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Damit der Korb nicht leer bleibt

Damit der Korb nicht leer bleibt

Es ist eine Entwicklung, die vor kaum einem kleinen Dorf halt macht: die Schließung von Verkaufsstellen, die vor allem ältere Einwohner zwingt, Alternativen für den wöchentlichen Einkauf zu finden.

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Einen Einkaufswagen durch einen Markt zu schieben, ist für viele Bewohner kleiner Dörfer nur dann möglich, wenn sie in die nächste Stadt fahren.

Quelle: Arno Burgi

Die Freie Wählergemeinschaft diskutierte die Situation in Naundorf während ihrer jüngsten Versammlung.

 

In der ehemaligen Konsumverkaufsstelle, die danach auch von anderen Anbietern betrieben wurde, konnte man in Naundorf Waren des täglichen Bedarfs kaufen. Doch seitdem dort Ruhe eingekehrt und das Gebäude verwaist ist, gibt es auf den ersten Blick nur eine Alternative, wenn man den Ort nicht verlassen will: die Verkaufswagen, die hauptsächlich Back- oder Fleischwaren bereithalten und einmal in der Woche im Ort Station machen.

 

Einige Bürger trugen dieses Problem zur jüngsten Versammlung der Freien Wählergemeinschaft an deren Vertreter heran. Im Austausch dazu wurde eines deutlich: Die Gemeinde selbst hat wenig Möglichkeiten, Einfluss auf die Situation zu nehmen. "Selbst wenn sich jemand findet, der sich in das bestehende Gebäude einmietet, muss er sehr viel investieren. Das geht nicht ohne entsprechenden Umsatz. Und der kommt nur durch genügend Kunden zu Stande", brachte es Volker Buschmann auf den Punkt. Dem Vorschlag, als Gemeinde das Objekt zu erwerben und Interessenten die Räume als Anreiz kostenfrei zur Verfügung zu stellen, erteilte er eine Abfuhr: "Das kann sich die Gemeinde nicht leisten". Jeder, der in Naundorf einkaufen möchte, sollte bereit sein, für das, was er täglich konsumiert, den ein oder anderen Euro mehr zu zahlen als im Discounter, ergänzte er. Mehr investieren muss man auch, wenn man mit dem Bus nach Oschatz fährt, um einzukaufen.

 

Der ein oder andere Senior habe die Möglichkeit, jüngere Angehörige mit Einkäufen in benachbarten Märkten zu beauftragen. Eine Variante, die es ebenfalls in Betracht zu ziehen gilt. Vielleicht, so die Mitglieder der Freien Wählergemeinschaft, fände sich jemand, der für die oder mit den betroffenen Personen einkauft, wenn er ohnehin in der Stadt ist. Es müsse nur gelingen, jemanden zu finden, der sich dazu bereit erklärt - eine Idee, die ehrenamtliches Engagement voraussetze.

 

Heike Arbeiter betreibt im Naundorfer Nachbarort Casabra einen kleinen Dorfladen. Ihn zu führen, setze viel Idealismus voraus, so die Inhaberin. Ein Glücksfall sei, dass ihr die Räumlichkeiten selbst gehören und sie keinerlei Miet- oder Pachtkosten zahlen müsse, "sonst würde sich das Geschäft auch nicht rentieren", sagt Arbeiter. Zu ihr kämen hauptsächlich Kundinnen und Kunden aus dem Ort und nur wenige aus umliegenden Dörfern: "Es gibt da einen festen Stamm", sagt sie.

 

Sich auf die Bedürfnisse der potenziellen Kunden einzustellen, ist für die Betreiber kleiner Dorfläden unumgänglich, so die Casabranerin zur OAZ.

Christian Kunze

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