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Collm-Klinik sucht Pflegepersonal

Collm-Klinik sucht Pflegepersonal

Noch bekommen die Patienten der Collm-Klinik wenig von der angespannten Personalsituation zu spüren. Doch das könnte sich schon bald ändern. Wie in allen anderen 170 Krankenhäusern Mitteldeutschlands könnten auch im Oschatzer Krankenhaus die Krankenschwestern und Pfleger knapp werden.

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Schwester Ines Hettner überprüft den Blutdruck von Christine Kunz. Die entspannte Atmosphäre täuscht aber nicht über den drohenden Pflegenotstand hinweg.

Quelle: Dirk Hunger

Betriebs- und Personalräte der Kliniken schätzten die Pflegesituation bei einer Tagung der Gewerkschaft Verdi in dieser Woche in Leipzig als bedrohlich ein.

 

"In Zukunft droht ein Pflegenotstand deutschlandweit ", sagt Antje Doßmann, die als Pflegedienstleiterin der Collm-Klinik für 220 Beschäftigte im Pflegedienst und im Funktionsdienst (Operation, Röntgen) verantwortlich ist. "Das Interesse, in diesem schönen, aber auch sicher sehr anstrengenden Beruf tätig zu sein, hat dramatisch nachgelassen. Dies liegt unter anderem auch an den hohen Aufwendungen nichtpflegerischer Leistungen. Ich meine damit den Dokumentationsaufwand", sagt Antje Doßmann.Seit 1993 ist die Zahl der Pflegekräfte zudem stark zurückgegangen. Die Oschatzer Klinik sei zwar bei der Ausbildung gut aufgestellt - in diesem Jahr sollen vier Azubis übernommen werden - doch mit dem Berufsnachwuchs könnten nicht alle aktuell freien Stellen besetzt werden.

 

Zwar verspricht ein Entwurf der Bundesregierung zur Krankenhausreform eine Entspannung der Personalsituation. Doch Oschatz mit seiner relativ kleinen Klinik (368 Mitarbeiter/190 Betten) wird davon nur marginal profitieren. Die Reform sieht gerade mal eine Pflegestelle mehr pro Krankenhaus im Jahr 2016 vor.

 

André Böhmert arbeitet seit 15 Jahren als Pfleger und vertritt in der Collm-Klinik als Betriebsratsvorsitzender die Interessen seiner Kollegen. "Die Anforderungen in diesem Beruf sind stark gestiegen. Das ist ja im Prinzip nichts Schlechtes. Doch es bedarf dann auch mehr Kräften, die das leisten können", sagt der 37-Jährige. Der bürokratische Wust, der zu bewältigen sei, werde immer größer. Und die Patienten wechselten wegen abnehmender Verweildauer öfter als früher, was für zusätzlichen Aufwand sorge. Zudem würden etliche ältere Beschäftigte in Teilzeitbeschäftigung wechseln, weil sie das anstrengende Schichtsystem und die psychischen Belastungen sonst nicht ertragen könnten.

 

Neues Personal für die Pflege zu finden, wird immer problematischer. "Es häuft sich, dass wir Stellen extern ausschreiben müssen. Es wird schwerer, die freien Stellen zu besetzen, weil der Markt relativ leer gefegt ist", sagt Böhmert. Dazu komme, dass die Pflegeberufe generell ein Image-Problem hätten. "Das ist ein sehr anstrengender Beruf, der aber gesellschaftlich wenig anerkannt ist", schätzt der Betriebsratschef ein. Hier müsse angesetzt werden. Und auch über eine leistungsgerechte Bezahlung, wie sie von der Gewerkschaft gefordert werde, könne eine bessere Motivation für diesen Beruf erzeugt werden.

 

Böhmert: "Diesen Forderungen auch an die Politik mittels eines Streiks Nachdruck zu verleihen, wäre das letzte probate Mittel. Wir sind da momentan noch relativ leise, andere Berufsgruppen machen da deutlich mehr Druck für ihre Interessen."

Frank Hörügel

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