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Da klappert die Kasse: Not-Operation des Mügelner Storches kostet 270 Euro

Da klappert die Kasse: Not-Operation des Mügelner Storches kostet 270 Euro

Teure Rettungsaktion in Mügeln: Anfang des Monats kamen Naturschützer auf der Wetitzwiese einem verletzten Storch zu Hilfe. Andrea Kirsten von der Greifvogelstation Neuböhla brachte das Tier schließlich zu einem Oschatzer Tierarzt.

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Bernhard Sommer rettete den verletzten Storch gestern aus seiner misslichen Lage.

Quelle: Dirk Hunger

Mügeln. Von Heinz Großnick

 

Noch während der Not-OP verstarb der Weißstorch allerdings (wir berichteten).

 

Der Mediziner stellte nun für seine Arbeit eine Rechnung über 270 Euro aus - an Andrea Kirsten als Auftraggeberin des Notfalls. Für Annett Hegewald in Merkwitz - auch als Igelmutti bekannt - ist das völlig unverständlich. Auf ihre Empfehlung hin hatte die Neuböhlaerin den Storch zur Behandlung in die Hände des Oschatzer Tierarztes gegeben. "Es kann nicht sein, dass Naturschützer nun auf den Kosten sitzenbleiben. Das ist schließlich kein Pappenstiel und es war nicht vorhersehbar, ob der Storch die Narkose überlebt", beklagt Hegewald. Ihres Wissens nach übernehme normalerweise das Landratsamt solche Kosten - allerdings nur dann, wenn die behandelten Tiere nach ihrer Genesung wieder ausgewildert werden können.

 

Über die Rechnung ärgert sich auch Andrea Kirsten. Zwar sei diese von ihr mittlerweile beglichen worden, doch das Geld sitze ihr nicht gerade locker in der Tasche. "Irgendwann kommt der Tag, an dem ich das Handtuch werfen muss", sieht Kirsten schwarz und resümiert: "Es ist traurig, dass große staatliche Wildtierstationen finanziell gefördert werden und für Private, die sich um die Hege und Pflege kümmern, kein Geld da ist. Wir sparen uns alles vom Munde ab und fahren nie in den Urlaub." Nicht nur die Futterkosten schlagen erheblich zu Buche, sondern auch der Kauf von Heu und Stroh. "Über den Winter haben wir 30 Igel betreut und unseren Schuppen dafür beheizt." Auf ihrem Grundstück genesen aber derzeit auch eine Uhu-Dame, zwei Schleiereulen, drei Rehe, drei Bussarde, ein Sperberweibchen, ein Waldkauz und zwei kastrierte Waschbären. "Unser Sorgenkind ist eine kleine Waldohreule", seufzt Kirsten. Und für die jungen Störche, deren Eier aus dem Nest der Varia-Esse in Mügeln stammen und derzeit in einem Brutkasten bei Geflügelexperte Wilfried Große in Köllmichau ausgebrütet werden, müssten neue Gehege gebaut werden. Schließlich konnte die zurückgebliebene Störchin ihre Eier nicht ohne die Hilfe ihres Partners ausbrüten.

 

Was die Rechnung für die OP des verstorbenen Weißstorches betrifft, fällt Kirsten jetzt ein Stein vom Herzen, denn das Landratsamt Nordsachsen hat Hilfe versprochen. "Die ehrenamtliche Naturschutzhelferin hat im Auftrag und in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde die Behandlung des Weißstorches veranlasst. Damit trägt das Landratsamt die Tierarztkosten", versichert Giso Damer, Sachgebietsleiter im Umweltamt, auf OAZ-Nachfrage. Zum Zeitpunkt der Not-OP sei nicht abschließend geklärt gewesen, ob die Naturschutzhelferin die Rechnung für die Behörde zunächst verauslage und diese später beglichen werde oder ob die Rechnung vom behandelnden Tierarzt direkt an das Landratsamt Nordsachsen verschickt werde. "Es handelt sich um ein Missverständnis. Die Naturschutzhelferin bleibt also nicht auf den Kosten sitzen", versichert Behördenmitarbeiter Giso Damer. © Kommentar

Heinz Großnick

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