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Oschatz Chef des Oschatzer Heimatvereins kritisiert Umgang mit Denkmalschutz
Region Oschatz Chef des Oschatzer Heimatvereins kritisiert Umgang mit Denkmalschutz
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15:19 27.02.2018
Abriss fast abgeschlossen Quelle: christian kunze
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Oschatz

Der Geschichts- und Heimatverein Oschatz versucht, die Heimatgeschichte der Döllnitzstadt möglichst gründlich zu erforschen und damit für die Nachwelt zu bewahren. Das wird jedoch immer schwieriger, da der Verein schrumpft: Mitglieder treten aus Altersgründen aus, jüngeren Nachwuchs gibt es kaum. Seit 2014 ist Herbert Berndt (66) Vorsitzender. Im OAZ-Interview sagt er, was sich der Verein vorgenommen hat und wo es Probleme gibt.

Stimmt die Zahl von 44 Mitgliedern auf der Homepage des Geschichts- und Heimatvereins noch?

Leider nein. Wir zählen jetzt 38 Mitglieder. Einige haben aus Altersgründen aufgegeben, unser Altersdurchschnitt ist relativ hoch. Wir haben den Eintritt eines jüngeren Mitgliedes in Aussicht, das ist aber noch nicht perfekt.

Was erwartet die Mitglieder in diesem Jahr?

Im April wollen wir das Kloster in Riesa besuchen, im Juni einen Stadtrundgang durch Oschatz mit Aufstieg auf den Turm der St. Aegidienkirche unter dem Motto „Oschatz im Abendlicht“ unternehmen. Im August ist eine Kutschfahrt durch den Wermsdorfer Wald und im November ein Besuch des Industriemuseums in Chemnitz geplant. Außerdem ist ein geschichtlicher Rundgang durch den Stadtteil Fliegerhorst vorgesehen, kombiniert mit einer Ausstellung. Und dann wollen wir noch – wahrscheinlich im Juli – die Schwerter-Brauerei in Meißen besuchen. Zum Jahresabschluss im Dezember steht zudem die turnusmäßige Wahl eines neuen Vorstandes an.

Gibt es schon Kandidaten?

Nein, die Gespräche werden noch geführt.

Werden Sie als Vorsitzender wieder antreten?

Das weiß ich noch nicht, das hängt von meinem Gesundheitszustand ab.

In der Vergangenheit hat sich der Verein durch interessante Veröffentlichungen zur Heimatgeschichte ausgezeichnet – zuletzt war die Geschichte der Oschatzer Ulanen von Dr. Manfred Schollmeyer Thema eines Buches. Was wird als nächstes veröffentlicht?

Ich weiß, dass Dr. Schollmeyer an einem neuen Projekt arbeitet, eine Veröffentlichung wird es aber nicht vor dem Sommer geben.

Wie sieht es mit der Zusammenarbeit mit anderen Heimatvereinen in der Region aus?

Darüber müssen wir noch in unserem Verein sprechen. Ich würde es auf jeden Fall begrüßen, wenn wir die Zusammenarbeit mit den Heimatvereinen im Umfeld auf die Beine bringen würden. Das würde die heimatgeschichtliche Forschung erleichtern.

Zur Bewahrung der Heimatgeschichte gehört auch der Denkmalschutz. In dieser Beziehung sorgte im Vorjahr der Abriss des Roten Vorwerks für Diskussionen. Wie stehen Sie dazu?

Wie mit dem Denkmalschutz in Oschatz umgegangen wird, bereitet mir einige Bauchschmerzen. Die meisten Mitglieder in unserem Verein waren schon etwas sauer, wie mit dem Roten Vorwerk verfahren wurde. Mir war von Anfang an klar, dass nicht nur ein Teil abgerissen wird, sondern alles verschwindet. Und auch mit den Steinkreuzen in der Riesaer Straße ist einiges schief gelaufen. Wir hatten vorgeschlagen, dass die Steine ausgegraben und im Museumshof aufgestellt werden – das ist leider nicht passiert.

Bei der Hypar-Schale in Lonnewitz, die ebenfalls unter Denkmalschutz steht, ist das Kind noch nicht in den Brunnen gefallen. Sehen Sie noch eine Chance, dieses Bauwerk zu retten?

Wenn sich nicht noch irgendein Verrückter findet, der das Bauwerk saniert, wird es wohl eines Tages zusammenfallen.

Von Frank Hörügel

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