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Dammühlenteich in Ochsensaal wegen Bauarbeiten schwer erreichbar

Verkehr Dammühlenteich in Ochsensaal wegen Bauarbeiten schwer erreichbar

Wer zurzeit an den Dammühlenteich fahren will, braucht Pfadfinderqualitäten. Es ist auch nützlich, keine Angst davor zu haben, als private oder landwirtschaftliche Wege gekennzeichnete Strecken zu nutzen. Die bei Ochsensaal abbiegende Straße zum Teich wird seit vergangener Woche in Stand gesetzt – unter Vollsperrung.

Auf dem Dammühlenteich lassen sich die Schwäne von den Bauarbeiten an dessen Ufer nicht stören.

Quelle: Axel Kaminski

Ochsensaal. An der Zufahrt zum Dammühlenteich mit Gasthaus, Café, Bungalowsiedlung und Zeltplatz wird gebaut. Butterstraße und Hauptweg sind voll gesperrt.

Der Weg zum Teich war schon immer minimalistisch ausgeschildert und ganz auf Erholung zugeschnitten. Zu schnelles Fahren oder der Begegnungsverkehr von Transportern waren wegen Straßenbreite und -zustand kaum möglich. Zu finden war die Strecke dennoch einfach: hinter Ochsensaal in Richtung Frauwalde und dann nach links wieder in den Wald.

An diesem Abzweig steht nun das Verkehrszeichen „Gesperrt für Fahrzeuge aller Art“. Die Baumaschinen kurz dahinter sind nicht zu übersehen. Deutlich zu erkennen ist außerdem, dass Teile der Fahrbahn abgetragen sind. Nicht zu sehen ist dagegen ein Umleitungsschild.

Die Erklärung dafür ist erstaunlich, aber einfach. „Da sich sämtliche Wege, die sonst noch zum Dammühlenteich führen, in Privathand befinden, kann keine offizielle Umleitung ausgeschildert werden“,sagt Sven Kertscher, Sachbearbeiter Tiefbau in der Gemeindeverwaltung Lossatal, der OAZ auf Anfrage. Es ist keine Option, das Auto am Parkplatz oberhalb des Teiches abzustellen, denn an diesem Abschnitt der Butterstraße wird ebenfalls gebaut. Erreichbar ist der Rand der Bungalowsiedlung vom Dahlener Ortsteil Börln aus über den Börlner Weg. Zu den Parzellen und auf den Parkplatz vor dem Café und Gasthaus gelangt man allerdings nur über unbefestigte Wege.

Die Gemeinde Lossatal ist nur indirekt an dieser Baumaßnahme beteiligt. Für das Gebiet läuft seit 1996 ein Regelneuordnungsverfahren nach Flurbereinigungsgesetz. Bauherr ist die Teilnehmergemeinschaft Frauwalde.

Butterstraße und Hauptweg frostsicher

Michael Buchholz, Vorsitzender des Vorstandes der Teilnehmergemeinschaft, erläutert den Umfang der Baumaßnahme. Sie bestehe aus drei Losen. Die Butterstraße werde in zwei Bauabschnitten von 365 beziehungsweise 345 Meter Länge frostsicher ausgebaut. Weitere 350 Meter lang sei der Abschnitt des Hauptweges, an dem gebaut werde. „Die Fahrbahnbreite beträgt bei allen Losen 3,50 Meter. Dazu kommen ein Meter breite Bankette auf jeder Seite“, erklärt Michael Buchholz. Die Parkplätze direkt am Teich werden nicht befestigt. Vorgesehen sei, dass die Arbeiten in der 20. Kalenderwoche – also um den 20. Mai – herum abgeschlossen werden.

Insgesamt koste diese Maßnahme 312 531 Euro ohne Planungskosten und ohne Umlagekosten für den Verband für Ländliche Neuordnung Sachsen. Dieser übernehme neben der Planung die Bauüberwachung. Das Vorhaben werde über die Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) mit 85 Prozent von Freistaat Sachsen gefördert. „Über die restlichen 15 Prozent gibt es zwischen der Teilnehmergemeinschaft, der Gemeinde Lossatal und der Ackerbau Gesellschaft für den ersten Bauabschnitt der Butterstraße eine Finanzierungsvereinbarung“, sagt Buchholz. Bei den anderen Arbeiten übernehme die Gemeinde Lossatal komplett den Eigenleistungsbetrag.

Die Baustellen enden sowohl bei der Butterstraße als auch am Hauptweg an den Gemarkungsgrenzen zur Stadt Dahlen. Das heißt im Klartext, dass die neue Straße zwischen dem „Haus am Dammühlenteich“ und dem „Café Ochsensaal“ enden wird. Außerdem gehört der Damm im Zuge der Butterstraße zur Gemarkung Dahlen. Die Teilnehmergemeinschaft baut beidseits dieses Dammes, nicht aber am Damm selbst.

„Wer uns finden wollte, kam schon hierher“, sagt Petra Böhme, Inhaberin des „Café Ochsensaal“. Mit der Sperrung wochentags konnte sie bisher leben. Für die Wochenende sei mit dem Baubetrieb der Kompromiss vereinbart worden, dass die Baumaschinen von der Straße abgezogen werden. Nach der jüngsten Bauberatung stehe in Aussicht, dass es eine Umleitung über den Börlner Weg geben werde, also mit Zufahrt aus Richtung Börln und von Ochsensaal aus. Das Bauvorhaben sieht Petra Böhme grundsätzlich positiv. „Gar keine Frage, die Straße muss erneuert werden“, betont sie.

Gastwirt freut sich auf neue Piste

So sieht das auch Thomas Jakob, der das „Haus am Dammühlenteich“ führt. Erst sei über den Zustand der Straße geschimpft worden, jetzt über die Bauarbeiten. „Und danach werden sich einige aufregen, weil dann hier so schnell gefahren wird“, vermutet der Gastwirt, der sich darüber freut, dass die Piste endlich erneuert wird, auch wenn das zweifellos Umsatzeinbußen mit sich bringe. „Nein, wegen der Bauarbeiten ändern wir unsere Öffnungszeiten nicht“, betont Thomas Jakob. Müsse man auch nicht, denn erstens kommen viele Spaziergänger und zweitens lasse die Baufirma mit sich reden. Gäste und Lieferanten kämen schon durch. Zudem dürfe man nicht unterschätzen, dass die Straße im Zuge der Flurneuordnung ausgebaut werde und die Anlieger sich nicht an der Finanzierung beteiligen müssten.

Ein großes Manko ist aus Petra Böhmes Sicht die Information über das Bauvorhaben und die Sperrung. Sie habe über die Bungalowgemeinschaft von den Bauarbeiten erfahren. Da sei noch nicht klar gewesen, dass es eine Vollsperrung geben werde. Sie könne verstehen, dass sich die Bewohner der Siedlung gegen eine Umleitung über ihre Privatwege ausgesprochen haben. Diese seien zumeist unbefestigt und wären im Nu hinüber, wenn dort alle fahren würden, die sonst Butterstraße und Mittelweg benutzen.

„Zu der Umleitung über den Börlner Weg besteht noch Klärungsbedarf“, betont Michael Buchholz. So fehle zum Beispiel noch die erforderliche verkehrsrechtliche Anordnung für eine Umleitung. Aktuell sei, dass es zur Vollsperrung der Butterstraße und des Mittelweges keine Umleitung gibt.

Von Axel Kaminski

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