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Oschatz Fachkrankenhaus Wermsdorf: Neuer Chefarzt in der Neurologie
Region Oschatz Fachkrankenhaus Wermsdorf: Neuer Chefarzt in der Neurologie
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00:29 03.03.2018
Piotr Sokolowski ist seit Jahresbeginn Chefarzt der Klinik für Neurologie am Fachkrankenhaus Hubertusburg Quelle: Foto: Axel Kaminski
Wermsdorf

Der neue Chefarzt erläuterte der Oschatzer Allgemeinen im Gespräch, wo seine Schwerpunkte liegen und schildert seine Pläne für die Zukunft der Klinik.

Herr Dr. Sokolowski, wie lange sind Sie schon in Wermsdorf tätig und was ändert sich für Sie durch die Berufung zum Chefarzt?

Nach meinem Studium an der Humboldtuniversität Berlin, der Promotion an der Charité und klinischer Forschung auf dem Gebiet der Erkrankungen der weißen Hirnsubstanz kam ich 1999 ans Fachkrankenhaus Hubertusburg. Seit 2006 war ich leitender Oberarzt und ständiger Vertreter des Chefarztes. Ich kenne deshalb die auf mich zukommenden Arbeiten, werde sowohl in der Klinik als auch in unseren Ambulanzen intensiv präsent sein. Die zu unserer Arbeit gehörende Bürokratie ist mir nicht fremd. Ich bin optimistisch und denke, dass sie mich mengenmäßig nicht mehr in Anspruch nehmen wird als bisher.

Auch wenn bei den Verhandlungen zur Regierungsbildung andere Themen eine größere Rolle spielten, wurde dabei doch über das Gesundheitswesen gesprochen. Was bewegt Sie in diesem Spannungsfeld Bürokratie/ Politik/ Medizin?

Keine Frage, auch in der Medizin muss man die Wirtschaftlichkeit im Auge behalten. Wir sind verpflichtet, das Geld der Beitragszahler, über das wir verfügen, rational einzusetzen, da die Ressourcen auch in einem so wohlhabenden Land wie Deutschland nicht unbegrenzt sind. Aber der Patient muss immer an erster Stelle stehen! In Situationen, in denen nachgewiesene sinnvolle Therapien aus Kostengründen in Frage gestellt werden, müssen wir uns bei den Kostenträgern eben mit rationalen Argumenten für unsere Patienten einsetzen.

Wo sehen Sie die Schwerpunkte Ihrer Arbeit und die der von Ihnen geleiteten Klinik?

Wir haben uns in den vergangenen Jahren einen hohen Stand, insbesondere bei der Behandlung von Schlaganfallpatienten und auf dem Gebiet der neurologischen Intensivmedizin erarbeitet. Gleiches gilt unter anderem auch für die ambulante und stationäre Behandlung der Multiplen Sklerose, der immunvermittelten Muskelschwäche Myasthenia gravis sowie für stationäre Therapien der Parkinson´schen Erkrankung, der Polyneuropathien, der komplexen neurologischen Therapie der Schmerzen und Spastik. Diese Schwerpunkte möchten wir hier pflegen und entwickeln.

Der gegenwärtige hohe Stand soll also gehalten werden?

Das Fach Neurologie ist eine der am schnellsten wachsenden medizinischen Disziplinen. Für uns bedeutet das permanente Weiterentwicklung. Nur so kann man auf der Höhe der Zeit bleiben. Vielleicht ein Beispiel: Der medizinische Fortschritt der letzten 15 Jahre führte dazu, dass es bei der Multiplen Sklerose inzwischen eine immer breitere Palette von medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten gibt. Das bedeutet aber, dass die Entscheidung, welche davon für den Patienten den besten Erfolg verspricht, sehr komplex ist. Das erfordert vor allem ein motiviertes und wissensbegieriges Team, so wie ich es hier kenne.

Sie sprachen die Schlaganfall-Behandlung an. Für welches Einzugsgebiet ist das Fachkrankenhaus Hubertusburg in dieser Hinsicht von Bedeutung?

Wir kooperieren mit den benachbarten Krankenhäusern im Rahmen des Telemedizinischen Schlaganfallnetzwerks Nordwestsachsen (TESSA). Dazu gehören Kliniken in Torgau, Oschatz, Leisnig, Wurzen, Eilenburg und Delitzsch. Einerseits steht unsere regionale Schlaganfallstation in Wermsdorf für die Behandlung der akuten Schlaganfälle zur Verfügung. Andererseits beraten wir telemedizinisch unsere Partnerkliniken und können in ausgewählten akuten Situationen die Versorgung der Schlaganfallpatienten in spezialisierten Zentren der Maximalversorgung wie zum Beispiel im Klinikum St. Georg in Leipzig, mit dem wir infrastrukturell eng vernetzt sind, koordinieren. Ganz wichtig bleibt dabei, dass es Kompetenz in der Fläche und damit auch abseits der Metropolen eine Versorgung der Patienten auf höchstem Niveau gibt.

Von Axel Kaminski

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