja, man ist ja wachsam und schaut, was passieren könnte. Die Frage war ja, mit welchen Optionen das verbunden ist. Dass es diese Variante ist, habe ich erst an dem Donnerstag erfahren.

Haben Sie sofort Ja gesagt?

Ja, weil ich schon seit 20 Jahren als CDU-Mitglied engagiert bin. Bereits vor geraumer Zeit stand für mich die Entscheidung, ob ich weiter als Beraterin tätig sein wollte oder mir auch die erste Reihe vorstellen könnte. Innerlich hatte ich mich bereits für die zweite Option entschieden. Als mich Frank Kupfer dann gefragt hat, ob ich mir das vorstellen könnte, hat mich das schon sehr gefreut.

Da haben Sie erst mal eine Flasche Sekt aufgemacht?

Nein, aber ich habe dann schon sehr schnell mit dem Kreisverbandsvorsitzenden Marian Wendt und den Ortsverbandsvorsitzenden das Gespräch gesucht und gesagt, dass ich kandidieren möchte.

Was sagt Ihre Familie dazu?

Auch dieses Gespräch hatte schon irgendwann mal stattgefunden. Wir sind ein sehr starker Familienverband und stützen uns gegenseitig. Und da wusste ich, dass ich die Rückendeckung habe.

Ihr Gegenkandidat beim CDU-Parteitag am 9. November wird der Leipziger Polizeipräsident Bernd Merbitz sein. Wie wollen Sie die CDU-Mitglieder davon überzeugen, dass Sie die bessere Wahl sind?

Ich habe ein sehr breit angelegtes Profil, bin in der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung Sachsens Schatzmeisterin und fühle mich da auch beheimatet. Die Themen, die dort besprochen werden, sind für mich wichtig – Bürokratieabbau, schnelles Internet und dass die Rahmenbedingungen stimmen. Dann bin ich sehr stark im christlichen Bereich engagiert, auch im Kirchenvorstand von Taucha. Mit meinem breiten Fokus an Themen denke ich, die Mitglieder überzeugen zu können.

Bei der letzten Bundestagswahl haben Sie den Sprung in den Bundestag trotz eines guten Listenplatzes 12 nicht geschafft. Hat Sie das frustriert?

Das Ergebnis der Bundestagswahl hat mich schon betroffen gemacht – dass wir drei Direktmandate an die AfD verloren haben und das starke Zweitstimmenergebnis der AfD in Sachsen. Da habe ich überlegt, wie ist die Antwort darauf. Und ich habe beschlossen, nicht weniger, sondern mehr Engagement ist der richtige Weg. Ich möchte Links und Rechts nicht das Feld überlassen. Ich kämpfe dafür, dass wir als CDU stark sind und mit den richtigen Lösungen überzeugen.

Sie sind in Leipzig aufgewachsen. Warum kandidieren Sie nicht dort?

Das stand überhaupt nicht mehr zur Diskussion. Ich bin mittlerweile in Nordsachsen verwurzelt.

Falls Sie am 9. November nominiert werden: Wie wollen Sie danach die Wähler davon überzeugen, ihr Kreuz zur Landtagswahl am 1. September 2019 bei Ihnen zu machen?

Ich werde auf die Leute zugehen, und möglichst mit ganz vielen Menschen persönlich ins Gespräch kommen. Um zu hören, was die Probleme sind. Ich möchte verlässlich in Erscheinung treten und das Vertrauen wieder herstellen, das an manchen Stellen verloren gegangen ist. Mein Vorteil ist, dass ich durch meine Arbeit bereits mit dem Wahlkreis vertraut bin. Frank Kupfer hat mir auch Unterstützung zugesagt, wenn er wieder fit ist.

Wer wird Ihren Wahlkampf managen?

Das steht noch nicht fest.

Werden Sie auch auf der Landesliste der CDU stehen?

Das werden wir sehen. Ich möchte auf jeden Fall für die Landesdelegiertenkonferenz am 19. Januar kandidieren und möchte auch gern auf die Liste.

Was haben Sie als Büroleiterin von Frank Kupfer gelernt, was würden Sie anders machen?

Ich finde sehr gut, dass er mit den Menschen persönlich spricht und Anfragen selbst beantwortet. Er ist ehrlich und hat auch Grenzen aufgezeigt. Man kann den Leuten ja nicht nur Versprechungen machen. Das merken die Menschen hier ganz schnell, wenn das nicht klappt. Er hat die Themen wirklich mit nach Dresden genommen. Klar gehe ich an Themen manchmal anders ran, habe einen anderen Blickwinkel.

Falls Sie als CDU-Direktkandidatin nominiert werden, wird Ihr schärfster Konkurrent im Wahlkampf wahrscheinlich von der AfD kommen. Wie stehen Sie zu dieser Partei?

Im Wahlkampf werden wir sachlich miteinander diskutieren und mit den fachlich besseren Argumenten überzeugen. Und ansonsten sehe ich es wie unser Ministerpräsident Michael Kretschmer, der sich deutlich von der AfD und den Linken abgrenzt.

Zurück zur CDU: Am 7. Dezember soll die Nachfolge von Angela Merkel als Bundesvorsitzende entschieden werden. Wer ist Ihr Favorit?

Es wird Regionalkonferenzen geben, wo sich die Kandidaten vorstellen. Für mich ist wichtig, dass wir das wirtschaftspolitische Profil und unseren konservativen Markenkern stärken.

Das klingt nach Friedrich Merz?

Für ihn spricht auf jeden Fall, dass er klare Kante zeigt und die globale Situation sehr gut überschauen kann. Aber für die anderen beiden Kandidaten sprechen auch gute Argumente.

Wie lange hält Angela Merkel als Bundeskanzlerin noch durch?

Ich bin optimistisch, dass sie die Legislaturperiode mit ordentlichen Ergebnissen zu Ende bringt.

Interview:

Bernd Merbitz hatte sich bereits in einem am 17. Oktober an dieser Stelle veröffentlichten Interview zu seiner Kandidatur geäußert. Nachlesen können Sie dieses noch einmal unter www.lvz.de/Region/Oschatz.

Von Frank Hörügel

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