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Cooles Medienprojekt an der Stauchitzer Oberschule

Bildung Cooles Medienprojekt an der Stauchitzer Oberschule

Meist müssen im Unterricht die Finger vom Smartphone weg bleiben. Aber Cornelius Scheier und Maik Rauschke unterrichten ja nicht. Die Sozialarbeiter, die als freie Medienreferenten Kurse geben, informieren über die Chancen und Risiken des Internets – in dieser Woche an der Oberschule Stauchitz. Zum Projekt gehört ein Medienquiz: mit Smartphone-Abstimmung.

Maik Rauschke (r.) mit seiner „Passwort-Gymnastik“: Wer sein Smartphone nicht mit dem Geburtstag gesichert hat, darf erst einmal stehen bleiben. Aber wer hat auch auf Namenskürzel verzichtet?

Quelle: Axel Kaminski

Stauchitz. „Welcher Bart ist schöner: Der Ziegenbart, der Vollbart oder Bart Simpson?“ Diese Quizfrage gehörte zu den Lockerungsübungen zu Beginn des Medienprojektes an der Stauchitzer Oberschule „Anne Frank“. Das hat zweierlei mit Medien zu tun. Für die richtige Antwort gibt es zwar keinen Gewinn, aber die 24 Schülerteams dürfen sich per Smartphone an der Abstimmung beteiligen. Und „Ziegenbart“ Cornelius Scheier sowie Maik Rauschke, der Vollbart an seiner Seite, sorgen erst einmal für die gewollt lockere Atmosphäre zwischen den Zehntklässlern und den beiden Sozialarbeitern.

Stück für Stück wird es dann ernster beim „Medienquiz“. Schnell kommen die beiden Wolfsburger, die freiberuflich als Medienreferenten arbeiten, auf Themen, über die sie mit den Jugendlichen diskutieren wollen. Da gibt es nicht nur richtig oder falsch. Maik und Conni, wie sie sich von den Schülern ansprechen lassen, wollen Erklärungen haben, wieso etwas nicht geht im Internet. Also: „Im Internet gibt es keine Regeln. Stimmt das?“ Und wenn nein, warum nicht?

Medienreferenten als Moderatoren

„Wir arbeiten nicht mit dem Zeigefinger“, betont Maik Rauschke. Seine Erfahrung sagt, dass in der Gruppe das gesamte Wissen vorhanden ist. Job der beiden Medienreferenten sei es nur, es allen zugänglich zu machen. Deshalb beschreibt der „Vollbart“ den Part der beiden Sozialarbeiter auch so: „Ich sehe mich eher als Moderator, nicht als Lehrer“. Die Wolfsburger halten bewusst keinen Unterricht, folgen anderen Abläufen. Dazu gehören neben dem Medienquiz, bei dem die Schüler in kleinen Teams abstimmen, kleine Einspielfilme, aber auch mal ein per Stift auf den Tafelschreibblock geworfenes Stichwort.

„Das ist cool, dass wir hier mit dem Smartphone mitarbeiten können“, zeigt sich Mathilde Winkler aus Reppen vom Seminar begeistert. Ihre Nachbarin Emily Reinke pflichtet ihr bei. Bis zur Frühstückspause hätte sie viel Bekanntes gehört, aber auch schon Neues erfahren. Das sei bei jener Frage gewesen, die sich rund um sichere Passwörter drehte. Auch John Olenizak aus Oschatz fand den Ansatz des Passsatzes statt eines Passwortes interessant. Bei diesem Thema hatte Maik Rauschke für viel Bewegung gesorgt. Nachdem er den gesamten Jahrgang aufstehen ließ, sollten sich nach und nach alle setzen, deren Passwort den Geburtstag, den Namen des Haustieres und andere gern genommene persönliche Daten enthielt. Dass eine so vorhersehbare Auswahl nicht sicher sein kann, leuchtete schnell ein. Bevor die beiden Moderatoren Tipps für einen sicheren Schutz gaben, den man sich dennoch merken kann, diskutierten sie mit den Stauchitzer Schülern darüber, welche Gefahren von leicht zu knackenden Handys und Computern ausgehen.

Risiken und Chancen neuer Medien werden gezeigt

„Keine Bildung ohne Medien“ heißt das Angebot, das Maik Rauschke und Cornelius Scheier unterbreiten. Bis zum Mittwoch sind sie damit in Stauchitz zu Gast. Ihre Themen haben sie für alle Jahrgänge altersgerecht aufbereitet und gestalteten am Montagabend auch einen Elternabend dazu. „Wichtig ist uns, gleichermaßen die Risiken und die Chancen der neuen Medien zu zeigen“, betont Maik Rauschke. Er sei kein Pessimist.

An der Schule will man, so steht es auf deren Internetseite, „gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern Verhaltensregeln im Umgang mit digitalen Medien … erarbeiten“. Außerdem sollen die Lehrkräfte befähigt werden, an geeigneten Unterrichtsinhalten Medienkompetenz zu fördern, die Chancen medialer Technik für einen modernen Unterricht zu nutzen und die Schüler zu einem kritischen und selbstbewussten Umgang damit zu erziehen. Maik und Conny würden das sicher anders ausdrücken – aber im Prinzip wohl das gleiche Ziel verfolgen.

Von Axel Kaminski

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