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Oschatz Sturmschäden in der Dahlener Heide – Private Waldwege sind noch nicht frei
Region Oschatz Sturmschäden in der Dahlener Heide – Private Waldwege sind noch nicht frei
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00:37 26.02.2018
Fünf Unternehmen kümmern sich derzeit in der Dahlener Heide um die Beseitigung der Schäden. Hier: Josef Smudler, Mitarbeiter einer bayrischen Firma. Quelle: Fotos: Christian Neffe
Taura

Wenn Karl Voigt dieser Tage durch sein Revier – den Forst nördlich von Schmannewitz – fährt, muss er besonders aufpassen. Denn die Gefahr von herabstürzenden Ästen und umkippenden Bäumen besteht noch immer, etliche entwurzelte Hölzer säumen die Wegesränder. Sturmtief Friederike, das am 18. Januar über Deutschland hinweg fegte, hat deutliche Spuren hinterlassen – auch in der Dahlener Heide.

Rund zweieinhalb Jahreseinschläge, so beziffert Voigt das Ausmaß der Schäden. „Ich arbeite hier seit 30 Jahren und habe bisher noch nichts Vergleichbares erlebt“, sagt der Schmannwitzer Revierleiter. Dem stimmen auch seine Kollegen in Taura zu. Dort sitzen unter anderem Gebhard Baronius, Leiter des Staatsforstbetriebs im Forstbezirk Taura, sowie Peter Grunewald, Referent für Privat- und Körperschaftswald im Bezirk.

150 000 Festmeter Schadholz im nordsächsischen Staatswald

„Wir stehen ja in regem Kontakt mit unseren inzwischen pensionierten Kollegen“, so Baronius. Aber auch von denen könne sich niemand an einen Sturm erinnern, der in der Dahlener Heide derart große Schäden hinterlassen hatte.

Im gesamten nordsächsischen Staatswald seien rund 150 000 Festmeter zu Fall gebracht worden, 50 000 davon allein in den Staatswaldrevieren der Dahlener Heide um Reudnitz, Falkenstruth und Schmannewitz, schätzen die Experten. Hinzu kommen etwa 50 000 Festmeter auf den zahlreichen Waldflächen, die sich in Privat- und Kommunalbesitz befinden.

Kiefern, Lärchen und Fichten besonders betroffen

Das häufigste Opfer des Sturms seien Kiefern gewesen. Grund: Es handele sich dabei um die Hauptbaumart des Gebietes, zusätzlich gebe die Benadelung dem Sturm auch im Winter genug Angriffsfläche, erklärt Baronius. Weiterhin seien vor allem Lärchen und Fichten betroffen.

Schwierigkeiten bei den Arbeiten bereite nicht nur die bisher feuchte Witterung, sondern auch die Verteilung der Schäden im gesamten Forstbezirk: „Es gibt wenig konzentrierte Schäden, stattdessen haben wir an nahezu allen Ecken zu tun.“

Dahlener Heide: Fünf Unternehmen mit Schadensbeseitigung beschäftigt

Zwar seien die Hauptwege inzwischen freigeräumt, es bleibe aber weiterhin gefährlich, auch wenn das Waldbetretungsverbot von der Unteren Forstbehörde voraussichtlich am 1. März aufgelöst wird.

Baronius und Grunewald mahnen deshalb an, Bereiche, in denen Bäume gefallen sind oder auch nur leicht aus der Erde gehoben wurden, zu meiden. Insbesondere offene Wurzelteller seien höchst gefährlich. Sämtliche Sturmschäden zu beseitigen werde wohl noch das gesamte Jahr dauern. Derzeit kümmern sich in der Dahlener Heide fünf Unternehmen darum.

Private Waldwege schnellstmöglich frei räumen lassen

Verkompliziert wird dies dadurch, dass viele Privatwaldbesitzer nicht mehr in der Region leben. Grunewald richtet den dringenden Appell an alle Waldbesitzer, umgestürzte Bäume, die die Waldwege blockieren, schnellstmöglich zu beseitigen.

Für größere Aufräumarbeiten sollten unbedingt Fachkräfte herangezogen werden, da die umgefallenen Bäume oft unter gefährlichen Spannungen stehen. „Im März beginnt die Waldbrandsaison. Da sollten die Wege für Löschfahrzeuge frei sein“, erklärt Grunewald.

Mögliche Borkenkäferepidemie steht bevor

Die Langzeitfolgen seien noch nicht abschätzbar. „Das kommt ganz auf das Wetter im Frühjahr an. Je wärmer und trockener es wird, desto besser kann sich der Borkenkäfer ausbreiten. Wir hoffen deshalb auf einen feuchten kühlen Frühling.“

Um Fragen zu den Aufräumarbeiten zu klären, lädt der Forstbezirk zur Waldbesitzerversammlung ein. Für die Dahlener Heide findet sie am 28 Februar um 18 Uhr in der Bowlingbahn Taura statt.

Von Christian Neffe und Axel Kaminski

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