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Oschatz Dahlener wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs angeklagt
Region Oschatz Dahlener wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs angeklagt
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14:18 04.12.2018
Am Landgericht Leipzig steht ein Mann aus Dahlen wegen schweren sexuellen Missbrauchs vor Gericht. Quelle: picture alliance / dpa
Dahlen/Leipzig

Schwer wiegen die Vorwürfe gegen den 60-Jährigen aus Dahlen. Der Mann, gegen den vor dem Leipziger Landgericht Anklage erhoben wurde, soll die Tochter seiner Lebensgefährtin über ein Jahr lang, von September 2014 bis September 2015, mehrfach missbraucht haben. Die Staatsanwaltschaft warf ihm zum Prozessauftakt am Dienstag schweren sexuellen Missbrauch von Kindern in Tateinheit mit Vergewaltigung vor, außerdem geht es um vorsätzliche Körperverletzung in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch.

Vergewaltigung im Schlafzimmer der Mutter

Der heute 60 Jahre alte Mann war zu dem Zeitpunkt bereits nach Dahlen gezogen, um mehr Zeit mit dem gemeinsamen Sohn zu verbringen. Seine Lebensgefährtin wohnte mit beiden Kindern im gleichen Haus eine Etage über ihm und ließ ihn den Nachwuchs betreuen, wenn sie unterwegs war. Bei einer solchen Gelegenheit soll es im Doppelbett der Mutter zu einer Vergewaltigung der damals Zwölfjährigen gekommen sein. Obwohl das Mädchen versuchte, sich dem zu entziehen und die Beine zusammenpresste, habe der Angeklagte den Verkehr vollzogen, hieß es in der Anklageschrift. Das Mädchen habe anschließend Schmerzen und Blutungen gehabt.

Ein weiteres Mal sei es in der Gartenlaube des Dahleners zu Geschlechtsverkehr mit der Tochter der Lebensgefährtin gekommen. Ein andermal habe er sich dem Kind genähert, als es in der Badewanne saß, es berührt und sich dabei selbst befriedigt, zählte die Staatsanwältin weiter auf.

Strafmaß bei Geständnis

Nach der Verlesung der Anklageschrift zogen sich die Parteien mit der Kammer zu einem Rechtsgespräch zurück. Dabei sollte vor allem geklärt werden, ob eine Vernehmung der immer noch minderjährigen Geschädigten notwendig wird, und welches Strafmaß zu erwarten ist, wenn der 60-Jährige ein Geständnis im Sinne der Anklage ablegt. Sein Verteidiger wollte in diesen Fall eine Gesamtfreiheitsstraße von drei Jahren und zehn Monaten verhandeln. Dies sei nicht angemessen angesichts der Taten, teilte die Kammer mit. Die Staatsanwaltschaft hält dagegen eine Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten als tat- und schuldangemessen. „Mein Mandant will den Vorschlag überdenken“, teilte der Verteidiger anschließend mit.

Polizei berichtet von Vernehmung

Als erster Zeuge wurde gestern der Polizeibeamte gehört, der die Vernehmung des Angeklagten durchgeführt hatte. Dabei wurde deutlich, dass der Dahlener in der Befragung, die Anfang dieses Jahres stattfand, zugegeben hatte, sich in drei Fällen im Beisein des Kindes selbst befriedigt zu haben und das Mädchen dabei zum Teil auch berührt hatte. Dass es dabei zum Geschlechtsverkehr gekommen war, habe er vehement bestritten, blickte der Polizist auf die Befragung zurück. Nach den Taten sei alles wieder wie zuvor gewesen, hatte der Angeklagte in der Vernehmung angegeben. Allerdings sagte er damals auch, die Tochter seiner Lebensgefährtin habe ihn nicht mehr in den Garten begleiten wollen und sei ihm gegenüber frecher geworden. An anderer Stelle beschrieb der Angeklagte das Mädchen als „schüchtern“.

„Ich hab ihn gefragt, ob er wusste, wie alt das Mädchen war und daraufhin meinte er, das hat ihn nicht interessiert“, gab der Polizist vor Gericht zu Protokoll. Aufgrund dessen, dass der Angeklagte seit Jahren mit der Mutter in einem Haus wohnte und dort Geburtstage gefeiert wurden, gehe er schon davon aus, dass der Dahlener über das Alter des Kindes im Bilde war, schätzte der Beamte ein.

Mehr konnte am Dienstag nicht geklärt werden, zum nächsten Prozesstag soll nun die Mutter des Mädchen befragt werden, und womöglich muss die Tochter selber auch noch in den Zeugenstand.

Von Jana Brechlin

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