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Oschatz Den Zinngießern von Oschatz auf der Spur
Region Oschatz Den Zinngießern von Oschatz auf der Spur
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17:43 30.03.2015
Wolfgang Richter (l.) aus Mügeln interessiert sich für einen der Zunftpokale aus der Sammlung von Dieter Nadolski. Quelle: Bärbel Schumann
Oschatz

von bärbel schumann

Der Tauchaer sammelt seit Anfang der 1960er Jahre historische Zinngegenstände und besitzt inzwischen manche Rarität, um die ihn große Museen wie das Märkische Museum in Berlin beneiden.

Zur Eröffnung der Schau ließ es sich Nadolski nicht nehmen, die ersten Besucher zu führen. Gespannt lauschten sie, wie der Tauchaer zum Zinnsammeln kam, wie er erste Stücke quasi vom Schrottplatz barg oder wie er bei der historischen Spurensuche nach den Erschaffern seiner Schätze Interessantes zur Geschichte erfuhr. So gehört zum Beispiel zu seiner Sammlung das älteste bekannte Stück aus dem Jahr 1629 der Torgauer Zinngießer-Zunft, ein Willkommens-Pokal.

Interessierte sollten sich die Veranstaltung am 12. April im Museum vormerken, wenn Nadolski Interessantes über seine Zinnleidenschaft erzählen und dabei auch das Geheimnis lüften wird, was eine Schrankwand und DDR-Kunst- und Antiquitätenhändler Schalck-Golodkowski miteinander verbindet.

Vervollkommnet wird die bis zum 7. Juni andauernde Sonderausstellung mit Zinn-Exponaten aus dem Bestand des Oschatzer Stadt- und Waagenmuseums. "Wir haben die Schau mit 45 Exponaten aus unserer eigenen Sammlung ergänzt. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts hat es das Zinngießerhandwerk in Oschatz gegeben", erklärt die Leiterin des Stadt- und Waagenmuseums Dana Bach. Gut ein halbes Jahr lang hat sie in Archiven und anderen Materialien zur Geschichte der Zinngießer in Oschatz geforscht. Zu deren Hochzeiten habe es gar 18 Handwerker dieser Zunft in der Stadt gegeben. Der bekannteste Name in diesem Zusammenhang sei der der Familie Nuster. Über fünf Generationen hinweg hat die Familie in der Strehlaer Straße ihr Handwerk betrieben. "Beim Lesen in den alten Schriften habe ich entdeckt, dass Johann Georg Nuster viel Ärger mit seiner Zunft bekam", erzählt die Museumsleiterin. Er habe es versäumt, sich nach seinem Weggang aus Torgau und seinem Umzug nach Oschatz bei der für ihn dann zuständigen Zunft der Dresdner Lade anzumelden. "Das liest sich fast wie ein Krimi", ergänzt Dana Bach. Die Tradition und Geschichte der Zinngießer in Oschatz sei bisher nicht erforscht worden. Alle dachten, dass es nur einen Handwerker dieser Zunft gab. "An einem Haus in der Strehlaer Straße kann man sogar in einem Schlussstein Spuren dieses Handwerks entdecken", so die Museumsleiterin.

Bärbel Schumann

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