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Oschatz DRK Torgau-Oschatz verliert Rettungsdienst
Region Oschatz DRK Torgau-Oschatz verliert Rettungsdienst
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12:31 26.11.2018
Rettungswagen des DRK Torgau-Oschatz sollen ab 2019 nicht mehr in der Region Oschatz im Einsatz sein. Quelle: picture alliance / dpa
oschatz

Als Verantwortlicher für den Rettungsdienst schreibt der Landkreis Nordsachsen regelmäßig die Rettungsdienstleistungen aus. In der Collm-Region war bisher der DRK-Kreisverband Torgau-Oschatz damit betraut. In diesem Jahr stand die Neuvergabe im Altkreis Oschatz an. Und derzeit sieht es so aus, dass das DRK nicht wieder zum Zuge kommt. „Schiere Sprachlosigkeit herrscht bei den Verantwortlichen ebenso bei Mitarbeitern und Ehrenamtlichen im DRK-Kreisverband Torgau-Oschatz. Nach einem achtmonatigen Ausschreibungsmarathon hat der Landkreis Nordsachsen dem Deutschen Roten Kreuz mit knappen Worten mitgeteilt, dass es in der Region Torgau und Oschatz ab 2019 keinen Rettungsdienst mehr betreiben wird“, informiert Anne Lissner, die Vorstandsvorsitzende des DRK-Kreisverbandes Torgau-Oschatz.

Torgau bereits aufgegeben

Bereits im Sommer war klar, dass das DRK den Rettungsdienstbereich Torgau aufgeben muss. Dort wird die Johanniter Unfallhilfe mit dem Regionalverband Leipzig übernehmen. Nun folgt offenbar auch das Aus für das DRK in der Region Oschatz. Dabei war das DRK anfangs der einzige Bewerber für den Rettungsdienst in diesem Bereich. Der Landkreis hat das Angebot des DRK aber ausgeschlossen. Das DRK habe die vom Landkreis aufgestellten Bürgschaftsanforderungen nicht erfüllt, begründet die Behörde.

Zweiter Bewerber bekommt Zuschlag

Für eine zweite Ausschreibungsrunde ging ein weiterer Bewerber aus dem Großraum Leipzig mit in den Wettbewerb. Dieser Bewerber hat jetzt offenbar die Zusage erhalten, während das DRK inzwischen die Ablehnung erhalten hat. Zur Begründung hieß es, das DRK habe nicht das wirtschaftlichste Angebot abgegeben. Wer der neue Bewerber ist, war weder vom DRK noch vom Landratsamt zu erfahren. Die amtierende Ordnungsdezernentin Patricia Groth wollte auf OAZ-Anfrage noch keine Namen nennen. Das Vergabeverfahren sei noch nicht vollständig abgeschlossen, sagte sie.

DRK-Mitarbeiter brüskiert

Beim DRK ist man unterdessen brüskiert. „Wir haben uns mit viel Herzblut an dem Verfahren beteiligt. Wir haben den Landkreis immer wieder auf die völlig überzogenen Forderungen und Formulierungen in den Vergabeunterlagen hingewiesen. Diese wurden aber allesamt in den Wind geschlagen“, so Anne Lissner. Allerdings hatte der DRK-Kreisverband bei einer der vergangenen Ausschreibungen des Rettungsdienstes die Johanniter-Unfall-Hilfe aus der Collm-Region gekickt. In Folge kam es nach der Übernahme des Rettungsdienstes durch das DRK immer wieder zu personalrechtlichen Auseinandersetzungen zwischen ehemaligen Johannitern und den neuen Dienstherren.

Personelle Veränderungen noch unklar

Ob es ab dem 1. Januar zu personellen Veränderungen an der Basis kommen wird, ist fraglich. Vielmehr wird erwartet, dass das Rettungspersonal durch den neuen Dienstleister übernommen wird. „Sowohl Fahrzeuge als auch Rettungswachen sind im Besitz des Landkreises und werden dem jeweiligen Dienstleister überlassen. Das war für den Landkreis immer wichtig, um den Rettungsdienst auch effizient zu gestalten“, sagt Ordnungsdezernentin Particia Groth.

Verärgert über Nachricht kurz vor Weihnachten

Notfallsanitäter Thomas Petermann aus Casabra gehört seit 20 Jahren zu den Angestellten des Rettungsdienstes für das DRK in der Region. Neben der Tatsache, dass nach über 40 Jahren das DRK im Rettungsdienst in Oschatz einfach so zu verschwinden droht, ärgert ihn vor allem, dass er und seine Kollegen seit dem Sommer hingehalten werden. „Es herrscht eine große Ungewissheit darüber, wie es im neuen Jahr weiter gehen wird. Diese Nachricht so kurz vor Weihnachten zu bekommen, ist bedauerlich. Es wird zwar einen Betriebsübergang geben, aber wie es danach weiter geht, ist unklar.“

Nach Delitzsch ist der Rettungsdienstbereich Oschatz der zweitgrößte in Nordsachsen. Im Oschatzer Bereich werden rund 40 000 Einwohner versorgt. Pro Jahr gibt es rund 9350 Einsätze und etwa 94 000 Einsatzstunden.

Von Hagen Rösner und CHRISTIAN kUNZE

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