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Chefin der Arbeitsagentur Oschatz will Alleinerziehende ins Berufsleben integrieren

Chefin der Arbeitsagentur Oschatz will Alleinerziehende ins Berufsleben integrieren

Die Erwerbslosigkeit in der Region Oschatz ist in den vergangenen Monaten stetig zurückgegangen. Für Firmen wird es zunehmend schwieriger, Fachkräfte zu finden.

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Marlies Hoffmann-Ulrich

Oschatz. Die Arbeitsagentur Oschatz will Alleinerziehende als potenzielle Fachkräfte stärker in den Fokus stellen. Warum entdecken Sie diese Gruppe gerade jetzt?

 

 

Das ist keine Neuentdeckung, diese Gruppe war schon immer präsent und in unserem Fokus. Bisher war es jedoch schwierig, Arbeitgeber zu finden, die sich für Alleinerziehende interessieren. Das hat sich geändert. Zwischenzeitlich sind mehr Arbeitgeber bereit, die Arbeitszeiten an die Bedürfnisse junger Mütter anzupassen. Die Tür ist etwas geöffnet, und wir möchten sie gern ganz aufstoßen.

 

Warum arbeiten nicht schon heute mehr Alleinerziehende?

Im vergangenen Jahr haben wir einen erheblichen Anteil an Alleinerziehenden in Lohn und Brot gebracht. Die Zahl der Erwerbslosen ist in gleicher Weise wie die Zahl der arbeitslosen Alleinerziehenden zurückgegangen. Trotzdem ist es für viele Alleinerziehende weiterhin problematisch, ihre kleinen Kinder gut betreuen zu lassen. Es gibt Berufe wie in der Gesundheitsbranche, in der Gastronomie oder im Handel mit untypischen Arbeitszeiten zwischen 5 und 22 Uhr. Generell ist das Betreuungsangebot für Kleinkinder in der Region - auch in Oschatz - sehr gut. Aber während der Spätschichten bis 22 Uhr kann die Betreuung nicht abgesichert werden.

Sie führen derzeit eine Umfrage unter alleinerziehenden Müttern mit kleinen Kindern durch. Welche Personengruppe wird dabei befragt?

Es handelt sich um etwa 80 bis 100 gut qualifizierte erwerbslose Frauen, die bei der Arbeitsagentur gemeldet sind. Die meisten sind aktuell ohne Beschäftigung, weil sie ihre kleinen Kinder selbst betreuen müssen. Uns interessiert vor allem: Wären diese jungen Mütter bereit, Betreuungszeiten bis 22 Uhr anzunehmen? Es ist schließlich keine einfache Entscheidung, das Kind so lange abzugeben. Wir wollen den Alleinerziehenden eine Chance auf dem Arbeitsmarkt geben. Das darf nicht daran scheitern, dass es kein Betreuungsangebot für ihre Kinder gibt.

Zeichnet sich bei der Befragung eine Tendenz ab?

Nein, die Befragung wurde erst vor zwei Wochen gestartet. Ende März wissen wir mehr.

Falls einige Mütter einem umfassenderen Betreuungsangebot aufgeschlossen gegenüberstehen: Wie geht es dann weiter?

Wenn sich mindestens zehn Mütter dazu entschließen, kann ich mir einen Projektstart vorstellen. Die Bundesagentur für Arbeit will für gute Projekte in dieser Richtung Geld zur Verfügung stellen und würde die Hälfte des erforderlichen Mehraufwandes finanzieren. Wir müssten einen Arbeitskreis mit den Kammern, Bürgermeistern und Arbeitgebern gründen und gemeinsam diskutieren, wie wir das angehen könnten.

Welche Varianten können Sie sich vorstellen?

Wir schauen, wo es einen regionalen Bedarfsschwerpunkt gibt und starten in einem Ort unser Pilotprojekt. Man könnte die Öffnungszeit einer Kindereinrichtung bis 22 Uhr ausdehnen oder die längere Betreuung über Tagesmütter absichern.

Sie haben auch einen Abhol- und Bringbus für Kleinkinder ins Gespräch gebracht. Wie soll der funktionieren?

Bei dieser Idee geht es darum, die vorhandenen Öffnungszeiten auszunutzen. Arbeits- und Wohnort sind bei vielen jungen Müttern nicht identisch. Ihnen geht also Zeit verloren für das Bringen und Abholen ihrer Kinder in die Betreuungseinrichtungen. Deshalb wäre es sinnvoll, professionelle Beförderungsangebote zu organisieren, die das übernehmen. Die Kinder könnten dann auch beispielsweise zu Großeltern gebracht werden, die nicht mobil sind. Ob es dafür einen Bedarf gibt, wollen wir ebenfalls mit der Befragung herausfinden. Fragen:

Frank Hörügel

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