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Collm-Klinik in der Zwickmühle zwischen Investitionsstau und Finanzbedarf

Collm-Klinik in der Zwickmühle zwischen Investitionsstau und Finanzbedarf

Die Betreiber der sächsischen Krankenhäuser beklagen einen großen Investitionsstau. Die neue Regierungskoalition will das Budget zwar aufstocken, doch es wird trotzdem eine Lücke geben (wir berichteten).

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Die Collm-Klinik strahlt auch 16 Jahre nach Eröffnung des Neubaus noch immer. Damit das so bleibt, muss investiert werden.

Quelle: Dirk Hunger

Was die Geschäftsführerin der Collm-Klinik davon hält, sagt Sabine Trudel im OAZ-Interview.

 

Die neue Regierungskoalition in Sachsen will die Mittel für die 80 Krankenhäuser im Freistaat aufstocken. Wie viel Geld bekommt die Collm-Klinik davon ab?

 

Ja, wir würden uns sehr freuen, wenn wir mit bedacht werden. Momentan gibt es aber dazu noch keine Informationen. Die Collm-Klinik als Klinik der Regelversorgung mit den Bereichen Innere Medizin, Orthopädie, Chirurgie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Intensivmedizin und der Notfallversorgung versteht sich als Versorgungspartner für die Bewohner des Landkreises und insbesondere der Stadt Oschatz und ihrer Umgebung. Daher ist es wichtig, die Versorgungsqualität weiter zu entwickeln. Dazu sind ausreichende und nachhaltige Investitionen unerlässlich.

 

In Sachsen soll nur noch jedes dritte Krankenhaus schwarze Zahlen schreiben. Gehört die Collm-Klinik dazu?

 

Schwarze Zahlen zu schreiben ist von mehreren Kriterien abhängig, ein wichtiges ist der Zuspruch zufriedener Patienten und zuweisender Praxisärzte. Auch die Collm-Klinik wird harte Anstrengungen unternehmen müssen, um den wirtschaftlichen Stand zu halten. Dies ist gerade davon abhängig, wie sich die akute interne tarifliche Situation entwickelt, wie der Investitionsbedarf gestemmt wird und wirtschaftlich optimale Abläufe organisiert werden. Es geht immer um die Wirtschaftlichkeit. Nichts anderes sichert die Zukunft unseres Hauses.

 

Die neue Collm-Klinik wurde vor 16 Jahren in Betrieb genommen. Gibt es hier wie in anderen sächsischen Krankenhäusern auch einen Investitionsstau?

 

Dem Neubau und dem Einsatz neuer medizinischer Geräte vor 16 Jahren ist es zu verdanken, dass in den ersten Jahren die Pauschalen gerade so reichten, um kleine Bedarfe zu decken. Jedoch fällt es zunehmend schwerer, dringend notwendige Maßnahmen umzusetzen. Vieles wird immer wieder verschoben - sozusagen gestaut. Dies wird daran deutlich, dass die Planbettenzahl seit 1998 von 258 auf 190 gesunken ist und damit auch die Pauschalen. Dem gegenüber stehen die medizinisch-technischen und betriebstechnischen Anforderungen mit deren dramatisch gestiegenen Beschaffungskosten.

 

Wie sieht die Personalsituation in Ihrem Haus aus, sind alle Stellen besetzt?

 

Ja - und das auf einem hohen fachlichen Niveau.

 

Wie hat sich die Bettenauslastung in der Collm-Klinik in den vergangenen Jahren entwickelt?

 

Die Bettenauslastung liegt in einem guten Durchschnitt und ist aber auch immer saisonal schwankend. Die Verweildauer hat sich dramatisch geändert. Heute verweilt man statt früher 14 nur noch durchschnittlich vier bis sechs Tage. Dies liegt zum einen am medizinischen Fortschritt, aber auch an dem enormen Kostendruck und der Regulierung der festgelegten Leistungserbringung zwischen ambulant und stationär.

 

Die Collm-Klinik sichert die medizinische Grundversorgung in der Region ab. Wird das auch in Zukunft ausreichen, um das Überleben der Oschatzer Klinik zu sichern?

 

Der Klinik-Erhalt ist vor allem davon abhängig, wie sie wirtschaftlich aufgestellt ist. Darin liegt der besondere Zwang für uns. Strategisch bauen wir medizinische Leistungen unserer spezialisierten Fachärzte aus. Ein Beispiel ist aktuell die bereits angebotene Spezialisierung der Rheumaorthopädie. Wir befinden uns gerade an einer Schwelle der Veränderungen des Gesundheitswesens, im Kampf der Standortsicherung und damit auch um den Erhalt von Arbeitsplätzen. Eine Region ist attraktiv, wenn soziale Einrichtungen wohnortnah vorgehalten werden und das nicht zuletzt wegen des spürbaren sozialen Wandels.

 

Interview: Frank Hörügel

Frank Hörügel

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