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Oschatz Chefwechsel in der Cavertitzer Elektromontagen GmbH
Region Oschatz Chefwechsel in der Cavertitzer Elektromontagen GmbH
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00:19 26.08.2017
Siegfried Borschke gibt die Geschäftsführung der Cavertitzer Elektromontage GmbH an seinen Sohn Erik ab.
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Schirmenitz

Siegfried Borschke hat schon einiges miterlebt. Nachdem der gelernte Baufacharbeiter zur Währungsunion sah, dass sein florierender Gasthof mit Disco kein Zukunft haben würde, sattelte er um. Heute ist er Noch-Geschäftsführer der Cavertitzer Elektromontage GmbH, die in den Räumen des einstigen Landkulturhauses ihr Domizil gefunden hat.

Übergabe zieht sich hin

Noch-Geschäftsführer ist Siegfried Borschke deshalb, weil Sohn Erik zwar seit Mitte Juni Chef ist, aber die Übergabe nach mehr als zwei Jahren immer noch nicht komplett in Sack und Tüten ist. Dass so ein Firmenübergang sehr verkompliziert werde und er die Berechnung des Betriebswertes sowie die daraus entstehende Steuerlast für nicht nachvollziehbar halte, machte Siegfried Borschke dem Bundestagsabgeordneten Marian Wendt (CDU) bei einem Firmenbesuch klar.

Seniorchef bemängelt Wissensstand

Wendt musste sich mehrfach den Satz: „Das kann nicht sein“, anhören. Der Seniorchef der Firma bezog das unter anderem darauf, unter dem Begriff Mittelstand mit Firmen wie Continental über einen Kamm geschoren zu werden. Oder auf die Tatsache, dass Schulabgänger beliebig viele Ausbildungsverträge unterschreiben dürfen, ohne dass es Konsequenzen hat, wenn sie dann in einem oder mehreren Lehrbetrieben gar nicht erscheinen.

Gar nicht geht es Borschkes Sicht auch, mit welchem Wissensstand Jugendliche die Schule verlassen oder Absolventen eines Studiums mit dem Titel Bachelor antreten.

Kurzum, es war kein Besuchstermin, bei dem Wendt Honig um den Mund geschmiert bekam. Zum Thema Diesel waren sich beide allerdings einig, dass Fahrverbote nicht kommen dürften und man Deutschlands wichtigste Branche nicht kaputtreden solle. Dennoch betonte der Unternehmer, dass er sich vom Volkswagen-Konzern in die Irre gefühlt führe. Wegen der zu kleinen Add-blue-Tanks an Bord der Transporter müssten diese häufiger in die Werkstatt oder teuer an der Tankstelle nachgefüllt werden.

Unzufriedenheit mit Berliner Politik

Seine Unzufriedenheit mit der Berliner Politik schilderte der Unternehmer auch wegen des Zwangs zum Errichten vollbiologoscher Kleinkläranlagen mit energieintensiven Pumpen ebenso wie über die Regeln zur Versteuerung von Auslöse oder Lohnzulagen. Heftige Kritik äußerte er am Insolvenzrecht, das kaum noch ermögliche, Kunden zu mahnen. Gingen die Kunden in Insolvenz, sehe man sich noch Rückforderungen gegenüber, weil man bei Mahnungen schließlich mit Zahlungsschwierigkeiten des Kunden rechnen könne.

Froh über volles Auftragsbuch

Es gibt aber auch Dinge, mit denen Siegfried Borschke zufrieden ist. Dazu gehört das Auftragsbuch seiner Firma, das für die nächsten zwei Jahre kaum noch Lücken aufweist. Seit Jahren sind die Monteure der Schirmenitzer Firma auf verschiedenen Großbaustellen deutschlandweit tätig. Das Unternehmen arbeitet für den Hauptstadtflughafen BER ebenso wie für eine große Molkerei in Jessen oder das Feralpi-Stahlwerk quasi nebenan in Riesa.

Einschließlich seiner Tochtergesellschaften hat das Unternehmen Cavertitzer Elektromontage GmbH rund 100 Mitarbeiter. Davon sind etwa 20 in der Projektierung und Verwaltung tätig.

Von Axel Kaminski

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