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Oschatz Dahlener will neues Parkett für Schlosssaal in Wermsdorf
Region Oschatz Dahlener will neues Parkett für Schlosssaal in Wermsdorf
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08:57 16.03.2018
Im kleinen Hubertussaal könnte im Sommer neues Parkett verlegt werden – ähnlich dem Muster rechts. Quelle: Foto: Jana Brechlin
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Wermsdorf

Die Decke ist mit Stuck verziert, an den Wänden gibt es Holzvertäfelung, das alte Parkett im Fußboden ist noch zu erahnen: Der kleine Hubertussaal im hinteren Flügel des Wermsdorfer Schlosses Hubertusburg versprüht maroden Charme. Das könnte sich jetzt ändern, denn der Dahlener Parkettlegemeister Steve Klose will in diesem Raum mit Absolventen seines Meisterkurses ein neues Parkett verlegen.

Der kleine Hubertussaal im hinteren Teil des Hauptschlosses soll neues Parkett erhalten. Quelle: Jana Brechlin

Klose, der bereits das internationale „Workcamp Parquet“ im Dahlener Schloss initiiert hat, in dem der Kaisersaal im vergangenen Jahr ein neues Versailler Parkett erhalten hat, will erneut in der Region tätig werden. Der Handwerker ist Dozent in Süddeutschland und hatte seiner Meisterklasse vorgeschlagen, hier eine Kostprobe ihres Könnens abzuliefern.

Meister haben zugesagt

„Elf angehende Meister haben bereits zugesagt und Sponsoren dafür gibt es auch“, sagte Klose. Von Herstellern und Händlern erhalte man die notwendige Unterstützung und könne innerhalb einer Woche einen neuen Boden im kleinen Hubertussaal verlegen. „Ich finde, das Schloss kann diese Aufmerksamkeit gut gebrauchen und für die Sponsoren ist die Kulisse herausragend“, begründete er seine Ortswahl. „Im besten Fall ist das eine Initialzündung, der sich weitere Arbeiten anschließen.“

Ein Muster des Parketts. Quelle: Jana Brechlin

Um Verbündete für seine Idee zu gewinnen, hat sich der Dahlener Parkettleger an den Landtagsabgeordneten Frank Kupfer (CDU) gewandt, der sich bei einem Treffen mit Daniela Hollburg und weiteren Vertretern des Sächsischen Immobilien- und Baumanagement sowie dem Landesamt für Denkmalpflege vor Ort als Mittler anbot. „Ich finde die Chance großartig. Wir können hier einen neuen Boden für einen Saal bekommen – und das auch noch geschenkt. Diese Gelegenheit sollten wir nicht verpassen“, meinte Kupfer. Nicht ganz so begeistert zeigten sich die Denkmalschützer von den Plänen, dafür den kleinen Hubertussaal zu nutzen. Seit die Psychiatrie 1994 aus der Schlossanlage ausgezogen ist, steht ein Großteil des Gebäudes leer.

Bisher kaum Nutzung

Auch für den besagten Saal gibt es derzeit keine Nutzung, und der Weg dorthin führt über verlassene Flure und vorbei an ebenso verlassenen Räumen. Eine Alternative kommt für den Initiator jedoch nicht infrage: „Entweder sind die Räume dann zu klein, so abgewirtschaftet, dass sie wenig präsentabel sind oder vom Schnitt schlichtweg ungeeignet. Dieser Saal ist die Liga, die uns vorschwebt. Uns nützt es nichts, irgendwo in einem Gang Boden zu verlegen. Da kommt dann später noch ein Läufer drauf und keiner sieht mehr was vom Parkett“, erklärte Klose.

Im September 2017 fand im Dahlener Schloss das Workcamp Parquet statt, bei dem der Kaisersaal einen neuen Fußboden erhielt. Quelle: Jana Brechlin

Den Einwand der Denkmalpfleger, dass es für diesen Saal noch kein Raumkonzept gibt und bisher nicht klar ist, wie dieser einmal farblich gestaltet werden soll, konterte er mit dem Hinweis, dass die Hölzer auf dem alten Boden verlegt und dort leicht wieder entfernt werden könnten, falls sich in naher Zukunft umfassende Sanierungsarbeiten anschließen. „Dessen sind wir uns bewusst und auch den Sponsoren ist das klar.“

Parkett aus Eiche, Kirsche und Nussbaum

Nach ersten Berechnungen sollen 22 000 Parketthölzer aus Eiche, Nussbaum und Kirsche verlegt werden. Ins Zentrum würde nach den Vorstellungen des Meisterkurses ein Hirschkopf mit Kreuz, Symbol für den Schutzheiligen der Jagd St. Hubertus, rücken. „Damit wäre ein kleiner Anfang gemacht“, sagte Daniela Hollburg mit Blick auf die Gesamtentwicklung von Hubertusburg. Jetzt gehe es darum, die Voraussetzungen – auch von Seiten der Denkmalpflege – zu schaffen und den künftigen Meistern schnell zuzusagen, drängte Frank Kupfer. „Ich werde mich dafür auch in Dresden einsetzen“, versicherte er. „Unsere Praxiswoche findet im August auf jeden Fall statt. Entweder hier oder in einem anderen Schloss in Deutschland“, machte Steve Klose klar, „aber ich würde natürlich lieber in der Region etwas tun.“

Von Jana Brechlin

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