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Oschatz Das ist ein magischer Raum
Region Oschatz Das ist ein magischer Raum
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17:11 21.06.2013
Teamarbeit: Steffen Jentzsch bläst ein Posaunenständchen, und Robert Schmidt (2.v.r.) erläutert die Geschichte der Oschatzer Klosterkirche. Quelle: Sven Bartsch

Der Einladung folgten über 20 Besucher.

Schmidt begann seine Führung mit dem Hochwasser, das auch für die Mönche ein Problem gewesen sein könnte. Der ehemalige Wassergraben verlief direkt vor der Tür der Klosterkirche und trat bei viel Wasser über die Ufer. Zuerst begaben sich die Besucher in das riesige Kirchenschiff, wo Steffen Jentzsch mit seiner Posaune in die Führung einstimmte.

Die erste Weihe der Klosterkirche fand 1246 statt, womit das Gebäude das älteste Kirchgebäude der Stadt ist. Anhand eines Plans des ehemaligen Geländes wurde deutlich, wie groß die Räumlichkeiten und Plätze, die sich bis zum Gericht und Stadtturm erstreckten, gewesen sind. Nach der Reformation wurde das Gelände jedoch mehrfach überformt, so dass heute nur noch die eigentlich Kirche vorhanden ist. Da sich direkt an der Straße der Klosterfriedhof befunden hat, ist laut Schmidt denkbar, dass sich auch unter der Kirche noch Gräber befinden, die bei der Sanierung gefunden werden könnten.

Ins Auge der Besucher fiel die enorme Fülle an Steinmetzzeichen, die unter anderem auf Arnold von Westfalen, den Erbauer der Albrechtsburg in Meißen, zurückzuführen sind. "Diese extreme Fülle an Zeichen gibt es kein zweites Mal in der Region", erklärt Schmidt.

Fortgesetzt wurde die Führung in der Winterkirche, wo die Sanierung beginnen soll. Risse in den Wänden und sonstige Schäden waren hier besonders deutlich. Einen besonderen Kontrast bildete die Annenkapelle mit ihren sehr ausgearbeiteten Schlusssteinen, der Farbgebung und der figürlichen Gestaltung.

Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einer kurzen Diashow, in welcher Robert Schmidt auf einige versteckte Schönheiten aber auch Rätsel hinwies. Denn fraglich ist noch immer, welche Stifter die Kirche mit finanziert haben. "Es riecht nach richtig viel Geld, was hier floss", schätzt Schmidt ein. Nicht alle Wappen und Grabsteine, die im Kirchenschiff verewigt sind, sind eindeutig. Manche geben Rätsel auf. Schmidt plädiert vor allem dafür, in Zeiten sinkender Einwohnerzahlen sich verschiedene Perspektiven offen zu halten. "Es gibt unendlich viele Möglichkeiten und das hier ist ein magischer Raum, der unglaublich viel Inspiration bietet", schätzt er ein.

Dieser Magie ist auch auf die Besucher der Führung übergesprungen. "Ich habe mir immer gewünscht, hier mal hereinzukommen, was ja sonst nicht möglich ist. Es gefällt mir ausgesprochen gut", schätzt auch Sabine Heidemann, eine der Besucherinnen ein. Julia Wagner

Julia Wagner

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