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Carbon ersetzt Stahl: Oschatzer tüfteln am Beton der Zukunft

Dünnwandige Bauteile Carbon ersetzt Stahl: Oschatzer tüfteln am Beton der Zukunft

Ende vergangenen Jahres erhielt das Konsortium C3, das zum Thema Carbonbeton forscht, zwei Preise. In dieser Gemeinschaft arbeitet auch das Betonwerk Oschatz mit, bringt Praxiserfahrungen ein und testet Forschungsergebnisse in der Werkhalle.

Ermöglicht leichtere Betonbauteile: Carbongewebe statt Stahl als Korsett.
 

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz.  Das Betonwerk Oschatz ist Teil des Konsortiums C3, das zum Thema Carbonbeton forscht. Am vergangenen Freitag wurden hier Probeplatten mit diesem Material gefertigt.

Zum C3-Konsortium gehören knapp 120 Mitglieder, von Forschungseinrichtungen über Hersteller von Carbonfasern, Beton und Dämmstoffen bis hin zu Baufirmen. „Carbon Concrete Composite – dafür steht das Kürzel C3 – ist eines von zehn Projekten, die im Rahmen des Programmes „Zwanzig20 –Partnerschaft für Innovation“ vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert werden“, erläutert Matthias Schurig, Geschäftsführer des Betonwerkes Oschatz

Gegenwärtige arbeite das Konsortium an Basisvorhaben. „Dazu gehört, zu einer industriellen Fertigung der Carbongelege zu kommen, die passenden Betonmischungen zu entwickeln sowie Anwendungen zu erschließen“, schildert Matthias Schurig den gegenwärtigen Stand des Projektes. Das Oschatzer Betonwerk sei an diesen Basisvorhaben beteiligt. „Unser Part besteht unter anderem darin, am Erarbeiten neuer Betonrezepturen mitzuwirken“, erläutert Birgit Zocher, ebenfalls Geschäftsführerin des Betonwerkes, die dieses Gebiet verantwortet. Es müsse gesichert werden, dass die neuen Werkstoffe auch maschinell verarbeitet werden können. Dazu dienten solche Tests wie am Freitag.

Das C3-Konsortium erhielt Ende vergangenen Jahres zwei Preise: den Deutschen Nachhaltigkeitspreises Forschung und den Deutsche Rohstoffeffizienzpreis. Beide werden von Bundesministerien vergeben. „Ein großer Vorteil der Karbonbetonteile sind die Material- und Energieeinsparungen“, betont Matthias Schurig. Mit Bauteilen, in denen der Beton seine Stabilität durch Carbonfasern anstelle des herkömmlichen Baustahls erhalte, könne man gleiche Stabilität mit deutlich geringerem Gewicht erzielen. Einerseits sei das Gewebe deutlich leichter als der Stahl. Andererseits müsse Stahl aus Gründen des Korrosionsschutzes in der Regel deutlich stärker mit Beton ummantelt werden als eine Carbonmatte. „Neben den direkten Einsparungen in der Herstellung wirkt sich das geringere Gewicht auch beim Transport aus – bei den Rohstoffe und bei den fertigen Bauteilen“, erläutert der Geschäftsführer des Betonwerkes. Als Anwendungsgebiete sieht er zunächst Wand- und Deckenelemente, die in Oschatz bisher als Stahlbetonbauteile gefertigt werden. Im Werk beschäftige man sich auch damit, wie die Herstellungsverfahren an den neuen Werkstoff anzupassen sind. „Grob gesagt geht es darum, im industriellem Maßstab Beton und Carbon zusammenzubringen“, erklärt Matthias Schurig. Näheres möchte er dazu nicht sagen, da dafür an im wahrsten Sinne des Wortes patentreifen Lösungen gearbeitet werde. „Nicht vor 2017“ werde diese industrielle Produktion von Carbonbeton in Oschatz anlaufen – womit die Zukunft des Bauens in gar nicht so ferner Zukunft liege.

Das Betonwerk Oschatz präsentiert sich vom 25. bis 28. Februar bei der Messe „Haus 2016“ in Dresden. Dort stellt es Fertigelemente für den Kellerbau aus – noch auf Basis von Stahlbeton.

Von Axel Kaminski

Oschatz 51.300613 13.105982
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