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Oschatz Carsten Richter aus Neusornzig warnt mit Plakat vor Unfallkurve
Region Oschatz Carsten Richter aus Neusornzig warnt mit Plakat vor Unfallkurve
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13:43 23.11.2017
Carsten Richter hat vorerst zur Selbsthilfe gegriffen und dieses Warnplakat auf seinem Grundstück aufgestellt. Quelle: Foto: Heinz Großnick
Neusornzig

Der Schock sitzt bei Carsten Richter und seiner Frau Karla immer noch tief. Seit dem schweren Verkehrsunfall am 8. November, bei dem eine 33-Jährige mit ihrem Chrysler auf der S 31 aus einer Kurve getragen wurde, in hohem Bogen über seinen Gartenzaun flog, dort zwei Autos rammte und drei Meter hoch gegen den Hausgiebel krachte, findet das Ehepaar keinen ruhigen Schlaf mehr. Dass ihr Vorschlag, vor dem Haus eine schützende Leitplanke zu errichten, vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) abgelehnt worden ist, damit will sich das Ehepaar keinesfalls abfinden.

Kurve schärfer ausgebaut

„Es ist schäbig, dass vom Landesamt nicht mal jemand herkommt und sich das anguckt. Uns wollte jemand zurückrufen, doch darauf warten wir bis heute vergeblich“, macht Richter, der als Polizist in Oschatz tätig ist, seinem Ärger Luft. Wenn der Bau von Leitplanken nicht möglich sei, dann müsse sich die Behörde etwas anderes einfallen lassen, um sein Haus vor solchen Unfällen zu schützen. „Vor dem Ausbau der S 31 war die Straße ebenerdig. Jetzt haben wir hier einen Straßengraben mit einem großen einbetonierten Loch für den Regenwasserabfluss. Außerdem ist die Kurve viel schärfer ausgebaut worden, als sie es vorher war“, kritisiert der Neusornziger. Es könne nicht sein, dass er sich jetzt in seinem Grundstück nicht mehr sicher fühlen könne. „Wer es nicht glaubt, sollte sich mal in mein Wohnzimmer setzen und zuschauen, wie die Autos hier vorbeipreschen.“

Mulmiges Gefühl vor der Weihnachtszeit

Richters fühlen sich allein gelassen, können zudem nicht verstehen, dass man dort keinen Blitzer aufstellt. Mit mulmigen Gefühl sehen sie schon der Weihnachtszeit entgegen. Denn dann kommen die Enkel aus Baden-Württemberg zu Besuch. Im Vorgarten spielen können sie jedenfalls nicht mehr. „Genau vor unserem Wohnzimmerfenster lag die Frau nach dem Unfall.“ Richter kündigt deshalb an, sollte bis dahin nichts für die Sicherheit getan werden, wolle er selbst aktiv werden und große Steine vor seinem Grundstück als Schutz aufstapeln. „Unfälle können passieren, aber dann muss man auch etwas für die Sicherheit tun. Ich möchte nicht, dass hier irgendwann mal ein Kreuz vor meinem Haus steht“, bringt Richter die gefährliche Situation auf den Punkt.

Vorerst hat Richter als Sofortmaßnahme ein großes Plakat an seinem Grundstück aufgestellt. Das soll Autofahrer vor der gefährlichen Kurve warnen.

Schaden von 40 000 Euro

Was die Schadensregulierung betrifft – nach ersten Schätzungen an Autos und Gebäuden etwa 40 000 Euro – geben sich derzeit Versicherungsmitarbeiter und Gutachter die Klinke in die Hand. „Der Baugutachter war vor Ort und hat einen Schaden von rund 2000 Euro an der Fassade festgestellt. An den Autos sind die Schäden ebenfalls aufgenommen und das Garagentor muss noch begutachtet werden. Was mir richtig leid tut, ist die zwei Meter hohe Windmühle meines Bruders. Ein Andenken an ihn, das jetzt allerdings nur noch Kleinholz und entsorgt ist.“

Von Heinz Großnick

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