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Oschatz "Das macht man nur einmal im Leben"
Region Oschatz "Das macht man nur einmal im Leben"
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15:04 24.09.2013

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Die Zimmerei Rudolph aus Schönnewitz kommt mit dem Rückbau und der Sanierung des Gebäudes gut voran.

Von Christian Kunze

Winzige Holzspäne wehen über den Liebschützberg, der Wind trägt sie nicht nur fort, er pfeift auch den Männern um die Ohren, die auf der Mühle zu Gange sind. Jetzt, da sie wieder auf festen Balken steht, kann sich das Team der Zimmerei Rudolph um das Dach kümmern. Die Handwerker gehen sozusagen "von oben nach unten" vor: Die alte Dachkonstruktion haben sie entfernt, seit Ende voriger Woche ist das Baudenkmal deshalb eingerüstet. Helmut Rudolph rechnet damit, dass der neue Dachstuhl in der ersten Oktoberwoche fertig gestellt werden kann, "solange wir das Wetter auf unserer Seite haben". Von Regenschauern oder Sturmböen wurde die Baustelle auf dem Höhenzug bisher nicht heimgesucht, und auch sonst haben der Terpitzer und seine Angestellten keine bösen Überraschungen erlebt. Mit Grausen denkt der Unternehmer an vergangenes Jahr zurück: "Da hatten wir Ende Oktober den ersten Schnee. Hoffentlich bleibt uns das erspart!"

Nicht erspart geblieben sind den Männern dagegen die Hinterlassenschaften der tierischen Mühlenbewohner. Unter den Kreuzlagerbalken des Mühlenfußes kamen gleich vier Mäusenester zum Vorschein, unter dem Dach hatte ein Marder mit seinen Jungen Unterschlupf gefunden. Interessant ist die Mühle aber nach wie vor auch für die Zweibeiner: Regelmäßig schlagen Camper ihr Zelt auf dem Liebschützberg auf und leisten den Handwerkern somit Gesellschaft. Da die Mühle unmittelbar an einem Pilgerweg liegt, hatten die Schönnewitzer Bauleute auch schon internationalen Besuch: "Kürzlich kam ein Pilger aus den Niederlanden. Er staunte nicht schlecht über unser Vorhaben und versprach, im nächsten Jahr wieder zu kommen und sich die fertige Mühle anzuschauen", berichtet Helmut Rudolph. Weitere regelmäßige Besucher der Baustelle sind Christina Obst von der Denkmalschutzbehörde des Landratsamtes Nordsachsen, Liebschützbergs Bürgermeister Karl-Heinz Börtitz sowie der ehrenamtliche "Müller" Horst Hanke.

Wenn das Mühlendach wieder dicht ist, dann kann Helmut Rudolph aufatmen. Denn gleich nach der Erneuerung des Mühlenfußes war für ihn der Schutz vor Nässe die zweitgrößte Sorge bei diesem Mammutbauvorhaben. Sowohl für ihn als auch für den Planer Frank Schuster ist die Sanierung einer Bockwindmühle Neuland: "Das macht man wirklich nur einmal im Leben", sagt der Zimmerermeister, und der Planer nickt zustimmend.

Übrigens repräsentiert die Instandsetzung des Wahrzeichens auf dem Liebschützberg gleich mehrfach die Region. Neben der Zimmerei aus Schönnewitz kommt beim Blitzschutz ein Wermsdorfer Unternehmen zum Zuge. Aus dem Wermsdorfer Steinbruch stammen die Steinplatten für das Mühlenfußfundamente. Das Eichenholz für die massiven Balken wurde im Oschatzer Stadtwald geschlagen und im Sägewerk Silbermann in Wetitz zurechgeschnitten.

Christian Kunze

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