Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 7 ° Sprühregen

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Das Freizeitverhalten hat sich geändert

Das Freizeitverhalten hat sich geändert

In der Stadt Oschatz wimmelte es einst von Cafés, Hotels, Gastwirtschaften, Kneipen und Spelunken - 64 gab es im Jahr 1878. Der Heimatforscher Dr. Manfred Schollmeyer hat über die Entwicklung der Gastro-Szene von 1842 bis 1945 ein dickes Buch geschrieben.

Voriger Artikel
Ein Liebschützberger Ortsteil aus der Vogelperspektive
Nächster Artikel
Dürfen Lehrer und Schüler bei Facebook Freunde sein?

Dr. Manfred Schollmeyer

Quelle: Dirk Hunger

Frage: Wie sind Sie auf dieses Thema gekommen?

 

Dr. Manfred Schollmeyer: Beim Beschäftigen mit der Stadtgeschichte ist mir aufgefallen, dass es in Oschatz - wie in anderen Garnisonsstädten auch - eine ausgeprägte Gastronomie-Szene gegeben hat. Hier gab es zusätzlich ein Lehrerseminar mit Studenten. Und mit der wirtschaftlichen Blüte nach 1871 hatten auch die Arbeiter Geld in den Taschen. Die Soldaten, Studenten und Arbeiter bevölkerten die Gaststätten.

 

Warum konzentrieren Sie sich auf die Zeit bis 1945?

 

Das Buch hat jetzt schon 564 Seiten. Die Darstellung der nach 1945 neu entstandenen gastronomischen Einrichtungen hätte den Rahmen gesprengt.

 

Welche Schwierigkeiten gab es bei der Recherche?

 

Die Nachforschungen in den Archiven von Stadt, Museum oder Zeitungen waren kein Problem. Teilweise war es aber schwierig, die Nachfahren der Wirtsfamilien zu ermitteln, zum Beispiel beim Gasthaus "Gambrinus" in der Strehlaer Straße oder dem "Weißen Stiefel" in der Merkwitzer Straße.

 

Was waren die nobelsten Etablissement, was die übelsten Spelunken?

 

Bei den Hotels waren der "Schwan", das "Roß" und der "Goldene Löwe" führend, bei den Cafés "Zierolds" und "Felbers". Spelunken waren das "Goldene Faß" am Altmarkt, das mit solchen Veranstaltungen wie dem Auftritt des 360 Pfund schweren Riesenweibes Rosel warb, oder das "Bräustüb'l" in der Ritterstraße, wo der Wirt sein bester Kunde war.

 

Was unterscheidet die heutige Gastro-Szene von der vor 100 Jahren?

 

Damals durften zum Beispiel keine Kellnerinnen bedienen. Und es gab etliche Gaststätten in Oschatz mit Separees, den sogenannten Weinstuben. Das waren verkappte Bordelle. Den meisten Wirten ging es damals wirtschaftlich nicht so gut, sie boten als zweites Standbein unter anderem Quartiere fürs Militär an.

 

Warum gibt es heute im Verhältnis zu damals so wenige Hotels, Gaststätten und Kneipen?

 

Das soziale Freizeitverhalten der Menschen hat sich geändert. Es gibt eine Vielzahl von Alternativen zum Besuch einer Gaststätte. Das ist kein Phänomen der neuen Bundesländer, sondern trifft auch auf die alten Bundesländer zu. Bei uns kommt aber noch der demografische Faktor und die schlechtere finanzielle Situation der potenziellen Kneipengänger dazu.

 

Sind Sie selbst ein Kneipengänger?

 

Während der Studienzeit ja, seitdem aber nicht mehr. Restaurants besuche ich heute nur noch zu Familienfeiern. Fragen: Frank Hörügel

Frank Hörügel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oschatz
  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • LVZ-Kreuzfahrtmesse
    Infos zur LVZ-Kreuzfahrtmesse

    Kommen Sie an Bord: Am Sonntag, 22. Oktober 2017, laden LVZ und Vetter Touristik zur 1. Kreuzfahrtmesse in das LVZ Verlagsgebäude ein. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Leserreisen
    Leserreisen

    Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen der LVZ bieten für jeden Anspruch genau das... mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

24.10.2017 - 08:10 Uhr

Tresenwald Machern springt nach Auswärtssieg in Hartha an die Tabellenspitze der Kreisoberliga.

mehr