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Oschatz Dach und Fenster der Hofer Schlossschule sollen erneuert werden
Region Oschatz Dach und Fenster der Hofer Schlossschule sollen erneuert werden
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00:18 23.01.2017
Naundorf wird in diesem Jahr 775 Jahre alt. Quelle: Steffen Zerbst
Naundorf

Im kommenden Jahr feiert der Ort Naundorf das Jubiläum seiner ersten urkundlichen Erwähnung vor 775 Jahren. Die Oschatzer Allgemeine wollte von Bürgermeister Michael Reinhardt wissen, ob dieses Fest schon jetzt seine Schatten vorauswirft und welche anderen Aufgaben die Gemeinde in diesem Jahr zu bewältigen hat.

Herr Reinhardt, kann die Gemeinde Geschenke an die Jubilarin verteilen?

Die Kommune wird nicht mit Geld um sich werfen. Aber wir werden es so halten wie bei der 800-Jahr-Feier von Reppen oder bei 750 Jahre Hof, um nur zwei Beispiele zu nennen. Wir wollen vor der Feier im Ortsteil investieren. Auf der Gärtner- oder Friedhofsseite der Straße wollen wir für eine ordentliche Randbefestigung, also Fußweg und Parkplätze, sorgen. Gemeinsam mit dem Landratsamt Nordsachsen haben wir auch festgestellt, dass außerorts an den Kreisstraßen in den vergangenen Jahren viel passiert ist. Nötig wären nun Arbeiten an den Ortsdurchfahrten – zum Beispiel in Naundorf, an der Straße der Einheit. Aber die Planungen kosten neben Geld auch Zeit. Ich weiß also nicht, ob da schon zur 775-Jahr-Feier Ergebnisse zu sehen sein werden.

Die Idee zum Fest stammt vom Heimatverein. Wie wichtig sind die Vereine im Leben der Kommune und wie unterstützt die Gemeinde deren Engagement?

Die Vereine und die Feuerwehren spielen eine wichtige Rolle in den Dörfern. In allen größeren Ortsteilen haben wir eine lebendige Vereinslandschaft, getragen von engagierten Einwohnern Daraus resultiert ein vielfältiges Angebot vom Skispringen in Zeicha bis zum Parkfest in Hof. Die Gemeinde kann den Vereinen kein Geld auf ihre Konten überweisen. Wir unterstützen sie logistisch und materiell-technisch – zum Beispiel mit Tischen und Bänken.

Abgesehen von Naundorf: In welchen Ortsteilen will die Gemeinde in diesem Jahr investieren?

Ein Beschluss zum Haushalt der Gemeinde steht erst im Februar auf der Tagesordnung des Rates. Dem möchte ich nicht vorgreifen. Auf jeden Fall wollen wir das Programm „Brücken in die Zukunft“ nutzen, um den zweiten Bauabschnitt der Schlossschule Hof in Angriff zu nehmen. Sicherlich spielt in diesem oder den nächsten Jahren der Ausbau des schnellen Internets eine große Rolle. Aber da gibt es noch viele Unsicherheiten, bis hin dazu, ob die Europäische Union die einzige Ausbauvariante zulässt, für die der von den Kommunen noch zu tragende Eigenanteil tatsächlich erschwinglich wäre. Möglicherweise kommen Investitionen im Zusammenhang mit Baumaßnahmen Dritter auf uns zu. So wären wir für die Fußweg und Beleuchtung zuständig, wenn der Landkreis die Straße in Gastewitz baut oder wir müssten die Hofer Straßenbeleuchtung erneuern, wenn der Energieversorger von Freileitungen auf Erdverkabelung umstellt.

Noch einmal zur Schlossschule: Die Arbeiten am ersten Bauabschnitt liegen schon eine Weile zurück. Warum geht es jetzt erst weiter?

Wenn wir Fördermittel einsetzen, müssen wir die Standortsicherheit der Schule nachweisen. Früher reichten dazu fünf Jahre, heute sollen es 25 Jahre sein. Ob der Standort sicher ist, hängt auch davon ab, welche Kriterien das neue sächsische Schulgesetz, das ursprünglich im Dezember des vergangenen Jahres verabschiedet werden sollte, festlegt. Die Gemeinde ist festen Willens, diese Arbeiten, zu denen unter anderem die Sanierung des Daches und das Erneuern der Fenster gehört, zu erledigen. Dafür würden wir uns auch mit einem größeren Maß an Eigenmitteln beteiligen, als das in diesem Programm vorgesehen ist.

Sie sprachen einige bürokratische Hürden an. Ist die Bürokratie generell ein Hemmnis für die Arbeit der Verwaltungen?

Ich denke schon. Dabei unterstelle ich den Ministerien in Bund und Land nicht einmal bösen Willen. Ich habe vielmehr den Eindruck, dass auf den Ebenen bis herunter zu den Kommunen vieles verkompliziert wird, was einmal simpel gedacht war.

Es ist erstaunlich, wer alles zum Beispiel bei Schulsanierung und Straßenbau mitreden will. Dabei sind konstruktive Vorschläge rar, meist werden Bedenken vorgetragen.

Neben der Schlossschule gibt es in der Gemeinde eine ganze Zahl weiterer Kindereinrichtungen. Stehen dort ebenfalls Investitionen an?

Nicht in größerem Umfang. Die Kindertagesstätten und der Hort sind auf gutem Stand. Sorgen bereitet mir eher die Personalsituation. Wir haben uns für mehrere kleine Einrichtungen entschieden, damit die Kinder nahe ihres Wohnortes betreut werden können. Bei krankheitsbedingten Ausfällen und der Veränderung des Betreuungsschlüssels wird es schwer, neues Personal für befristete Stellen zu finden.

Herr Reinhardt, einige Ortsteile Naundorfs liegen jetzt an der Bundesstraße 169, andere würden an der vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr favorisierten Trasse liegen. Haben Sie Signale, wann hier die Bagger rollen?

Ich weiß nicht, ob ich das noch in meiner Amtszeit erlebe. Es gibt inzwischen ein neues Signal. Kürzlich tagte erstmals ein Arbeitskreis, der über die Unternehmensflurbereinigung entlang der neuen Trasse, berät. Die Idee ist, dass nicht nur die Landwirtschaftunternehmen einbezogen werden, deren Flächen direkt vom Straßenbau betroffen wären, sondern auch jene im „Hinterland“. Mir gibt zu denken, dass es zu dieser Trasse noch gar keinen Planfeststellungsbeschluss gibt.

Andernorts gibt es immer wieder erhebliche Diskussionen um die materielle und personelle Ausstattung der Feuerwehren. In Naundorf nicht?

Das ist immer ein heikles Thema. Aber unser Brandschutzbedarfsplan sichert mit vier Wehren das gesamte Gemeindegebiet ab. Problem ist, dass die Leitstelle bei kleinsten Einsätzen gleich immer die Nachbarwehren alarmiert. Das ist zum Teil unverhältnismäßig und eine Vergeudung ehrenamtlicher Arbeit.

Von Axel Kaminski

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